PROJECT: WEISSER JADE

4,19 12,99 

Alex Lukeman

Thriller

Band 1
Serie: Project

»Eine starke, schnelle Geschichte, die den Leser auf eine unglaubliche Reise in die Welt der Agenten und Terroristen mitnimmt. Atmosphärisch hervorragend.« [J. Bryden Lloyd]

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Beschreibung


Vor dem Hintergrund eines internationalen Machtspiels spannt PROJECT: WEISSER JADE ein Netz aus Täuschung und Mord um den Globus.

Nick Carter, ehemaliger Aufklärungs-Marine, dessen Vergangenheit ihm unzählige körperliche und seelische Narben bescherte, arbeitet für PROJECT, eine geheime Einheit zur Bekämpfung des Terrorismus, die direkt dem Präsidenten unterstellt ist. Selena Connor, eine gutaussehende, starke und fähige Sprachwissenschaftlerin, findet sich plötzlich inmitten seiner gefährlichen und gnadenlosen Welt wieder, als ihr wohlhabender Onkel von jemandem auf grausame Weise ermordet wird, der auf der Suche nach einem altertümlichen Buch über das Elixier der Unsterblichkeit ist.

Nick wird beauftragt, Selena zu beschützen und ihr bei der Wiederbeschaffung des verschwundenen Textes zu helfen. Es ist der Beginn eines Abenteuers auf Leben und Tod, das von San Francisco bis nach Peking und von Washington bis in geheime Grabkammern in Tibet reicht. Eine geheime Organisation möchte in China die Macht an sich reißen und plant einen Angriff auf Amerika – und Nick und Selena stehen dabei mitten in der Schusslinie.

Internationale Intrigen, Terroranschläge und die Bedrohung eines atomaren Krieges bilden den Kern dieses rasanten Thrillers, dem ersten Teil der Reihe um Nick, Selena und PROJECT.


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Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2016

Format

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

316

ISBN

978-3-95835-158-5

eISBN

978-3-95835-159-2

Leseprobe


Kapitel 1

Der Traum zersprang in rote und schwarze Scherben, wie ein fehlerhaftes Kaleidoskop. William Connor setzte sich auf, schnappte nach Luft und wartete darauf, dass sich sein Herzschlag wieder beruhigte. Die grünen Ziffern auf der Uhr neben seinem Bett zeigten halb drei Uhr morgens.
Irgendetwas stimmte nicht.
Hatte er den Alarm eingeschaltet?
Nach kurzem Zögern stieg er aus dem Bett und warf sich einen Bademantel über. Er näherte sich der Treppe seines Hauses in San Francisco. Unten ergoss sich das gelbe Licht einer Schreibtischlampe in einer Pfütze über den polierten Holzfußboden. Der Rest des Raumes war in Dunkelheit getaucht.
Sein alternder Körper protestierte, als er die Treppe hinunterstieg. Er drehte sich in Richtung des Kastens mit der Alarmanlage, als plötzlich ein großer Mann aus dem Schatten trat und ihm den Weg versperrte. Connors Herz setzte einen Schlag aus und verfiel in unregelmäßiges Pochen.
»Hey! Was tun Sie hier?«
Starke Arme ergriffen Connor von hinten und drückten ihn in den Stuhl an seinem Tisch. Jemand fesselte ihn mit Klebeband. Sein Bademantel verrutschte und entblößte dabei seine blassen Genitalien. Er war absolut hilflos.
»Geht es um Geld? Ich habe Geld. Sagen Sie mir, was Sie wollen.«
Der große Mann stand bedrohlich über Connor. Er roch unangenehm nach Testosteron und kaltem Schweiß.
»Genau, Geld. Und ich will das Buch.«
»Welches Buch?«
Der Mann schlug Connor wie beiläufig ins Gesicht.
»Das Buch. Das aus Bhutan.«
Connor schmeckte Blut. »Das ist nicht hier!«
»Dann wirst du mir sagen, wo es ist. Aber zuerst das Geld. Ich will die Kontonummern und Zugangsdaten.«
William Connor war ein reicher Mann. Zugang zu diesen Konten gewährte die Kontrolle über mehrere hundert Millionen Dollar.
»Wer sind Sie?«
»Dein schlimmster Albtraum. Sag mir, was ich wissen will, oder ich tue dir weh.«
Wie nebenbei griff sich der Mann eine zerbrechliche, antike Porzellanvase und betrachtete das exquisite Design aus Blumen und Vögeln. Die zarte Glasur leuchtete im gedämpften Licht. Er lächelte.
Es gab nur zwei Dinge die William Connor wirklich liebte. Zum einen seine Nichte Selena, und zum anderen die Freude an alten und schönen Dingen.
»Bitte seien Sie vorsichtig damit«, sagte er, »sie ist sehr alt.«
Der Mann schaute auf die fragile Vase und lächelte erneut. Er hielt sie in seiner riesigen Hand vor Connor und zerdrückte sie zu Staub. Connor spürte, wie sich seine Brust zusammenzog.
»Wenn ich eine Frage stelle und keine Antwort bekomme, tue ich dir weh. Verstehst du das?«
»Ja.«
»Die Kontodaten.«
»Die habe ich nicht hier. Das ist alles in meinem Büro.«
Der Mann seufzte. Er ging in die Küche. Connor konnte hören, wie er die Schubladen durchwühlte. Er kam mit einer kleinen Gartenschere mit rotem Griff zurück, die Connor für seine Rosenbüsche verwendete.
Er griff sich die linke Hand des alten Mannes, presste die Klingen zusammen, schnitt den kleinen Finger ab.
Connor schrie auf.
Der Mann bohrte die Spitze der Schere in den Knochen unter Connors linkes Auge. Wieder schrie Connor vor Schmerz. Blut lief seine Wange hinunter.
»Der Nebel draußen ist dicht. Das Haus ist solide. Niemand wird dich schreien hören. Dein rechtes Auge ist als nächstes dran.«
Die Blase des alten Mannes entleerte sich in seinen Bademantel und auf den Stuhl. Hinter ihm lachte jemand.
»Ich sage es! Ich sage es! Tun Sie mir nicht mehr weh!« Die Zahlen platzten nur so aus ihm heraus. Ein plötzlicher Schmerz breitete sich in Connors linkem Arm aus, stechend und unvermittelt wie ein aufblühender Feuerblitz. Er hielt inne und versuchte zu Atem zu kommen.
»Wo ist das Buch?« brüllte der Mann.
Schmerz explodierte in Connors Brust und sein Sichtfeld verschwamm. Das letzte, was er sah, war das furchteinflößende, wütende Gesicht seines Mörders.

Kapitel 2

Nicholas Carters Gedanken kreisten nicht um die Granate, sondern um die im roten Bereich verankerte Temperaturanzeige seines gemieteten Ford. Er fuhr auf den Parkplatz von PROJECT und stieg aus, in die Hitze. Dampf kochte unter der Motorhaube und eine grüne Pfütze breitete sich unter dem Auto aus. Sein Kopf fühlte sich an, als sei er in Eisen gehüllt. Er wünschte, er wäre noch in seiner Hütte in Kalifornien, anstatt in Virginia mit seinen Schuhen am Asphalt zu kleben.
Carter sah sich um. Die anderen Autos waren leer. Er überquerte den Parkplatz und ging zu dem Gebäude, in dem sich PROJECT befand. Eines wie Hunderte in der Gegend. Bei flüchtiger Betrachtung unterschied es sich lediglich durch eine beeindruckende Ansammlung von Antennen auf dem Dach.
Carter passierte den Sicherheitsbereich, ignorierte den Fahrstuhl und lief zur Treppe. Vorbei an den Computern, den Backup-Generatoren und der Kommunikationszentrale im zweiten, sowie den Analysten im dritten Stock, verließ er das Treppenhaus im vierten und letzten Stockwerk und ging zum Büro von Direktor Harker. An der Tür legte er seine Hand auf den biometrischen Scanner und trat ein.
Elizabeth Harker sah von ihrem Schreibtisch auf. Sie war klein, hatte milchweiße Haut, kleine, spitze Ohren und rabenschwarzes Haar. Ihre großen, grünen Augen glichen denen einer Katze. Sie sah aus wie eine in schwarz und weiß gekleidete Elfe, allerdings eine, mit der man sich lieber nicht anlegen sollte.
Auf ihrem Schreibtisch befand sich ein Aktenordner mit seinem Namen, ein silberner Stift der einmal Roosevelt gehört hatte und ein Bild der brennenden Twin Towers. Das Bild diente ihr als stetige Erinnerung daran, warum sie ihren Job machte.
»Nehmen Sie Platz.« Harker öffnete die Akte.
Er setzte sich und wartete.
»Der Psychiater sagt, Sie sind wieder bereit für den Einsatz. Stimmt das?«
»Mir geht es gut.«
»Keine Flashbacks mehr?«
»Nein.«
Seit drei Monaten schon nicht mehr. Er hatte die Pillen vom Doktor weggeworfen. Sie hatten alles zu einer schmalen Monotonie reduziert und ihm das Gefühl gegeben, als würde er in einem verblassenden Schwarz-weiß-Foto leben. Er glaubte nicht, dass Harker von den Träumen erfahren müsste.
Harker nickte, machte eine Notiz in der Akte und verstaute sie dann in einer Schublade.
Ein großer, flacher Monitor war an einer Wand des Büros angebracht. Harker tat irgendetwas an ihrem Schreibtisch und das Bild eines älteren Mannes erschien auf dem Schirm. Seine Augen waren blau, und er sah aus wie jemand, den man gerne zum Großvater hätte.
Sie sagte: »Das ist William Connor. Er war ein sehr reicher Mann. Außerdem war er ein Freund des Präsidenten.«
»War?«
»Jemand hat ihn gefoltert, bis er an einem Herzschlag gestorben ist. Man hat ihm einen seiner Finger mit einer Gartenschere abgeschnitten. Danach transferierte man Geld von seinen Konten und verwüstete seine Wohnung.«
Eine elektrische Spannung zog in Carters Schultern. Einem alten Mann einen Finger abzuschneiden machte es zu etwas Persönlichem, etwas, woran er sich festhalten konnte. Es war besser, wenn es persönlich war. Das half, ihn zu motivieren. Für Gott und Vaterland reichte ihm irgendwie nicht mehr wirklich, nicht seit Afghanistan. Nicht seit Südamerika.
»Das ist kaltblütig. Wie viel Geld?«
»So etwa vierhundert Millionen.«
»Warum mischen wir uns da ein? Das ist doch eher ein Fall für das FBI.«
»Wir haben letzte Woche eine verschlüsselte Satellitenübertragung der chinesischen Botschaft in San Francisco abgefangen. Ein Oberst des Chinesischen Militärnachrichtendienstes Namens Wu gibt vor, ein offizieller Handelsvertreter zu sein. Er rief seinen Boss an, General Yang, das ist der Chef ihres Militärnachrichtendienstes. Wu berichtete ihm von einem alten Buch, das Connor in Bhutan gefunden hatte. Yang befahl ihm, sowohl das Buch als auch das Geld von Connor zu besorgen. Das Geld wanderte auf ein Konto von Yang auf Macao.«
»Chinesischer Militärnachrichtendienst? Warum sollten die so was Dummes tun? Das ergibt doch keinen Sinn. Was steht denn in dem Buch?«
»Das wissen wir nicht. Connor hat eine Nichte, die das vielleicht weiß. Ich möchte sie befragen. Doktor Connor kommt heute noch zu uns.«
»Doktor?«
»Sie besitzt Promotionen in orientalischen und altertümlichen Sprachen. Sie ist eine der Top-Experten des Landes.«
Carter versuchte sich eine promovierte Experten-Nichte vorzustellen. Jemand mit akademischem Aussehen. Möglicherweise in einem schlabbrigen, erdfarbenen Anzug, mit großer Brille und grauen Haaren, so um die fünfzig.
Harker sagte: »Das FBI hält Wu unter routinemäßiger Überwachung. Ich habe ein Foto angefordert, und sie haben eines rübergeschickt. Mein Bauchgefühl sagt allerdings, dass sie noch irgendetwas zurückhalten.«

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