THE DEATH 3: VERNICHTUNG

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John W. Vance

ENDZEIT-THRILLER

Band 3
Serie: The Death

Der Nummer-Eins-Bestseller aus Amerika!

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Beschreibung


Die Welt befindet sich am Rande eines sechsten großen Massensterbens.
Diejenigen, die überlebt haben, betrachten sich nicht als die Glücklichen – eher als die Verfluchten.

Devin sucht verzweifelt nach Tess. Er hat sich verändert, ist unbarmherzig und wütend geworden. Wer auch immer sich ihm in den Weg stellt, wird gnadenlos vernichtet.

Travis trauert um Lori, doch Cassidy schenkt ihm Hoffnung. Die beiden begeben sich auf einen beschwerlichen Weg durch die Einöde, die einst Amerika hieß, um nach Tess und Devin zu suchen.

Kanzler Horton nahm auf seiner Flucht einem neuen Virus mit sich – tödlicher noch als The Death. Er ist weiterhin fest entschlossen, seinen Plan der Weltherrschaft umzusetzen.

Während die Erde auf ihre endgültige Vernichtung zusteuert, versuchen Devin, Travis und Cassidy ihre Liebsten zu finden.
Können sie ihre abenteuerliche Reise vollenden und endlich ein neues Leben beginnen?


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Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2016

Format

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

208

ISBN

978-3-95835-144-8

eISBN

978-3-95835-145-5

Leseprobe


Prolog – Tag 9

 

10. Oktober 2020 – Internationaler Flughafen von Denver

Dr. Mueller betrat den Raum und erschrak angesichts des lauten Beifalls, mit dem er empfangen wurde. Nie zuvor in seinem Leben hatte er sich so stolz gefühlt. Endlich zahlten sich all die Lern- und Forschungsjahre aus. Ausnahmsweise war er jetzt einmal derjenige, der im Rampenlicht stand und den Applaus einheimste. Er hätte zu keiner Zeit geglaubt, dass er seine Kenntnisse über ansteckende Krankheiten einmal mit seinen politischen Ansichten verbinden können würde. Sieben lange Jahre hatte es seit dem Tag gedauert, als er Horton, den Leiter der Seuchenschutzbehörde, in dessen Büros in Atlanta kennengelernt hatte, doch für ihn war es das alles wert gewesen.
Der Erreger, den er hergestellt hatte und der jetzt allgemein verständlich »der Tod« genannt wurde, hatte genau das getan, wozu er geschaffen worden war, nämlich den Großteil der Weltbevölkerung umgebracht und den Planeten vom Einfluss des Menschen befreit.
Für Mueller beschränkte sich diese Anerkennung nicht nur auf das Berufliche, denn wer brauchte jetzt, wo die Welt im Sterben lag, noch professionelles Renommee? Es war weitaus persönlicher – ein Beleg dafür, dass er wirklich einzigartige Talente besaß, und diese Genugtuung erfuhr er nun endlich nach jahrelangen Minderwertigkeitskomplexen. Würde dies aber ausreichen? Konnte es das emotionale Loch füllen, das sich während seiner Zeit als Ausgestoßener mehr und mehr vergrößert hatte?
»Dr. Mueller, herzlichen Glückwunsch!«, sagte ein beleibter Mann, der am Kopfende des langen Eichentisches saß.
An den Wänden des abgedunkelten Sitzungssaals reihte sich ein 50-Zoll-LED-Monitor neben den anderen. Alle waren stumm geschaltet, doch die Bilder und Szenen des Chaos, die sie zeigten, schrien förmlich vor Deutlichkeit. An der Wand über dem Kopfende des Tisches hingen die Gesetze des Bündnisses – der Code, nach dem sie alle lebten, und der Wegweiser für ihren Plan.

1. Halte die Menschheit unter 500 Millionen, in fortwährendem Gleichgewicht mit der Natur

2. Lenke die Fortpflanzung weise – um Tauglichkeit und Vielfalt zu verbessern

3. Vereine die Menschheit mit einer neuen, lebendigen Sprache

4. Beherrsche Leidenschaft – Glauben – Tradition und alles Sonstige mit gemäßigter (geringer) Vernunft

5. Schütze die Menschen und Nationen durch gerechte Gesetze und gerechte Gerichte

6. Lass alle Nationen ihre eigenen Angelegenheiten selbst/intern regeln und internationale Streitfälle vor einem Weltgericht beilegen

7. Vermeide belanglose Gesetze und unnütze Beamte

8. Schaffe ein Gleichgewicht zwischen den persönlichen Rechten und den gesellschaftlichen/sozialen Pflichten

9. Würdige Wahrheit – Schönheit – Liebe – im Streben nach Harmonie mit dem Unendlichen

10. Sei kein Krebsgeschwür für diese Erde – lass der Natur Raum

Mueller sagte mit Verweis auf die Einstellungen der Bildschirme: »Vielen Dank, und damit meine ich Sie alle, denn ohne Sie wäre das nicht möglich gewesen. Sie haben mich gleichberechtigt an Ihrem Tisch sitzen lassen, mir vertraut und erlaubt, meine Fähigkeiten einzusetzen, damit wir gemeinsam eine bessere Welt erleben können.«
»Alles verläuft nach Plan«, erwiderte der Mann.
Horton nahm neben ihm Platz, wirkte aber keineswegs hellauf begeistert. Er fixierte Mueller mit seinen Augen, und wenn Blicke töten könnten, wäre der Doktor augenblicklich gestorben.
Dies beunruhigte ihn, denn er empfand Hortons Miene als anstößig und hätte gerne gewusst, was der Kerl gerade dachte.
Nachdem er mehrere Minuten lang über den grünen Klee gelobt worden war, wurde die Besprechung einberufen. Die Bündniskanzler verließen den Raum und kehrten in ihre jeweils zugewiesenen Verantwortungsbereiche zurück. Phase eins war noch immer im Gange, und sie mussten zur Stelle sein, um nun Phase zwei zu lancieren.
Mueller blieb vor dem Saal stehen, steckte die Hände in seine Hosentaschen und ließ den Kopf hängen. Unheimlich schnell schwenkte die Freude darüber, so viel erreicht zu haben, in Schwermut um. Was sollte er jetzt tun? Er hatte ungeheuer viel von seinem Leben für diese Mission geopfert, und jetzt war sein Beitrag erledigt. Im Vorbeigehen klopfte ihm jeder Kanzler auf den Rücken oder gab ihm die Hand. Er nahm es mit einem Lächeln zur Kenntnis, wurde das Gefühl, es sei vorbei, aber einfach nicht los.
Ein anderer dicker Mann kam zu ihm – Kanzler Franz Abert, dessen pummeliges Gesicht gerade ein breites, strahlendes Grinsen zierte. Er kümmerte sich um Europa und bekleidete sein Amt in Genf. »Dr. Mueller, ich freue mich … ich freue mich wirklich sehr«, beteuerte er mit breitem schweizerischen Akzent.
»Ich bin froh«, gab der Doktor zurück. »Ehrlich gesagt war es mitunter doch sehr nervenaufreibend.«
»Ich kann mir vorstellen, dass Sie bestimmt das Gefühl haben, nicht zu wissen, was Sie jetzt tun sollen.«
Mueller blickte ihn erstaunt an und machte große Augen.
»Das ist ja, als könnten Sie meine Gedanken lesen. Als ich hier so stand, dachte ich nämlich gerade genau darüber nach.«
»Lassen Sie sich davon nicht beirren, alle großen Männer hadern mit diesem Gefühl. Sich nicht zu fragen, was als Nächstes kommt, ist schwierig, denn man wähnt sich fast allein. Wer so hart arbeitet und etwas derart Gewaltiges geleistet hat, verspürt die natürliche menschliche Neigung, sich diese Frage zu stellen.« Aberts Tonfall war sanfter geworden. »Kommen Sie mit mir, begleiten Sie mich nach Genf, um sich ein wenig zu entspannen. Das haben Sie sich wirklich redlich verdient.«
Mueller senkte den Blick und wägte den Vorschlag im Geiste ab. Im Grunde hatte er kein Zuhause mehr und die Welt brach zusehends auseinander. Warum sollte er also nicht nach Genf reisen?
»Kanzler Abert, ich glaube …«
»Wenn ich bitten darf«, unterbrach ihn Horton, während er vortrat und einen Arm um Muellers Schultern legte. »Verzeihen Sie bitte die Störung, doch ich hörte gerade, worüber sie sprachen.«
»Kanzler Horton, das ist ja mal wieder typisch für Sie«, warf Abert hörbar verärgert ein.
»Dr. Mueller, Sie müssen leider bei mir bleiben, also hier vor Ort, denn vor uns liegt nach wie vor ein ganzer Berg an Arbeit.«
»Arbeit?«, fragte der Doktor verwirrt.
»Ein Vergnügen für Sie, könnte ich mir vorstellen«, meinte Horton lachend.
»Der Mann ist fertig. Welche Art von Arbeit könnte denn jetzt noch auf ihn warten?«, bohrte Abert neugierig nach.
»Vielleicht habe ich ein wenig übertrieben, aber es steht ein besonderes Projekt an, dem er sich widmen muss.«
Abert drehte sich um und schaute Horton neugierig an. »Lassen Sie sich doch nicht alles aus der Nase ziehen, erzählen Sie schon.«
»Ich wollte das eigentlich gar nicht zur Sprache bringen, aber es wird ja irgendwann sowieso herauskommen. Eigentlich habe ich gehofft, er könne sich darum kümmern, bevor es sich nicht mehr umkehren lässt.«
Nun neigte Abert seinen Kopf zur Seite. »Was ist los?«, wollte er alarmiert wissen.
Mueller verzog sein Gesicht und antwortete: »Ich weiß wirklich nicht, was Kanzler Horton meint.«
Dieser schaute sich sorgfältig um, weil er sichergehen wollte, dass sich gerade niemand in Hörweite aufhielt. Sobald er sich vergewissert hatte, dass sie allein waren, beugte er sich zu den anderen beiden und fragte: »Tiere …Sie haben doch keine Tierversuche durchgeführt, oder?«
Beinahe gaben Muellers Knie nach, so als habe jemand ein schweres Gewicht in seine Arme fallen lassen. Das Blut strömte aus seinem Gesicht und er wurde aschfahl. Weiter nachhaken musste er gar nicht. Horton lag nämlich richtig mit seiner Annahme, die ganze Zeit über hatte er Tests an Tieren unterlassen. Selbstverständlich war das Virus Laboraffen zugeführt worden, aber eine groß angelegte Versuchsreihe, um herauszufinden, wie es sich auf andere Tiere auswirkte, hatte es bislang nicht gegeben.
»Tiere? Was ist los?«, wiederholte Abert.
»Kanzler, ich habe das Ganze gerade erst selbst erfahren, aber so wie es aussieht, sterben wohl auch viele Tierarten an dem Virus.«
»Das ist unmöglich«, behauptete Mueller.
»Mein lieber Doktor, das mag es von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet vielleicht sein, aber es geschieht trotzdem. Ich bin kein Fachmann auf dem Gebiet, aber irgendetwas tötet momentan die meisten Tiere gemeinsam mit den Menschen.«
»Das … ist … ausgeschlossen … das ist unmöglich«, beharrte Mueller. Er schaute keinen der beiden Männer an, sondern starrte nur ins Leere.
»Franz, ich wollte noch keine Pferde scheu machen, aber der Doktor sollte sich sofort an die Arbeit machen, um etwas dagegen zu unternehmen – einen Impfstoff entwickeln, am besten etwas zum Sprühen. Damit könnten wir dann eine große, weltweite Operation mit Sprinklern beginnen.«
Abert sah nun Mueller an, der immer noch »unmöglich« vor sich hinmurmelte.
»Doktor können Sie sofort damit anfangen?«, fragte Horton.
Der Angesprochene hatte sich anscheinend komplett in seinen zweifelnden Gedankengängen verloren.
»Doktor?«, drängte der Kanzler.
»Das ist unmöglich«, murmelte Mueller. Vor wenigen Augenblicken waren ihm noch Lob und Ehre zuteilgeworden. Diese Kleinigkeit könnte ihm zum Verhängnis werden, ja sogar sein Leben bedrohen.
Horton packte eine seiner Schultern und schüttelte ihn sanft. »Doktor!«
»Ja, ja.«
»Ich brauche Sie«, fuhr der Kanzler fort. Als er seinen Kollegen ansah, berichtigte er sich: »Wir brauchen Sie, denn Sie müssen sich dieses Problems annehmen.«
»Ja, ja, natürlich. Ich mache mich gleich an die Arbeit«, versicherte ihm Mueller. Er drehte sich um und eilte davon, bevor die Schwäche, die er spürte, allzu offensichtlich wurde.
»Was bedeutet das für unseren übergeordneten Plan?«, fragte Abert.
Horton ließ Mueller, während dieser den langen Flur hinuntereilte, nicht aus den Augen.
»Kanzler Horton sollen wir die anderen zurückrufen, um es mit allen zu diskutierten?«
»Verzeihen Sie, ich war kurz geistesabwesend. Ich finde, wir sollten es den anderen mitteilen, aber das tun wir erst, wenn sie in ihre jeweiligen Bereiche zurückgekehrt sind. Denn momentan gibt es nichts, was wir tun können, um etwas daran zu ändern, und wenn wir uns wirklich umorientieren müssen, werden sie genau an den richtigen Hebeln sitzen, um das Notwendige unternehmen zu können.«
»Na gut.«
»Kanzler Abert es hat mich sehr gefreut, Sie zu sehen, aber entschuldigen Sie mich jetzt bitte, ich habe Arbeit zu erledigen.« Horton bot ihm seine Hand an.
»Ich verstehe, aber bevor Sie weglaufen, lassen Sie sich gesagt sein, dass mich schwer beeindruckt hat, wie Sie mit dem Präsidenten und seinem Vize verfahren sind. Das war spitze. Die anderen Staatsoberhäupter waren nicht so schwer zu erledigen, doch Sie, mein Freund, haben alles aufs Spiel gesetzt, vielen Dank.«
»Ich danke Ihnen für die netten Worte, aber es musste getan werden, und im Grunde genommen fand ich sogar Gefallen daran, diesen Widerling und seine Erfüllungsgehilfen zu beseitigen.«
Abert klopfte ihm auf die Schulter. »Kommen Sie mit mir nach draußen«, bat er.
Während die beiden über die Korridore des Flughafens von Denver gingen, besprachen sie die Einzelheiten ihres Vorhabens und lachten darüber, wie gut Phase eins gelaufen war.
»Haben Sie schon eine Partnerin gefunden?«, fragte Abert mit Bezug auf den DNS-Abgleich, den Horton nebenbei betreute.
»Es ist noch ein bisschen früh.«
»Ich vermisse Tabitha«, seufzte Abert. »Sie war eine gute Frau.«
»Ja, das war sie, doch jetzt ist es an der Zeit, dass wir eine neue Welt aufbauen, und ich brauche eine neue Gefährtin … eine kompatible Frau ohne die fehlerhaften Gene, die sie hatte.«
»Bald also, nicht wahr?«
»Wenn der Katastrophenschutz seine Lager errichtet und mit den Bluttests begonnen hat, werde ich bestimmt fündig, aber bis dahin wird mein Fokus einfach nur auf unserer anstehenden Aufgabe liegen.«
»Richtig so, und halten Sie uns bezüglich der Sache mit den Tieren auf dem Laufenden.« Mit diesen Worten trat Abert durch die breite Metalltür hinaus auf das Rollband, wo es äußerst laut und hektisch zuging.
Als sie zufiel, sagte Horton: »Das werde ich, verlassen Sie sich drauf. Das werde ich.« Dann nahm er sein Handy und rief eine Nummer auf. Nachdem es mehrmals geläutet hatte, meldete sich Mueller.
»Doktor sind Sie im Labor?«
»Ja, Sir.«
Plötzlich ging die große Metalltür wieder auf, was Horton überraschte, da er sich noch keinen Zentimeter bewegt hatte.
Abert stand plötzlich wieder im Türrahmen und schrie gegen den Lärm an: »Ich habe ganz vergessen, Sie zu bitten, einen weiteren Wissenschaftler zur Hilfe für Dr. Mueller heranzuziehen.«
»Er hat doch schon ein Team«, entgegnete Horton, während er die Hand sinken ließ, in der er das Telefon hielt.
»Das weiß ich, aber wir brauchen einen neuen Leiter, denn sobald der Doktor seine Scharte ausgewetzt hat, werden Sie ihn töten!«
Als Abert die letzten Worte ausgesprochen hatte, heulten die Triebwerke eines Düsenjets auf, sodass Horton überhaupt nichts mehr verstand.
»Was haben Sie gesagt?«, hakte er nach.
Abert neigte sich zu ihm und wiederholte: »Ich sagte: Töten Sie den Doktor, sobald er seinen Fehler wiedergutgemacht hat. Nullnummern wie ihn können wir hier nicht gebrauchen!«
Sein Gegenüber nickte.
Abert drehte sich um und stolzierte davon.
Horton hielt sich das Telefon wieder ans Ohr und fragte: »Dr. Mueller, sind Sie noch dran?«
»Ja.«
»Haben Sie das gehört?«
»Ja.«
»Keine Sorge, Doktor, seinem Befehl zu folgen, liegt mir äußerst fern. Ich weiß um Ihren Wert für uns. Suchen Sie mich so bald wie möglich in meinem Büro auf, ich bin schon unterwegs. Wir sollten unsere weiteren Pläne auf jeden Fall ausarbeiten. Es gibt tatsächlich ein besonderes Projekt, an dem Sie für mich arbeiten sollen, und es hat nichts mit den Tieren zu tun.«

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