OUTBREAK – HINTER DEN LINIEN

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Luke Duffy

ZOMBIE-THRILLER

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Inhalt


Während die Welt von Krisenherden erschüttert wird, tritt plötzlich eine noch weitaus größere Bedrohung auf den Plan. Ein Grippevirus von nie da gewesener Aggressivität breitet sich unaufhaltsam aus und verwandelt die Opfer in mordgierige Untote.
Acht Soldaten, die es gewohnt sind, im Verborgenen zu operieren, geraten auf diese Weise plötzlich in eine Falle. Eine Gefahr, mit der keiner gerechnet hat und auf die man sich nicht vorbereiten konnte. Doch offiziell hat niemand Kenntnis von ihnen – und sie gelten als entbehrlich. Völlig auf sich allein gestellt, müssen Stan und seine Männer nun ums nackte Überleben kämpfen. In einer Welt, wo der Tod erst der Anfang von etwas noch Schrecklicherem ist …


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Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2017

Formate

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

364

ISBN

978-3-95835-208-7

eISBN

978-3-95835-209-4

Leseprobe


Kapitel 1

Es regnete weiterhin kräftig und schüttete geradezu wie aus Eimern. Es durchweichte den ohnehin schon matschigen Boden und die düsteren, nass glänzenden Gestalten, die im zähen Schlamm vor sich hinstapften. Der Wolkenbruch schien bereits ewig anzudauern, ein unermüdlicher Wasserfall, der in dicken Tropfen vom Himmel fiel, die wie rhythmische Trommelschläge auf jede Oberfläche prasselten.
Die zwei Soldaten standen an der hohen Mauer und blickten hinaus ins finstere Ödland, wobei ihre Kleidung wegen der Windböen, die sie aus allen Richtungen umwehten, durchweicht war und ihre Körper klitschnass wurden. Außerdem mussten sie die ganze Zeit die Augen zusammenkneifen.
Nachdem der Größere der beiden seine Kapuze abgestreift hatte – er hörte das Material in seinen Händen knistern und bekam sofort unangenehm zu spüren, wie kalte Luft und Regenwasser über seine nackte Haut hereinbrachen – legte er den Kopf in den Nacken und blinzelte hinauf in den Nachthimmel, während die Tropfen in Rinnsalen über sein Gesicht und am Hals hinunterliefen. Er beobachtete, wie die dichten Wolken über ihm vorbeizogen und sich in ihren zahllosen Grautönen bauschten.
»Dieses Land kann man doch nur lieben«, sagte er laut, um über das durchdringende Platschen des Regengusses hinweg von seinem Nebenmann gehört zu werden. Er streckte die Zunge raus und fand Gefallen daran, sich das eiskalte Wasser in den Rachen rieseln zu lassen. »Selbst im Sommer ist es hier so feucht wie das Höschen eines Groupies von Tom Jones.«
»Gibt der heutzutage überhaupt noch viele Konzerte?«
»Hab neulich gesehen, wie jemand eine seiner alten CDs benutzt hat, um Schimmel von der Rückseite des Herds in der Küche zu kratzen … zählt das auch?«
»Muss wohl.«
»Ist aber auch egal«, erwiderte er, zog seine Kapuze wieder hoch und schaute weiter in die rabenschwarze Dunkelheit. »Siehst du irgendetwas dort draußen?«
»Nichts, aber ich kann sie immer noch riechen«, meinte der kleinere Mann seufzend.
Weiter rechts zuckten plötzlich rasch hintereinander Blitze von einem der schweren Maschinengeschütze auf, die entlang der Mauer positioniert waren, sodass man einstweilen sein langes Rohr und die Männer sehen konnte, die dahinter saßen. Eine Sekunde später erreichte das ferne, tiefe Knattern der abgefeuerten Munition die Ohren der beiden. Sie beobachteten, wie die hellroten Leuchtspurgeschosse unter dem Dachvorsprung lossausten und anmutig durch die Luft schnellten, weit hinaus in die finstere Landschaft. Sie legten im weiten Bogen mehrere Hundert Meter zurück, bis sie schließlich die anvisierte Stelle erreichten.
Fernab, weiter weg, als man mit bloßem Auge erkennen konnte, trafen sie ihre Ziele, rissen sie in Stücke und flogen dann einfach weiter. Einige der Projektile trafen auch auf feste Hindernisse wie Stein, Stahl oder Knochen, sodass sie senkrecht nach oben abprallten und in die Höhe stoben wie dunkelrot glühende Feuerwerkskörper, allerdings weit in der Ferne.
Dann verstummte das Geschütz wieder, und es dauerte nicht lange, bis sich das monotone Plätschern des Regens wieder einstellte, um die Stille der Nacht zu verdrängen.
»Das müssen Millionen sein da draußen«, grunzte der größere Mann und nickte nachdenklich, wobei seine Augen weiter auf die undurchdringliche Schwärze vor der Mauer fixiert waren.
»Als der Scheiß anfing, lebten schließlich sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten; jetzt gibt es nicht mehr viele Orte, an denen welche leben, also ja, ich schätze mal, dass da schon eine ganze Menge vor unserer Haustür lauert.«
Die Mauer war bereits sehr früh errichtet worden, in jenen Tagen als Anarchie herrschte, und zwar mit den gleichen Baumethoden, welche die US-Armee seinerzeit in den Kriegen im Mittleren Osten angewandt hatte: Absperrelemente aus Massenanfertigungen, dicke Blöcke aus hochwertigem, verstärkten Beton, zusammengefügt wie übergroße Spielzeugbausteine, um einen unüberwindbaren Schutzwall zu schaffen, der eine Fläche von einem Quadratkilometer rings um das Lager herum eingrenzte.
Ein zweiter, deutlich höherer Wall war danach innerhalb der Umfriedung entstanden, mit Türmen und Verteidigungspositionen in regelmäßigen Abständen sowie einem breiten Tor aus schweren Stahlplatten, das man in die gedrungenen, sechs Meter hohen Säulen gesetzt hatte.
Dahinter entspann sich nach einem strikt festgelegten Lageplan ein Geflecht aus vorgefertigten Containern, die als Labors, Einsatzzentralen, Büros, Kantinen und Wohnunterkünfte fungierten. Schon während der Frühphase des Chaos, als die Städte überrannt und Kampftruppen ausradiert worden waren, hatte man so weit geplant, dass man Freizeitanlagen und sogar eine Turnhalle hochgezogen hatte. Dies entsprach einfach einem Muster, das direkt auf eine der vielen vorgeschobenen Operationsbasen der Alliierten im Irak und in Afghanistan zurückging.
Ursprünglich war das Lager auch als solches gedacht gewesen. Von dem aus Soldaten und Wissenschaftler ihren Krieg gegen die Armee der Verwesenden fortsetzen sollten. Als sie allerdings begriffen hatten, dass der Krieg verloren war, hatten die Forscher den Stützpunkt verlassen, doch viele der Kämpfer waren trotzdem dortgeblieben, um ihre Familien innerhalb der Anlage zu beschützen. Im Laufe der ersten Jahre war ein stetiger Strom von Flüchtlingen in diese Oase des Lebens gekommen, die sich inmitten einer Wüstenei des Todes befand, und anschließend Teil einer wachsenden Gemeinschaft geworden.
Das unwirtliche Ödland vor der äußeren Mauer war Hunderte von Metern weit mit Barrieren aus Stacheldraht und tiefen Gräben gespickt, übersät von Tretminen und in niedriger Höhe aufgespannten Stolperdrähten, in welchen sich unweigerlich alles verhedderte, was in den abgegrenzten Bereich rings um die Festung wankte.
Die Maschinengewehr- und Scharfschützen, Letztere auf den Türmen, kannten das Terrain und wussten ganz genau, wie weit entfernt jede Senke und jede Erhebung darauf war. Sie saßen da und beobachteten, hielten immerzu Wache über ihr ureigenes »Niemandsland«, zählten ihre nächtlichen Tötungen zusammen und belohnten dann denjenigen mit ihrem ätzenden, selbst gebrannten Wodka, der am Ende jedes Tages die meisten bestätigten Treffer verzeichnen konnte.
Ein weites Gebiet in der Umgebung des Bollwerks lag brach, eine desolate Wildnis des Todes und der Zerstörung. Ausgebrannte, demolierte Fahrzeuge, Mannschaftswagen und sogar Panzer standen still da und rosteten vor sich hin, die Insassen nach wie vor eingeschlossen in ihren ewigen Gräbern.
Zahllose Leichen, tot und untot mit zerquetschten, verdrehten Gliedern, lagen verstrickt im Stacheldraht oder gefangen am Boden der tiefen Gräben, verdammt zum ewigen Ausharren, während die Gebeine Tausender Gefallener – die zerfledderte Kleidung hielt sich noch beharrlich an den Körpern – langsam zu Staub zerfielen, da unzählige Jahreszeiten vergangen waren. Der Ort war ein Friedhof voller Skelette, von Menschen und Maschinen, alle vereint in einem dichten Wust aus aufgewühltem Schlamm und Verfall.
Während all der Jahre hatte es viele Angriffe auf die Basis gegeben, alle waren vereitelt worden, doch einige wenige Male waren die tapferen Verteidiger sicher gewesen, dass ihre letzte Stunde geschlagen hätte.
Plünderer, abtrünnige Armee-Einheiten und bewaffnete Zivilisten, die von den Männern und Frauen im Inneren in Besitz nehmen wollten, was nicht ihnen gehörte, waren so häufig gegen die Mauer gestürmt, dass man gar nicht mehr mitzählen konnte, aber sie waren stets auf erbitterten Widerstand gestoßen – ein Ausdruck der Verzweiflung der Menschen, die den Wall okkupierten und an dem festhielten, was sie noch hatten.
Das Kostbarste davon waren allerdings ihre Leben und jene ihrer Angehörigen in der Festung. Sie alle hatten verloren und gelitten, zeigten sich aber entschlossen, die Reste ihrer Existenz nicht einfach kampflos aufzugeben.
Starben sie schließlich doch, mussten ihre Gegner wenigstens einen hohen Preis dafür zahlen.
Blieben noch die anderen, die Toten. Egal wie viele von ihnen unschädlich gemacht wurden, sie wichen niemals zurück. Ihr kontinuierlicher Sturm auf die Mauern trieb die Überlebenden dahinter an den Rand einer Niederlage. Jahrelang eingesperrt hielten sie Wache und stellten sich zum Kampf, während die wandelnden Leichen ringsherum scharten und über ihre Gefallenen trampelten, um sich selbst gegen die Wehr des Lagers zu werfen. Diese jedoch hielt, und wenn ein Feuer ausbrach, verbrannten die vielen Tausend reanimierten Toten schließlich zu Asche. Sicher, die Flammen waren auch den Überlebenden beinahe zum Verhängnis geworden, doch dieses Risiko mussten sie notgedrungen in Kauf nehmen, denn ansonsten liefen sie Gefahr, überwältigt zu werden.