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ONE TO GO – AUF LEBEN UND TOD

2,49 13,95 

Mike Pace

MYSTERY-THRILLER

»Was wäre, wenn sich ein furchtbarer Fehler im Leben rückgängig machen ließe? Mike Pace macht aus dieser faszinierenden Prämisse einen mitreißend guten Roman – straff erzählt, voller explosiver Spannung und glaubhafter Charaktäre. Absolute Empfehlung!« [Douglas Preston, New York Times Bestsellerautor]

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Inhalt


Würdest du töten, damit deine Tochter leben kann?

Tom Booker arbeitet als Anwalt bei einer großen Washingtoner Kanzlei. Beim Tippen einer SMS, während der Fahrt über die Memorial Bridge, verliert er die Kontrolle über seinen Wagen und stürzt in einen entgegenkommenden Kleinbus, in welchem seine Tochter und drei ihrer Freunde sitzen. Der Minivan droht in den Potomac zu kippen.
Die Zeit gefriert, Tom ist allein auf der Brücke. Ein junges Paar nähert sich und bietet ihm an, die Zeit zurückzudrehen. Der Absturz könnte abgewendet werden, die Kinder gerettet. Im Gegenzug soll er alle 2 Wochen jemanden töten, als »Seelenaustausch«.
Einen Augenblick später sitzt Tom wieder in seinem verunglückten Auto, der tödliche Absturz des Minivan ist nicht eingetreten. Er lacht über die Halluzination, schreibt sie dem Stoß seines Kopfes auf das Lenkrad zu, als sein Auto abrupt zum Halten kam.
Aber seine Begegnung war keine Einbildung. Zwei Wochen später wird der Fahrer des Minivan brutal ermordet. Tom erhält eine SMS: Einer gegangen, noch vier übrig.
Er hat noch nie einen Schuss abgegeben in seinem Leben, doch nun muss sich Tom in einen Serienkiller verwandeln – oder seine Tochter und ihre Freunde werden sterben.


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Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2016

Formate

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

368

ISBN

978-3-95835-126-4

eISBN

978-3-95835-127-1

Leseprobe


Toms volles Bewusstsein kehrte einen Sekundenbruchteil vor dem brennenden Schmerz und dem Geruch von Rauch zurück. Er sah über den luftleeren Airbag, dass die Windschutzscheibe zwar Risse hatte, aber dennoch größtenteils ganz war. Gott sei Dank gab es Sicherheitsglas. Durch das Mosaik der rissigen Scheibe konnte er die zerbeulte Motorhaube des Lexus sehen, die sich um eine Straßenlaterne gewickelt hatte.
Er nahm seine Gliedmaßen in Augenschein – sie schienen alle noch dran zu sein und bestens zu funktionieren. Der Zusammenstoß hatte seinen Schalensitz verdreht, sodass Tom nun die Beifahrerseite vor seinem Gesicht hatte, wo die Kollision des Autos mit der Laterne das Dach auf Kniehöhe heruntergedrückt hatte.
Der umgestürzte rote Pick-up war die Quelle des Rauchs. Die Fahrerkabine des Wagens war fast auf die Höhe der Ladefläche heruntergequetscht. Der Rauch stieg aus dem Unterboden des Fahrzeugs.
Nur, dass er nicht stieg.
Tom roch den Rauch und sah ihn aus dem Fahrzeug quellen, aber er bewegte sich nicht; der dunkle Qualm schien eingefroren, als blicke man nur ein Foto des Rauches anstatt den Rauch selbst.
Tom versuchte, einen klaren Kopf zu bekommen, aber der Rauch stand weiter still, zweifellos eine Illusion, die durch das zerbrochene Sicherheitsglas ausgelöst wurde.
Seine Augen richteten sich auf den Beifahrersitz. Mein Gott, was wäre, wenn er Janie rechtzeitig abgeholt hätte? Er hätte drei der Mädchen auf den Rücksitz verfrachtet und Janie auf den Vordersitz gepackt. Janie wäre tot und die anderen Mädchen vielleicht auch.
Er riss seinen Kopf herum und sah den grünen Minivan, der auf zwei Rädern balancierte und kurz davor war, in den Fluss zu stürzen.
Janie.
Er mühte sich ab, aus dem Auto zu gelangen, aber die Fahrertür klemmte. Tom war nicht überrascht, dass sich auch das elektrische Fenster nicht bewegte.
Der Verschluss des Sicherheitsgurtes hatte sich herumgedreht, sodass Tom halb darauf saß. Er drückte den Knopf, der jedoch auch klemmte.
Er wackelte mit den Hüften am Gurt, worauf ihn ein stechender Schmerz in die Lendenwirbel und das linke Bein hinab japsen ließ. Der Gurt lockerte sich. Die Schrauben, die die Halterung des Gurts am Boden befestigten, hatten sich teilweise gelöst. Tom griff ganz unten nach dem Gurt und zog, mit einem kurzen Blick über die Straße zu dem auf zwei Rädern balancierenden Minivan, nicht nur mit seinen Armen und Schultern, sondern mit der Kraft seines ganzen Körpers. Sein Schmerzensschrei enthielt bald auch ein Siegesgefühl, als sich die Gurthalterung ruckartig löste. Der Geruch des Rauchs wurde stärker. Tom schlängelte sich unter dem Sicherheitsgurt hindurch und war frei.
Er trat die Windschutzscheibe hinaus, worauf sofort Schmerzen von seiner Hüfte das linke Bein hinabschossen und ihm den Atem raubten.
Tom ignorierte die Schnitte an seinen Armen, die ihm das Glas zufügte, schleppte seinen Körper durch die Öffnung und glitt dann mit dem Kopf voraus an der Seite des Wagens auf den Bürgersteig, wo er sich schließlich aufrichtete.
Er konzentrierte sich ausschließlich auf den unsicher wippenden Minivan und torkelte zur Mittellinie. Im Hinterkopf kam ihm der Gedanke, warum er keine Sirenen herannahen hörte. Dann erkannte er plötzlich, dass er gar nichts hörte. War er durch die Kollision taub geworden? Würde das wieder vorübergehen?
Dafür war jetzt keine Zeit, er musste zu seiner Tochter. Der Gestank von Rauch und brennendem Gummi erstickte ihn fast. Zum ersten Mal sah er Flammen aus dem Minivan aufsteigen. Er musste sie herausholen, bevor der Benzintank Feuer fing.
Erneut jedoch rührten sich die Flammen nicht.
Er wandte sich zurück zu dem Pick-up. Der Rauch schien mitten in der Luft wie gefroren.
Da drehte er sich einmal im Kreis. Keines der Autos auf der Brücke bewegte sich. Ein paar Touristen, die auf dem Gehsteig flanierten, schienen in der Zeit eingefroren. Eine Frau, die einen schwarzen Pudel Gassi führte, war mitten in der Bewegung eingefroren. Sie hätte eigentlich umkippen müssen, da ihr Schwerpunkt außerhalb des einzelnen Fußes lag, auf dem sie während ihres eingefrorenen Schrittes stand.
Tom überquerte die Straße und erreichte den Minivan. Sollte er nicht umstürzen? Er sah Janies Gesicht gegen die Heckscheibe gepresst. Ihr Mund stand weit offen und ihre Handflächen drückten gegen das Glas. Ihr Körper lehnte sich in Richtung Gehsteig, fiel aber nicht um. Sie bewegte sich nicht im Geringsten.
Sie bewegte sich kein scheiß bisschen!
Er erblickte Angie und die anderen Mädchen durcheinandergewirbelt und kopfüber im Wageninneren – allesamt mitten in der Luft erstarrt.
Für einen Moment sah er Janie in die Augen. Ein ungewöhnliches Eisblau; es hatte ihn schon immer insgeheim mit Stolz erfüllt, wenn ihr jemand gesagt hatte: »Oh, du hast ja die Augen deines Vaters.« Und obwohl sich diese Augen nicht bewegten, wurde er das Gefühl nicht los, dass sie ihn sehen konnte.
Er versuchte, die Heckklappe aufzustemmen. Keine Chance.
Vielleicht sollte er die Heckscheibe einschlagen. Er trippelte so schnell er konnte zurück zu dem umgeworfenen Pick-up, um Werkzeug darin zu suchen. Sein Rücken zuckte schmerzerfüllt, als er sich bückte. Tom musste eine Pause einlegen, um durchzuatmen. Der Fahrer, noch ein Teenager, stand auf dem Kopf und hatte keinen Sicherheitsgurt angelegt. Die leeren Augen des Jungen starrten Tom aus einem teilweise abgetrennten Kopf an. Blut durchtränkte die durchgehende Sitzbank und alles andere in der Fahrgastzelle. Tom musste sich zwingen, die bitter aufsteigende Flüssigkeit in seinem Hals zu schlucken, während er einen Hammer oder etwas ähnlich brauchbares an Werkzeug suchte, mit dem er die Heckscheibe des Dodge zertrümmern konnte. Nichts.
Er spähte hinter sich zu dem kippenden Van. Auf der Brücke gab es noch andere Autos. Irgendjemand musste doch einen Hammer dabeihaben. Tom keuchte wegen der Schmerzen in Rücken und Bein, als er aufstand. Er blickte nach Osten zum Memorial und fand einen weiteren Van, den weißen Wagen einer Heizungsbau- und Sanitärfirma mit der Aufschrift Welch Plumbing an den Seiten, zu dem er humpelte.
Als er am Fahrgestell des roten Pick-up vorbeiging, streckte er die Hand aus und fuhr damit durch den aufsteigenden Rauch – der aber nicht aufstieg. Er spürte nichts.
Dann nahm er nur aus dem Augenwinkel eine Bewegung am östlichen Ende der Brücke wahr.
Zwei Menschen kamen auf ihn zugelaufen.

***

Als sie näherkamen, konnte er erkennen, dass eine der Personen weiblich war. Er ignorierte den Schmerz und schlurfte auf das Paar zu, wobei er wild mit den Armen in der Luft wedelte.
»Hilfe! Hilfe!«
Der Mann und die Frau lächelten und winkten zurück, wobei sie weiter in lockerem Tempo joggten. Sie hatten ihn wohl nicht gehört.
»Hilfe! Unfall!«
Tom erreichte die beiden nahe des Mittelpunkts der Brücke. Sie waren jung, gebräunt und gut aussehend auf eine saubere, angenehme Art. Sie waren beide blond und hatten eisblaue Augen. Sie waren keine Zwillinge, ähnelten einander aber so stark, dass sie leicht Bruder und Schwester hätten sein können. Sie trugen knackige weiße Shorts und passende lindgrüne T-Shirts, was sie aussehen ließ wie Models aus einer Werbung von Abercrombie & Fitch oder J. Crew, die an einem warmen Vormittag spät im September zum Joggen gingen. Und sie schienen gar nichts von den Geschehnissen um sich herum mitzubekommen.
»Haben Sie ein Telefon?«, schrie Tom.
Der Mann griff in seine Hosentasche, holte ein Handy hervor und zeigte es ihm.
»Wählen Sie den Notruf! Schnell, meine Tochter …!«
»Das ist gar nicht nötig, Tom«, entgegnete der Mann mit einem strahlenden Lächeln.
»Sie haben schon angerufen? Super. Sehen Sie, meine Tochter und ein paar weitere Kinder sind in dem grünen Van. Sie müssen mir helfen, die Tür aufzubekommen.« Er hinkte zu dem Van. »Wir müssen vorsichtig sein, denn wenn der Van umkippt … Warten Sie, woher wissen Sie, wie ich heiße?« Er blieb stehen und wandte sich wieder dem Paar zu. Da dämmerte es ihm – die Umgebung eingefroren im Augenblick, zwei gut aussehende Menschen, die ihn grüßten.
Heilige Scheiße. Er war tot.
»Du bist nicht tot, Tom«, sagte das Mädchen.
»Woher wissen Sie, was ich denke?«
Sie reagierten beide mit einem breiten Grinsen auf diese Frage.
»Kommen Sie schon, wir müssen die Mädchen aus dem Van befreien, schnell.« Er gab sich alle Mühe, die Schmerzen nicht zu beachten, schlurfte auf den Minivan zu und erwartete, dass ihm die beiden folgten.
Als er ungefähr zehn Meter weit gekommen war, drehte er sich um. Sie hatten sich nicht vom Fleck gerührt. Dann, eine Hundertstelsekunde später, standen sie unmittelbar vor ihm.
»Wer seid ihr?«
»Ich heiße Chad und das hier ist Britney. Schön, dich kennenzulernen, Tom.« Sie hielten ihm beide die Hand hin.
Tom nahm an, dass es für das bizarre Verhalten der beiden Spinner, die aussahen wie Eliteschüler, eine logische Erklärung gab, aber er hatte keine Zeit, großartig darüber nachzudenken. Er musste Janie aus dem Dodge befreien. Er ignorierte die ausgestreckten Hände und humpelte zum Minivan.
Als er ihn erreichte, war alles beim Alten. Das Fahrzeug balancierte weiterhin auf zwei Reifen und Janies Gesichtsausdruck war immer noch eingefroren. Sie hatte sich nicht im Mindesten bewegt.
Er hörte das Mädchen – Britney? – direkt hinter sich. »Das ist irgendwie abgefahren, findest du nicht?«
Tom sah nach hinten. Sie standen beide da, die Hände noch immer ausgestreckt. »Ich meine, die ganze Sache mit der stehengebliebenen Zeit. Gruselig.«
»Genau«, fügte Chad hinzu, der unverändert weiterlächelte. »Total gruselig.«
Wer zum Teufel waren diese Menschen? »Ich weiß nicht, was hier vorgeht, aber wenn Sie irgendetwas tun können, dann helfen Sie mir bitte, sie da rauszuholen.«
»Wir können tatsächlich etwas tun, Tom«, antwortete Chad.
»Absolut«, meinte Britney.
Chad legte Tom freundschaftlich einen Arm um die Schulter und drehte ihn sanft herum, sodass nun beide den Minivan ansehen konnten. »Ich bin mir sicher, dass du mir beipflichtest, dass das Leben voller Entscheidungen steckt. Banale Entscheidungen – was werde ich heute anziehen, was werde ich zum Frühstück essen – und Entscheidungen mit Folgen; welchen Karriereweg man einschlägt, welchen Ehepartner man sich aussucht. Manchmal werden wir gezwungen, über Leben oder Tod zu entscheiden. Fällt dir ein Beispiel für solch eine Entscheidung ein, Tom?«
»Bitte, helft mir einfach …«
»Versuch es mal, Tom.«
»Ich weiß nicht, bei einem geliebten Menschen den Stecker ziehen?«
»Ausgezeichnet«, lobte ihn Britney. »Du bekommst eine Eins mit Stern.«
Chad winkte mit dem Arm über die Unfallszene. »Siehst du, Tom, gleich kannst du hier an Ort und Stelle eine Entscheidung über Leben und Tod treffen.«
»Eigentlich geht es dabei um Leben oder Tod«, verbesserte Britney.
»Da hast du recht«, kicherte Chad. »Ich korrigiere mich: eine Entscheidung über Leben oder Tod.«
»Worüber zur Hölle redet ihr da?« Er sah hinüber zum Lexus, teilweise in Erwartung, seinen eigenen Körper in der Fahrerkabine zu sehen. Oder, entgegen dem, was sie gesagt hatten, war er vielleicht tatsächlich tot. Wenn er aber tot war, wo war er dann? Und warum sollte ein stechender Schmerz von seinen Lendenwirbeln und das Bein entlang toben?
»Die Sache kann auf zwei verschiedene Arten ausgehen«, erklärte Chad und zeigte auf die Karambolage. »Hier kommt Möglichkeit A.«
Tom hörte ein Surren, als würde ein altmodischer Kassettenrekorder zurückgespult. Plötzlich bewegte sich alles. Rückwärts. Es wurde zurückgespult bis zu einem Zeitpunkt ein paar Sekunden vor der Kollision.
Tom traute seinen Augen nicht. Er sah den grünen Minivan mit Rosie in östlicher Richtung auf die Brücke fahren, hinter den roten Pick-up. Er konnte den Fahrer jetzt erkennen: Ein gut aussehender Junge, vielleicht siebzehn oder achtzehn, der mit seinem Handy telefonierte. Er sah auch seinen Lexus, wie er sich den zwei anderen Autos näherte, und er saß am Steuer. Was aber unmöglich war, denn er stand ja auf dem Bürgersteig.
Er sah genauer hin. Er saß am Steuer.
»Irgendwie cool«, meinte Britney.
Tom konnte nicht wegsehen. Er sah sich selbst nach unten blicken, um Gayles SMS zu lesen.
»Man sollte am Steuer keine SMS schreiben«, mahnte Chad.
»Ablenkungen beim Fahren können tödlich sein«, ergänzte Britney.
Tom hörte die Hupen und die quietschenden Reifen. Er roch den verbrannten Gummi. Wie gelähmt sah er zu, wie der Lexus ins Schleudern geriet und außer Kontrolle auf den Minivan und den roten Pick-up zusteuerte.
Nur blieb dieses Mal die Kollision aus.
Rosie machte eine Vollbremsung, und der Minivan kam quietschend zum Stehen, sodass der Lexus noch vor ihr aus dem Schleudern herauskam. Der Lexus schlitterte über den Randstein, verfehlte den Laternenpfahl um Haaresbreite und kehrte schließlich auf die Fahrbahn zurück. Der rote Pick-up fuhr weiter. Tom konnte sehen, wie Rosie dem Fahrer des Lexus – ihm – den Mittelfinger durch das Fenster zeigte. Offenbar konnte sie ihn nicht genau sehen und erkannte das Auto nicht. Sie fuhr langsam wieder los und setzte ihren Weg in östlicher Richtung nach DC fort.
Als der Minivan vorbeifuhr, konnte Tom sehen, wie Janie und die anderen Mädchen wegen Rosies obszöner Geste kichern mussten.
Er winkte wie verrückt mit beiden Armen. »Janie!«
Zwar wusste er, dass sie ihn nicht hören konnte, aber er war so aufgeregt, sie lebend und in Sicherheit zu sehen, dass ihm das egal war. Er wandte sich wieder an Chad. »Wenn das ein Traum ist, dann möchte ich jetzt gerne aufwachen.«
Chad beachtete ihn nicht.
Erneut war das Surren zu hören und die Szenerie kehrte zu dem Zeitpunkt von vor ein paar Augenblicken zurück – die Zeit eingefroren, der Pick-up auf dem Dach, der Lexus um die Laterne gewickelt und Toms Tochter mitten im Schrei gefangen in einem grünen Minivan, der auf zwei Rädern über den Rand einer Brücke ragte.
»Und das hier ist Möglichkeit B«, sagte Chad. Er wischte mit dem Arm über die Unfallszene. Dieses Mal wurde die Szene nur ein paar Sekunden zurückgespult.
Tom wurde augenblicklich mit dem inzwischen bekannten Wirrwarr an Bildern, Geräuschen und Gerüchen konfrontiert: Ein gellender Schrei von der Frau mit dem Pudel; quietschende Bremsen und lärmendes Gehupe von anderen Fahrzeugen, die auswichen, um nicht in den Pick-up zu krachen; der ätzende Gestank von Qualm und verbranntem Gummi.
Er riss seinen Kopf herum, um den Minivan zu sehen. Die Flammen aus dem Motorraum bewegten sich jetzt. Sie hatten das Benzin, das aus dem Tank tröpfelte, in Brand gesteckt und versengten den grünen Lack unterhalb des Tankdeckels.
Gott, nein!
Die Flammen stiegen an der Seite des Vans empor bis zum Einfüllstutzen des Tanks.
Und der Wagen kippte langsam in Richtung Fluss.