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Z BURBIA

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Jake Bible

ZOMBIE-THRILLER

Band 1
Serie: Z Burbia

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Inhalt:


Whispering Pines ist ein kleiner, ruhiger, abgeschiedener amerikanischer Vorort am Rande von Asheville, NC, in den unberührten Blue Ridge Mountains. Und das ist gut so, denn die Zombie-Apokalypse hat im Westen von North Carolina Einzug gehalten und stellt das beschauliche Vorstadtleben ernsthaft auf die Probe!
Umgeben von einem Meer Untoter haben die Bewohner von Whispering Pines ihr ländliches Leben von Straßenfesten auf Plünderungsfeldzüge umgestellt. Reinigung und Pflege der Vorgärten wurden gegen taktische Kriegsführung in der näheren Umgebung getauscht. Statt das Viertel zu verschönern, errichtete man eine Festung.
Aber selbst in ruhigen Zeiten hat das Leben in einem Vorort seine Höhen und Tiefen: Neugierige Nachbarn, die strenge Hauseigentümervereinigung (HOA) und eine Hausverwaltung, die daran glaubt, dass die Worte ›strenge Auslegung‹ heilige Worte sind, wenn man sie auf die HOA-Verträge anwendet.
Jetzt, während der Zombie-Apokalypse, werden selbst solche harmlosen alltäglichen Reibereien schnell zu dramatischen Kämpfen um die persönliche Identität, die Sicherheit der Familie und das nackte Überleben.
Willkommen in der Welt von Z-Burbia!

Weitere Informationen

Ersterscheinung

2015

Formate

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

312

ISBN

978-3-95835-020-5

eISBN

978-3-95835-021-2

Leseprobe


»Er kommt zu sich, Pa«, sagt eine Frau. »Soll ich ihn wieder bewusstlos schlagen?«
»Nee«, antwortet ein Mann. »Er ist fest angeseilt. Wir sollten mit ihm reden und herausfinden, was er weiß.«
»Hey«, ruft die junge Frau. Dann schlägt sie mich. »Hey, bist du wach? Pa möchte mit dir reden.«
»Ich bin … wach«, krächze ich. »Könnte … ich … etwas … Wasser … bekommen?«
»Kann er etwas Wasser haben, Pa?«
»Nein, verschwende es nicht an ihn.«
»Nein, du kannst kein Wasser haben«, sagt die junge Frau.
Ich öffne meine Augen und sehe sie vor mir sitzen. Verdammt, sie ist so wunderschön. Weißt du, wenn man einmal hinter die Schmutzschichten und das postapokalyptische Chaos sieht. Und den Geruch. Sie riecht nicht besonders angenehm. Ich kann Scheiße und Pisse riechen und etwas Strengeres, das ich lieber nicht bestimmen möchte. Ihr Mund ist ein Blasebalg von Igitt und allein ihre kurzen Atemzüge reichen aus, um mich wieder in die Bewusstlosigkeit zu schicken.
Ich versuche mich zu bewegen und merke, dass ich kniend an einen Metallpfosten angebunden bin. Meine Arme sind hinter meinen Rücken und um den Pfosten gebunden. Meine Schulter tut weh, ist aber nicht mehr ausgerenkt. Das ist ein Pluspunkt. Ich schaue mich um und kann sehen, dass wir in einem großen Keller sind. Es gibt keine Fenster, oder wenn es welche gibt, dann sind sie verdunkelt. Nur ein kleines Feuer in der Ecke erleuchtet den Raum. Ich kann eine Campingvorrichtung über dem Feuer sehen. Der Mann steht da und dreht langsam einen Spieß.
Die andere Sache, die ich bemerke, ist der dicke und süßliche Geruch von Kupfer. Wie Pennies im Regen. Was keinen Sinn macht. Wann habe ich jemals Pennies im Regen gerochen? Ich meine, was soll das bitte …
»Hey!«, sagt die junge Frau und schlägt mich wieder. »Hör auf, abzudriften. Bleib wach, wenn Pa spricht.«
  »Woher kommst du?«, fragt der Mann, während er der Frau ein Zeichen gibt, zu ihm zu kommen. Sie übernimmt das Drehen des Spießes und er kommt zu mir herüber. Mit dem einen Auge schaut er mich von oben bis unten an. »Du siehst ziemlich gesund aus. Hattest du dich verkrochen? Hattest du gutes Essen? Woher kommt dein Wasser? Sind noch andere bei dir? Wie viele? Kinder? Ladys?«
  Oh, ich mag es nicht, wie er Ladys sagt.
  Die Fragen schwirren alle zusammen in meinem Kopf herum und ich stammele verworrene Antworten.
»Ich habe ein Penthouse«, sage ich. »Direkt im Stadtzentrum. In dieser neuen Gegend von Biltmore. Tolle Aussicht. Von meinem Schlafzimmer aus kann ich die Apokalypse meilenweit sehen.«
Eine Sekunde lang starrt mich der Mann an, dann grinst er dieses halbgesichtige Grinsen. Ich frage mich, wie er auf der einen Seite das halbe Gesicht verloren hat, aber dann das Auge auf der anderen Seite getrübt ist. Die bizarren Spielchen der Apokalypse …
»Du verarschst mich«, sagt er und kichert. Etwas Spucke fliegt aus seiner offenen Wange, als er lacht. »Du bist ein lustiger Kerl, oder?«
Uh-oh. Es ist nie gut, wenn Typen mit halbem Gesicht dich ›lustiger Kerl‹ nennen. Ich habe das von Rüpeln aus der Mittelstufe gelernt. Sobald sie dich ›lustiger Kerl‹ rufen, endet es in der Regel mit Gewalt und der unvermeidlichen Frage: »Findest du das lustig, lustiger Kerl?« Ich tat es nie.
Er hockt sich vor mich und hält ein sehr scharfes Ausbeinmesser in seiner Hand. Langsam nähert er sich mit der Klinge, bis sich die Spitze direkt an meinem linken Auge befindet.
»Mal sehen, wie lustig du mit einem Auge bist«, sagt er und lacht. Mehr Spucke aus der Wange. »Kapiert? Siehst du, wie lustig das ist?«
»Der ist gut«, lächle ich. »Wir sind zwei lustige Kerle. Nur ein paar Spaßvögel, die abhängen und sich ein paar Witze erzählen.«
»Kennst du welche?«
»Was?«, frage ich. Weil ich mir vor Angst fast in die Hose scheiße, verstehe ich wohl die Frage nicht. »Kenne was?«
»Witze, Idiot«, sagt die Frau vom Feuer aus. »Pa mag Witze. Wir mögen es, neue Witze zu hören, wenn wir neue Leute treffen.«
»Das tun wir, Elsbeth«, sagt Pa, während er aufsteht und das Ausbeinmesser in eine Scheide an seinem Gürtel steckt. »Wie war noch mal der, den wir letzte Woche gehört haben? Weißt du noch? Diese beiden Kinder haben ihn immer wieder erzählt, während ich ihre Mutter zerteilt habe.«
Guter Gott!
»Oh, oh, ich erinnere mich«, sagt Elsbeth. »Es war … es war … Oh, warte … Ich habe es vergessen.«
Sie fängt an, sich gegen die Seite des Kopfes zu schlagen, bevor Pa sie stoppen kann. Er packt ihr Handgelenk und reißt es fest genug weg, dass sie aufschreit.
»Du bist zu schön, um dich zu schlagen, Elsbeth«, sagt Pa, als er eine Haarsträhne aus ihrer Stirn streicht. »Tu diesem schönen Gesicht nicht weh.«
»Ich bin sehr hübsch«, sagt Elsbeth.
»Wo war ich?«, fragt sich Pa, während er sich wieder zu mir umdreht. »Oh, richtig. Witze. Hast du den schon gehört?« Er räuspert sich. »Klopf, klopf.«
Ich warte und stelle dann fest, dass er möchte, dass ich antworte. Ich habe gedacht, er hat mit der hübschen und stinkenden Elsbeth gesprochen.
»Wer ist da?«, frage ich.
»Ein unterbrechender Zombie.«
»Äh, unterbrechender Zombie …«
»Rarrr!«, schreit Elsbeth und unterbricht mich.
»Der war gut«, lächle ich.
Pa wirbelt herum und schlägt Elsbeth gegen die Brust, raubt ihr den Atem. Sie fällt auf die Knie, steht aber schnell wieder auf und dreht den Spieß weiter.
»Tut mir leid, Pa«, keucht sie. »Es war dein Witz. Ich habe ihn ruiniert. Den Witz ruiniert.«
Sie fängt an, sich wieder zu schlagen.
Pa stoppt sie und zieht sie an sich, streichelt ihr Haar. Sie hört nicht damit auf, den Spieß zu drehen. Pa streichelt ihr immer schneller und schneller über das Haar, bis ich merke, dass er sich irgendwie an ihr reibt. Ah, fuck, im Ernst?