RUN

13,95 

Douglas E. Winter

THRILLER

Stellen Sie sich vor, Sie lesen Elmore Leonard zum ersten Mal, geben  dann noch etwas Quentin Tarantino und John Woo dazu, und Sie bekommen vielleicht einen ersten Eindruck von Douglas E. Winters RUN. [The Guardian]

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Beschreibung


Ein illegaler Waffendeal.
Ein Attentat.
Und ein Bauernopfer, das zwischen alle Fronten gerät.

Burdon Lane lebt den Amerikanischen Traum. Sein Job ist es, regelmäßig Waffen dorthin zu liefern, wo sie gebraucht werden – in jene amerikanischen Problemviertel, in denen sich die Bewohner mit besonderer Regelmäßigkeit gegenseitig erschießen und wo die Behörden gern eine Auge zudrücken. Ziel seiner jüngsten Lieferung ist es, zwei verfeindete Straßengangs in Harlem zu bewaffnen. Das System ist erprobt und todsicher. Was Burdon jedoch nicht weiß: Die Regierung hat bei diesem Deal ihre Hände im Spiel. Und was die Behörden nicht wissen: Der Deal ist nur ein Vorwand für einen weitaus perfideren Plan.

Als der Deal platzt, bricht die Hölle los. Plötzlich erschießen die Waffenhändler ihre eigenen Leute, die Cops scheinen keine echten Cops zu sein, und als sich der Pulverdampf verzieht, ist Burdon Lane plötzlich auf der Flucht – vor seinen Auftraggebern, den Feds, und so ziemlich jedem Cop entlang der Ostküste. Mit zwei Millionen Dollar, einem ungewöhnlichen Verbündeten, und jeder Menge Waffen.

Douglas E. Winters wahnwitziger Höllenritt RUN ist eine Verbeugung vor den Cop-Thrillern der 80er- und 90er Jahre und dem Actionkino eines John Woo.


»RUN liest sich wie James Joyce auf Acid … geschrieben in einem verwirrend selbstsicheren Stil.« [Crime Time]

»Ein einzigartiger Roman, der das Hard-Boiled-Genre meilenweit hinter sich lässt … Winters gekonnter Erzählstil schafft ein unnachgiebiges Tempo, ergänzt von einem zielsicheren Gespür für Waffenfetischismus und Popkultur. Als das Debüt des Jahres hat dieses Buch alle Zutaten, ein künftiger Klassiker zu werden.« [The Guardian]

»Eine Erzählung aus der Ich-Perspektive, mit einem halsbrecherischem Tempo, die einen von der ersten Seite in ihren Bann zieht. Ein originelles, kraftvolles, erstaunliches Debüt.« [Daily Telegraph]

»RUN ist zweifellos einer der besten Romane über Gewalt, die ich je gelesen habe … Bei Winter sitzt jedes Wort, und selbst wenn er nie wieder etwas zu Papier bringen sollte, hat er sich damit selbst eine Nische zwischen den besten Kriminalautoren dieser oder jeder anderen Generation geschaffen.« [Mark Timlin, Independent on Sunday]

»Brillant ausgearbeitet … allein das schiere Tempo von Douglas E. Winters Roman RUN ist atemberaubend. Eine aussergewöhnliche Leistung.« [Clive Barker]

»Mit RUN drückt Douglas E Winter den Lesern eine reine Batterie in die Hände und legt die Messlatte für alle Thrillerautoren noch um einiges höher. RUN hat das harte, schlitzohrige Schimmern eines Richard-Stark-Romanes und die von Kugeln durchsiebte Kraft der frühen Werke John Woos. Stellen Sie sich schon mal darauf ein, die halbe Nacht wach zu liegen.« [George P. Pelecanos, Thrillerautor und Drehbuchautor/Produzent von THE WIRE und THE PACIFIC]

»Sofort, und damit meine ich vom ersten Satz an, springt einen die Sprache des Romans entgegen und brennt sich in das Bewusstsein des Lesers. Ich habe das Buch um 22 Uhr geöffnet und konnte erst um drei Uhr morgens wieder aufhören, nachdem ich die letzte Zeile gelesen hatte. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir das vorher schon einmal passiert ist. RUN ist jeder Hinsicht originell und eine meisterhafte Neuinterpretation eines Krimi-Thrillers.« [Peter Straub]

»RUN ist ein treibender Roman, der einen die ganze Nacht lang wach halten wird … wie bei einer dieser russischen Matroschka-Puppen öffnen sich immer mehr ineinander verschachtelte Handlungsstränge.« [The Times]

»Mit RUN hat Douglas E. Winter den Revolverhelden des Wilden Westens in das von Verbrechen geschüttelte Amerika der Neunzigerjahre verfrachtet, und damit das Genre des zeitgenössischen Thrillers neu definiert.« [The Bookseller]

»Einfach ausgedrückt ist RUN ein außergewöhnliches Debüt. Ein hochgradig emotionaler und dabei unendlich faszinierender Blick auf eine gebrochene, durch Rassenprobleme gespaltene, immer schneller in sich zusammenfallende Gesellschaft. Selbstbewusst, intelligent und mit hoher erzählerischer Kompetenz unterwandert Douglas E. Winter die Konventionen traditioneller Thriller und lässt uns so einen Blick auf den Zustand der amerikanischen Seele werfen. Sie sollten diesen Roman auf keinen Fall verpassen, denn Sie werden für sehr lange Zeit … nichts Vergleichbares lesen.« [www.barnes&nobles.com]

»Eine halsbrecherische Jagd aus Waffenhandel, falschem Spiel und Antihelden, die in einem blutigeren Höhepunkt endet als Tarantinos Reservoir Dogs. Das Klischee eines Buches, dass man nicht mehr aus der Hand legen kann wurde extra für diesen Roman erfunden.« [GO]


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Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2018

Format

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

ca. 350

ISBN

978-3-95835-284-1

eISBN

978-3-95835-285-8

Leseprobe


Es war einmal in Virginia

Wir knöpfen uns also diesen Dickie-Mullen-Typen vor, und dieser Kerl ist der typische Eigentümer eines Waffenladens in der Vorstadt, quatscht ununterbrochen über die Verteidigung von Haus und Hof und die Jagdsaison, hat überall Ausgaben der Guns & Ammo und der Soldier of Fortune herumliegen, verkauft beschissene .38er an besorgte Ehemänner und Hausfrauen, und hält die ganze Zeit über Reden, als wäre er Rot, Weiß und Blau herausgeputzt, in der gottverdammten Flagge. Die nehmen uns unsere verfassungsmäßigen Rechte, kommt ihm mindestens ebenso oft über die Lippen wie die großartigen patriotischen Worte: Wir nehmen auch VISA und MasterCard. Dieser Typ könnte sein Haus nicht gegen Kakerlaken verteidigen und einen Zehnender nicht von einer Kuh unterscheiden, aber in diesem Moment lehnt er hinter der Ladentheke und hält seine Ansprache, ein übergewichtiger Gnom mit Zahnkronen und einem falschen Lächeln, und ich wäre am liebsten gar nicht hier, aber die Zahlen stimmten zum dritten Mal in genau so vielen Monaten nicht, und das regt Jules auf, und weil der Laden in meinem Revier liegt, regt es deshalb auch mich auf. Aber was mich noch mehr aufregt, ist, dass dieser Dickie-Mullen-Typ einen Haufen Scheiße labert, über dies und das, er quatscht über alles Mögliche, nur nicht über die Zahlen und warum die Zahlen nicht stimmen, und ich wünschte, er würde mit der Sprache rausrücken und es zugeben. Einfach mit dem Rumgedruckse aufhören und sagen: »Hey, in Ordnung, okay, ich hab hier und da was abgezweigt, aber ich brauche das Geld, schulde jemanden Geld, musste das Geld besorgen. Ich habe eine Frau, ich habe Kinder, ich habe eine Hypothek, und ein bisschen was von der großen Kohle spielt doch keine Rolle, kann doch keine Rolle spielen, sollte einfach keine Rolle spielen.«
Und dann sollte er sagen, und das ziemlich laut: »Und außerdem seid ihr doch vernünftige Leute.«
Ich sehe zu Trey Costa, der im hinteren Teil des Ladens an einem hölzernen Trophäenschrank lehnt, direkt unter den Hirschgeweihen und einem Regal mit Zentralfeuerpatronen. Trey zieht die abgesägte Schrotflinte unter seinem Regenmantel hervor, legt sich den Lauf über seine Schultern, und beginnt, mit der Mündung an dem Glas des Trophäenschranks entlang zu schaben.
Schab, Kratz, Bumm.
Ich sehe zu Renny Two Hand, der gerade diesem Dickie-Mullen-Typen, seines Zeichens Eigentümer und Betreiber von Safari Guns in der Triland Mall dieses freundlichen kleinen Vororts von Dirty City, erklärt, dass keine Zeit für neue Ausflüchte sei. Und dann drückt Two Hand den wirklich aussagekräftigen Teil der miesen Colt Python .357, einer echt hundsgemeinen Handfeuerwaffe, wenn ich das sagen darf, gegen einen Punkt etwa fünf Zentimeter unter dem Bauchnabel dieses Typen.
Und wo ich mir gerade die Zeit nehme, mich umzusehen, schaue ich mich selbst in dem Spiegel hinter dem Kopf des Dickie-Mullen-Typen an; ernst und mit leeren Händen. Ich ziehe keine Waffe, wenn ich nicht vorhabe zu schießen, aber wenn Blicke töten könnten, wäre das Safari Guns mit seiner wundersamen Auswahl an überteuerten fremdländischen Produkten, taiwanesischen Billigkopien und gut geölten Kalendermädchen mit Tarnfarbe und String-Bikinis genau jetzt rot neu angestrichen.
Der Blick, den ich diesem Dickie-Mullen-Typen zuwerfe, dieses eiskalte Etwas, das mich aus dem Spiegel heraus anstarrt, bedarf jahrelanger Übung. Wenn man es hinkriegt, dass man ernst wirkt, ist das die halbe Miete. Wenn ich also hin und wieder diesen Gesichtsausdruck versuche, möchte ich am liebsten loslachen. Aber heute ist er von allein da, und ich lache nicht. Das ist eine ernste Angelegenheit. Denn eines ist mal sicher: Wir sind vernünftige Leute.
Weshalb ich diesem rückratlosen Drecksack in die Fresse schlage.
Sein Kopf schnellt zurück, und zwischen diesen viel zu echt aussehenden Zähnen rinnt roter Speichel hervor. Wie aufs Stichwort zieht Renny die Pistole aus dem Bauchbereich zurück und zielt damit auf den Kopf dieses Dickie-Mullen-Typen.
Nun, da wir seine Aufmerksamkeit haben, ist es Zeit, zu reden.
»He Kumpel«, sage ich zu ihm. »Ich sag das nur einmal. Also hör mir zu. Und hör besser gut zu.«
Und das sage ich zu diesem Dickie-Mullen-Typen.
Ich sage zu ihm: »Du hast das Recht zu schweigen.«
Ich sage ihm: »Alles was du sagst, kann und wird vor Gericht gegen dich verwendet werden.«
Ich sage ihm: »Du hast das Recht, mit einem Anwalt zu sprechen, bevor wir dir irgendwelche Fragen stellen.«
Ich sage ihm: »Du haben das Recht, zu jeder Vernehmung einen Verteidiger hinzuzuziehen.«
Ich sage ihm: »Wenn du dir keinen Verteidiger leisten kannst, wird man dir auf Wunsch vor der Vernehmung einen stellen.«
»Diese Rechte hast du«, sage ich zu ihm. »Und wenn irgendein Cop das sagt, vielleicht sogar noch ein paar mehr. Aber was du nicht hast, Kumpel, ist das Recht, mich zu verarschen.«
Und dann schlage ich ihn noch einmal. Und dann nicke ich, und dann spannt Renny den Hahn, und dann glaube ich, dass sich Dickies kleiner Dickie in die Hose gepisst hat.
»Einen schönen Laden hast du hier«, sage ich zu ihm. »Und so sollte es auch bleiben. Aber du machst unter der Hand Geschäfte.«
Ich schaue auf die Auslage mit den Pistolen hinunter und kann nicht glauben, was für einen Mist dieser Dickie-Mullen-Typ hier verramscht. Genau so, wie ich kaum glauben kann, dass Jules Berenger und ich ihm diesen Mist verkaufen.
»Du willst keine Schwierigkeiten bekommen, Kumpel. Den Scheiß brauchst du nicht. Wenn die Cops oder das ATF anfangen, hier herumzuschnüffeln, dann wird mein Freund mit der Kanone hier herumschnüffeln, und früher oder später werde ich kommen und dir einen Besuch abstatten müssen. Nicht, dass ich etwas gegen eine nette Unterhaltung hier und da hätte, aber vom Reden habe ich genug. Also halte den Laden in Ordnung, Kumpel. Du verkaufst deine Ware über den Ladentisch, schickst diese kleinen Formulare fein säuberlich ans Finanzamt. Weißt du, wieso?«
Er zögert, schüttelt den Kopf. »Nein.«
Der Kerl ist echt nicht ganz dicht.
»Weil das so im Gesetz steht, du dummes Stück Scheiße. Es ist deine verdammte Pflicht.«
Ich halte ihm ein Taschentuch hin.
»Und jetzt mach dir dein Gesicht sauber.«
Er starrt das Taschentuch an, als wäre es so eine Art außerirdische Lebensform. Dann kapiert er und fängt an, sich abzuwischen. Zuerst die aufgeplatzte Lippe, dann die Stirn, dann macht er sich an seine Hose. Schätze, er kann das Tuch behalten.
»Du hast eine Frau, oder?«
»Klar«, sagt er, aber als ich ihm einen Blick zuwerfe, starrt er mich an und korrigiert sich: »Ja.«
»Hast du Kinder?«
»Ja.«
»Und eine Hypothek?«
Er sieht mich komisch an, aber nicht lange. Dann: »Ja.«
Ich deute zur Ladentür. »Also«, sage ich ihm. »Du machst heute nicht auf. Lässt das GESCHLOSSEN-Schild dort hängen, nimmst dir den Rest des Tages frei und gehst nach Hause. Dort sagst du allen – deiner Frau, deinen Kindern, deiner Hypothek – dass du sie liebst. Und morgen dann – tja, morgen kommst du hierher und drehst das Schild auf GEÖFFNET, und he, dann ist es wie in diesem Sprichwort: Morgen ist der erste Tag vom Rest deines Lebens. Haben wir uns verstanden?«
»Ja«, sagt er.
»Das will ich verdammt noch mal hoffen«, sage ich.
Aber Typen wie der lernen es nie. Niemals. Der Kerl betrügt bestimmt bei seiner Steuererklärung, betrügt seine Frau, und betrügt seine Kumpel beim Pokern. Wenn es das nächste Mal passiert … und früher oder später wird es ein nächstes Mal geben, zuerst wird er etwas weniger abzweigen, dann ein klein wenig mehr verbergen, der Typ wird glauben, dass er damit davon kommt, und wissen Sie was?
Dann werde ich ihn umlegen müssen.