PREDATOR: ARMADA

6,71 12,99 

Tim Lebbon

SCIENCE FICTION

Band 1
Serie: Rage War

»Wer Fan von einem oder beiden Franchises ist, wird seine helle Freude daran haben, Menschen, Predators und Aliens wieder im Kampf um die jeweils eigene Existenz vereint zu erleben.« [City of Films]

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Beschreibung

Unaufhaltsam fallen unzählige Raumschiffe der gefürchteten Predatoren in den von Menschen kontrollierten Teil des Weltraums ein. Um der Bedrohung durch die Yautja, wie die Predatoren auch genannt werden, etwas entgegenzusetzen, schickt die Weyland-Yutani-Cooperation ihre Spezialeinheit ins Feld – die Colonial Marines. Aber der Preis, den sie dafür zahlen, ist hoch, denn die Predatoren sind überlegene Krieger, und jede neue Konfrontation fordert unzählige Opfer.
Doch als sich Lt. Johnny Mains zusammen mit seinem Trupp Marines – den VoidLarks – dem Kampf stellt, stoßen sie auf einen Feind, der noch tödlicher ist, als man es sich hätte vorstellen können …

PREDATOR: ARMADA ist der erste Teil der epischen RAGE WAR-Romantrilogie, in der die beiden kompromisslosesten Aliens der Filmgeschichte aufeinandertreffen. Das Universum wird nie wieder das alte sein.


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Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2017

Format

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

ca. 400

ISBN

978-3-95835-216-2

eISBN

978-3-95835-217-9

Leseprobe


USS Evelyn-Tew (ausrangiert), Alpha Centurai, September 2351 AD

 

Die Geräusche verklangen, pochten dumpf und schwer in ihrer Brust wie das Metronom des Todes. Für einen Moment dachte sie verrückterweise, Musik würde die Vibrationen verursachen, und ertappte sich dabei, wie sie unterbewusst mit den Fingern auf dem Rahmen ihres Mannschaftsbetts trommelte. Als sie jedoch die Schreie, den Aufruhr hörte, dass andere starben und Dinge explodierten, erkannte sie die Wahrheit. Was da pochte, war das Herz des Schiffs in seinen letzten Zügen. Ihr Plan hatte funktioniert, und jetzt galt es, seine letzte Phase einzuläuten.
Gut möglich, dass Liliya die letzte Überlebende an Bord der USS Evelyn-Tew war.
Abgesehen von ihnen.
Allein und unbewaffnet schlug sie sich von den Quartieren unten zu den oberen Laborebenen durch. Dort schlich sie durch eine offene Tür, schloss diese hinter sich und versteckte sich im Dunkeln, als jemand oder etwas draußen vorbeikam. Sie hörte lautes Schnaufen – auch leiseres Zischen – und fürchtete sich sehr. Während sie länger dortblieb als nötig, war sie gezwungen, ihre Befehle erneut zu hinterfragen.
Sieh dir doch an, womit du es zu tun hast! Jetzt weißt du, wozu sie imstande sind!
Eine der Kreaturen war in die Quartiere eingedrungen und hatte Chaos gestiftet. Liliya hatte den Angriff gehört – die erschrockenen Schreie, das grelle Zischen des Monsters, Schüsse und noch mehr Schreie – und danach das Ergebnis gesehen, während sie um die bluttriefenden, aufgerissenen Leichen herumgegangen war.
Ich habe die Schleuse geöffnet, sie herausgelassen, und jetzt …
Ihre Befehle infrage zu stellen oder zu bezweifeln, das stand ihr aber nicht zu. Sie war aus gutem Grund hier. Noch nie hatte sie Wordsworth enttäuscht, und es jetzt zu tun, war ausgeschlossen.
Durch das nahezu menschenleere Forschungsschiff zu gehen, fand sie merkwürdig. Normalerweise herrschte hier hohe Betriebsamkeit, doch jetzt echoten lediglich ferne Geräusche durch die stillen Korridore, während die Evelyn-Tew dröhnte und ächzte, während sie beschleunigte. Liliya kannte den Kurs des Schiffs. Der Autopilot war so eingestellt, dass es bei Alarmstufe Rot die nächste Sonne ansteuerte. Alles verbrannte.
Man musste das Risiko ausschließen, dass etwas entkam.
An einer Gabelung dreier Flure schaute sie dort entlang, wo sie weitergehen musste, obwohl sie sich zutiefst davor sträubte. Die Beleuchtung der Treppen flackerte und fiel aus. Das konnte mit dem Notfallprogramm des Schiffs zusammenhängen, oder vielleicht war dort unten auch etwas im Kampf mit den entwischten Xenomorphs zu Schaden gekommen. Liliya zögerte nur kurz, bevor sie den ersten Treppenlauf nahm, der wieder zu den tieferen Decks führte.
Ich hätte es früher tun sollen, dachte sie. Sie war bereits knapp hundert Tage an Bord und hatte sich währenddessen eingelebt, unter die Besatzung gemischt und ihre Pflichten sorgfältig erfüllt, aber nicht mustergültig. Sie war zu allen freundlich gewesen, ohne sich mit jemandem anzufreunden. Mit der Zeit hatte man weniger Notiz von ihr genommen. Unsichtbar zu sein, genau darauf war sie aus gewesen.
Dennoch … hätte sie ihren Auftrag früher ausgeführt, bräuchte sie jetzt nicht mehr an Bord der Evelyn-Tew zu sein, und vielleicht wäre das Ganze nicht völlig aus dem Ruder gelaufen. Gebrüll, die Schüsse und Schreie … das alles hätte nicht sein müssen. Möglicherweise wäre die Crew lebend davongekommen.
Möglicherweise.
Was die Xenomorphs anging, ließ sich Chaos allerdings nicht vermeiden. Wann auch immer man Proben nahm – von Eiern oder Embryonen –, eskalierte die Lage über kurz oder lang. Man durfte sie nicht einsperren und untersuchen, was auch unleugbar für jene Kreaturen galt, die man aus Proben von LV-178 großgezogen hatte. Befehlen zu gehorchen, widersprach ihrem Wesen. Was sie definierte, waren Gewalt und Blutdurst. Egal wo man im Universum auf sie stieß, sie hinterließen nichts als Tod und Verderben.
Auf der nächsten Ebene flackerten die Lampen erneut, was Liliya zum Weitergehen anspornte. An einer Wand blinkte ein matter Glaskörper. Ein Kommunikationspunkt. Sie fuhr mit einer Hand über den Monitor, woraufhin ein Lageplan des Schiffs erschien. ›STATUS‹ leuchtete dort schwach. Liliya tippte die Schaltfläche an und wartete, bis der Schriftzug erlosch. An seiner Stelle leuchtete eine Warnung auf.
Sie hielt die Luft an, während sie den Text ein zweites Mal las, obgleich es nicht nötig war. Sie verfügte über ein fotografisches Gedächtnis und vergaß absolut nichts. Aus diesem Grund hatte Wordsworth sie und niemanden sonst für diese Aufgabe auserwählt. Andere führten ähnliche Missionen in diesem Sektor der menschlichen Sphäre aus, doch ihm zufolge war ihre die bedeutsamste. Etwas von großer Wichtigkeit. Davon, was sie von der Evelyn-Tew mitnahm, würde abhängen, ob sich die Gründer bewährten oder untergingen und als vage historische Fußnote in Vergessenheit gerieten.
Gemäß der Warnung blieb ihr sogar noch weniger Zeit, als sie befürchtet hatte. Das Schiff war auf einen beschleunigten Selbstzerstörungskurs programmiert worden und sollte in weniger als einer Stunde in den Stern Alpha Centurai rasen.
Liliya schloss die Augen und holte tief Luft.
Die haben recht, dachte sie. Man darf nicht zulassen, dass diese Kreaturen …
Irgendwo knisterte etwas, als reiße jemand langsam einen Klettverschluss auf. Darauf folgte ein Ruf, doch sie verstand die Worte nicht. Schließlich Schüsse, dann Gekreische.
Liliya lief zum Absatz des nächsten Treppenlaufs und machte sich auf den Weg weiter hinunter. Dabei blieb sie vorsichtig und mit allen Sinnen auf Bewegungen oder Geräusche konzentriert, die Gefahr verheißen konnten. Sie hoffte inständig, immer noch finden zu können, weswegen sie hergekommen war. Nun, da die Xenomorphs frei waren und ungehindert wüteten, war es ironischerweise nirgendwo an Bord so sicher wie in den Labors, wo man sie gehalten hatte.
Am Fuß der Treppe befand sich ein Aufenthaltsbereich, von dem mehrere Korridore abzweigten. An der hinteren Wand lehnte eine Leiche, blutüberströmt und mit einem unnatürlich verdrehten Arm. Neben ihr lag eine Waffe. Durch ein Loch im Boden, wo ein Gitter herausgeschlagen worden war, schien sich Dunkelheit über den Gang zu ergießen.
Liliya entzog sich schnell dem Anblick. Sie würde nie erfahren, was hier geschehen war. Sie wünschte sich ungeachtet der Frage, ob es ein guter oder schlechter Mensch gewesen war, dass er einen raschen Tod gefunden hatte.
Sie befand sich nun auf einem Labordeck und würde durch die nächste Tür zum ersten Sicherheitspunkt gelangen. Etwaige Hoffnungen, die Schleuse wäre aufgebrochen oder gar offengelassen worden, zerschlugen sich sofort, doch darauf war sie gefasst gewesen. Während sie ein Werkzeugkästchen aus einer ihrer Taschen nahm, spürte sie den Boden unter sich beben, und kurz darauf donnerte irgendetwas weit entfernt.
Eine Explosion. Sie blinzelte, stellte den Kopf schräg und horchte angespannt. Sollte etwas Verheerendes geschehen sein und das Schiff allmählich auseinanderbrechen, musste Liliya schleunigst den Hangar oder die nächste Fluchtkapsel erreichen und würde ihr Vorhaben hier nicht mehr umsetzen können.
Der Boden erzitterte noch einmal, aber sonst änderte sich nichts. Das Schiffsherz klopfte weiter, während die Maschinen ihre Arbeit fortsetzten.
Das, was die Explosion verursacht hatte, war weit entfernt.
Zumindest vorläufig.
Sie nahm einen Decoder aus dem Kästchen und hielt ihn an den Schließmechanismus. Während das Gerät die Kombination entschlüsselte, benutzte sie eine dünne Pinzette und ein Lötmesser, um die erste Halterung des Riegelschlosses zu drehen. Die Kombination elektronischer Sperrvorrichtungen und mechanischer Verschlüsse hätte jeden Möchtegern-Eindringling aufgehalten, doch Liliya war ausgebildet. Und etwas Besonderes.
Kaum eine Minute verging, bis sich die Schleuse öffnete und sie in den Laborhauptbereich trat. Dieser zentrale Flügel wurde vollständig von einer gewaltigen, gepanzerten Struktur gleich einer Hülse umgeben – einem zweiten Rumpf innerhalb des Schiffs mit autarken Systemen und Leitungen, um zu verhindern, dass das, was gerade gefangen gehalten wurde, nicht ausbrach. Dennoch hatte Liliya eine Reihe von Schlössern sabotieren können, und auf gleichem Wege waren Xenomorphs hinausgelangt.
Sie ging durch die erste Luftschleuse, die in Labor 3 führte, und blickte durch das dicke Diamantglas hinein. Der Raum war verwüstet, in einer Ecke lagen mehrere zerfetzte Leiber in ihrem Blut und eine Wand am anderen Ende war durchbrochen worden.
In Labor 2 waberte dichter Rauch, weshalb Liliya wenig darin erkennen konnte, doch die Scheiben waren von innen mit roten Handabdrücken verschmiert.
Zwischen diesem Labor und dem ersten, ihrem Ziel, befand sich die wichtigste Lagersphäre, deren Wände sogar dicker und stärker als der äußere Schiffsrumpf waren. Sie hatte sich nie getraut, hier herum zu pfuschen. Drinnen warteten der Tod und – wieder ironischerweise – der Ursprung fürchterlichen Lebens.
Die Königin.
Liliya hatte sie nur einmal gesehen, doch die Erinnerung daran bescherte ihr eine Vielzahl von Albträumen, die sie nie hätte haben dürfen. Der Königin nur nahe zu sein, verursachte eine Gänsehaut und das Gefühl, das Blut gefriere.
Als sie an der glatten, schweren Tür vorbeieilte, wähnte sie sich von etwas Schrecklichem dahinter bemerkt.
Weiß sie, was passiert? Wird sie versuchen, sich zu befreien, von ihrem Brutsack loszureißen?
Liliya schalt sich selbst einen Dummkopf. Sie musste sich auf das fokussieren, worauf es ankam – nicht auf die Königin.
Labor 1 war noch gesichert, also musste sie ihre Fähigkeit, Schlösser zu knacken, noch einmal bemühen. Als die Tür leise zischend aufglitt, drückte sie sich mit dem Rücken an die Wand und wartete auf das Schrillen, auf den Angriff. Es blieb jedoch still.
Sie schlich hinein und machte sich an die Arbeit.
Liliya brauchte weniger als zehn Minuten, um Zugang zum Hauptrechner zu erhalten, mehrere Schutzprotokolle zu umgehen und mit dem Herunterladen aller Informationen zu beginnen, die sie benötigte. Drei Minuten später waren die Daten von allen Quantenspeichern an Bord gelöscht. So wurde Liliya zur einzigen Trägerin jeglicher Forschungsergebnisse, die man auf der Evelyn-Tew gesammelt hatte.
Die Wissenschaftler waren weit gekommen. In den vorangegangenen Jahren hatten sie mehr über die Xenomorphs erfahren als die gesamte Menschheit während der letzten Jahrhunderte – und Liliya stahl nun alles.
Es lastete schwer auf ihr, doch sie trug es für Wordsworth … und zum Wohle aller. Ihr oberstes Gebot lautet nun: Überleben.

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