Buchcover:
Neuerscheinung

Grimweave – Das Monster der grünen Hölle

von Tim Curran

Ein grausiges Vergnügen für echte Horror-Fans.

INHALTSBESCHREIBUNG


Tief im Dschungel von Indochina lauert etwas Uraltes. Etwas Böses. Ein riesiges, blutrünstiges Monster. Perfekt auf die extrem heiße und feuchte Umgebung des urzeitlichen Dschungels angepasst, schlägt es immer wieder unverhofft zu. Seine Opfer: Menschen. Michael Spiers, ein Marine-Scharfschütze, ist der einzige Überlebende eines früheren Aufeinandertreffens mit dieser Kreatur. Nun ist er ihr erneut auf den Fersen. Wider besseren Wissens hat er sich einer Marine-Force-Recon-Einheit angeschlossen, um das Monster zu jagen und zur Strecke zu bringen. Doch es dauert nicht lange, bis die Jäger zu Gejagten werden …

Pressestimmen

Tim Curran gehört für mich zu den interessantesten der modernen Horror-Autoren … stilistisch liegen seine Texte weit über dem, was uns die Fear- und Gore-Autoren sonst so kredenzen. Auch vorliegend gelingt es ihm scheinbar mühelos, seine Leser in die grüne Hölle des Vietnam-Krieges zu entführen. Geschickt baut er sukzessive das Grauen der zunächst diffus bleibenden Bedrohung durch die Bestie(n) auf …

Phantastiknews.de

Kapitel 1

Wie Mikado-Stäbchen lagen die Körper verstreut auf dem Boden. Alle waren gleich angezogen, in der typischen Ho-Chi-Minh-Kluft, bis hin zu den Sandalen und Kappen.

Die Gliedmaßen lagen in verrenkten und unnatürlichen Positionen, wie nur der Tod sie erfinden konnte. Bei den meisten war das Gesicht zerfetzt, manchen fehlte die Schädeldecke, wieder andere hatten Löcher im Rücken, wo die Hohlgeschosse das Rückgrat zersplittert hatten. Das waren die guten Treffer, die man bekommen konnte.

»Hier ist nicht viel, Gunny«, sagte Spiers, der nach Karten, Waffen und persönlichen Dingen suchte. Carmody stand unbeweglich wie eine Statue. Schweiß rann über sein grün bemaltes Gesicht. Er spuckte auf den Boden. »Ich will den Offizier«, sagte er. Seit sie die anderen alle umgenietet hatten und der Offizier ihnen wie ein Aal durch die Finger geglitten war, wiederholte er dies immer wieder. Das war wie ein Mantra: »Ich will den verdammten Offizier.«

»Er wird nicht weit kommen mit so einer Schussverletzung und wahrscheinlich stolpert er schon über seine Innereien.«

»Das kannst du nicht wissen.«

»Ich hab es durch meinen Sucher gesehen.«

»Einen Scheiß hast du gesehen.«

»Mann, wirklich.«

Carmody zog sich seine dreckige Kappe in die Stirn und leckte sich die Lippen. Sie schmeckten nach Salz, Lehm und Kordit.

»Du hast es durch deinen Sucher gesehen, Cherry? Willst du mir das jetzt weismachen? Ist das jetzt der Spruch des Tages?«

Spiers schüttelte den Kopf und blätterte durch zerknickte fleckige Fotos, die er den Toten abgenommen hatte. Es waren Bilder von deren Freundinnen. Sie sahen genauso aus wie die Huren und Barmädchen aus Saigon. Aus irgendeinem Grund fand er aber, dass sie doch anders aussahen. Er stopfte sie in seinen Rucksack.

»Komm schon, Gunny«, meinte er. »Ich bin jetzt seit acht Monaten in dem Land und bin keine Jungfrau mehr.«

Gunny lachte. »Acht Monate? Acht verdammte Monate? Du bist so frisch wie dein kleiner Pimmel mein Junge. Du hast noch nicht mal richtig Blut geleckt geschweige denn angefangen. Das hier ist meine dritte Tour. Wenn du drei Touren gemacht hast, du Scheißhausfliege, dann weißt du, was echte Scheiße ist. Es braucht allein drei Monate, um deine Eier abzukochen. Nach verdammten drei Scheißtouren weißt du, wie es ist, vom System so richtig gefickt zu werden.«

Spiers seufzte und zündete sich eine Zigarette an. Ja klar, jetzt geht es wieder los. 30 Jahre im Corps Bougainville und so weiter … »Alles schon gehört, Gunny, alles Scheiße und du bist der Held, wenn du schon nicht John Wayne bist.«

»John Wayne? Jetzt beleidige mich hier nicht und vergleiche mich mit dieser Hollywood-Schwuchtel, die nie gedient hat. John Wayne kann nicht das eine Ende eines Sturmgewehrs vom anderen unterscheiden. Der setzt sich doch zum Pissen.«

»War doch nur Spaß, Gunny.«

»Versuch das noch mal, und dann haben wir alle was zu lachen.«

»Schon gut.«

Carmody grinste wieder. »Das gefällt mir an dir, Cherry. Du hast vor niemandem Respekt. Was für ein Marine bist du eigentlich? Ich hab so das Gefühl, dass da ein Hippie in dir steckt, der versucht auszubrechen. Dass du dir deinen Arsch mit der Flagge abwischst und deinen BH verbrennst, wenn ich dich lassen würde.«

»Na, meine Titten sind hier in der Hitze schon verschwitzt genug, Gunny.«

Carmody machte ein finsteres Gesicht. Nun lachte Spiers. Das trauten sich nicht viele. Carmody war extrem bissig. Er mochte es, Leute zu zerfleischen. Er war gut darin. Wenn man aber mal hinter seine Fassade geblickt hatte, dann war er nicht ganz so schlimm. Man musste eben nur die Leichen übersehen, die er wie eine gezähmte Schlange hinterließ, und aufpassen, ihm nicht den Rücken zuzudrehen.

Spiers seufzte. »Die Waffen hier sind völlig wertlos, Gunny.« Er kickte nach einem Berg AK-47, die er den Leichen abgenommen hatte. »Noch nicht mal eine SKS drunter. Ich würde mein rechtes Ei für eine SKS tauschen. Jedes Mal, wenn wir hier draußen sind, denke ich, wir finden eine. Aber bis jetzt kein Glück.«

Eine SKS war eine halbautomatische Sturmwaffe, nach der er sich seit Monaten umschaute. Er war sich nicht mal sicher warum, nur der Tatsache, dass er noch keine bekommen hatte.

Carmody blickte in Richtung Baumgrenze. »Ja, ja, du und deine verdammte SKS. Und wer hat dir gesagt, du kannst dir einen Glimmstängel anmachen? Mach das Scheißding aus. Die Typen hier riechen den amerikanischen Tabak meilenweit.«

»Ich bin eh fertig.« Spiers zertrat die Zigarette mit seinem Stiefel in der feuchten Erde, sodass niemand einen amerikanischen Zigarettenstummel finden konnte.

Carmody zog sich die Mütze vom Kopf und schlug damit nach den Fliegen. Mit der anderen Hand kratze er sich seinen grauen stoppeligen Schädel. Mit dem Fernglas suchte er den Dschungel in alle Richtungen ab. Er fluchte und schüttelte den Kopf.

»Wenn dieser schlitzäugige Offizier angeschossen ist, dann hat er eine ziemlich gute Distanz gemacht.«

»Er stirbt sowieso, soll er. Den finden wir eh nie. Du weißt doch, wie die alle umfallen.«

»Halt‘s Maul, SuzieQ, und kümmere dich um die Waffen!«

Spiers machte sich daran, die AK‘s zu demontieren. Das war Standardverfahren. Was nicht mitgenommen werden konnte, musste für den Feind unbrauchbar gemacht werden. Im Falle von Sturmgewehren wurden diese so manipuliert, dass sie beim nächsten Gebrauch explodierten. Dem Feind etwas verweigern ging bis ins äußerste Extrem, wie alles in diesem Krieg. Die Infanterie zerstörte prinzipiell alles, was nicht mitgenommen werden konnte – sie verbrannten Hütten, sprengten Munitionslager, bauten Sprengfallen. Haustiere wie Schweine, Hühner und Hunde wurden erschossen und man brannte die Felder nieder. Es war eine regelrechte Kunst der völligen Zerstörung und es gab kein gefährlicheres Tier als einen losgelassenen amerikanischen 19-jährigen Jungen. Spiers hatte von SEALS und Berets gehört, die Giftflaschen in Brunnen schütteten oder Vieh mit Krankheitserregern infizierten. Vielleicht war das alles nur Schwachsinn, vielleicht aber auch nicht. Solche Geschichten jedenfalls machten die Runde und man versuchte nicht so viel darüber nachzudenken.

Spiers und Carmody waren ein Scharfschützen-Team, Kundschafter und Schütze, aber sie machten beide anteilig beides. Viel gab es nicht, was sie taten, außer dem Gegner Kugeln in die Köpfe zu ballern. Heute war es ein guter Überfall gewesen. Sechs Viet-Cong-Pioniere. Ein Kinderspiel. Sie hatten sie an einem trockenen Flussbett überrascht und einen nach dem anderen hochgenommen. Beide hatten sie den Feind verfolgt. Sie hatten oben auf einem Hügel in einem Bambusdickicht gehockt und geschossen, bevor die VC überhaupt kapierten, was los war. Es war fast schon zu einfach gewesen. Glatte Kopfschüsse in den meisten Fällen. Und jedes Mal hatte es Spiers gepackt: Sobald Köpfe fielen, drehte sein Verstand durch und die Schießerei fuhr wie ein elektrischer Nerv an ihm herunter. Es war fast schon obszön, einen Menschen so sterben zu sehen, zappelnd und windend und doch … faszinierend. Ein Nebenkriegsschauplatz, der einen anekelte, und doch musste man hinschauen. Keiner wünschte sich so einen Tod.

Carmody hatte schon ein paar Typen auf diese Weise hochgehen lassen. Die Schlitzaugen wollten es ja nicht anders, als sich so überwältigen zu lassen, während sie ihren Reis und Fisch verzehrten. Eigentlich sollte Uncle Ho ihnen dankbar sein für die Entsorgung der Bastarde. Nach der Schießerei hatte Carmody noch eine Granate ins Wasser geworfen, um dem Ganzen ein Ende zu bereiten. War zwar nicht unbedingt nötig gewesen, doch Carmody war eben sorgfältig. Trotz alledem war ihnen ein Offizier entkommen. Diese Viets konnten ganz schön hartnäckig sein, wenn sie wollten.

Spiers hatte ihn gut sehen können mit seinem Leinengürtel und dem roten Stern auf der quadratischen Alugürtelschnalle. Jawohl, ein Offizier. Er hatte ihn deutlich fallen sehen, als die Salve von Carmody ihn in den Bauch getroffen hatte, und doch war er entkommen. Verrückt. Nicht zum ersten Mal war Spiers vom Überlebenswillen der Menschen beeindruckt.

»Wir sollten unsere Ärsche besser hier rausbringen, Gunny«, sagte er mit einem unguten Gefühl. Die Sonne, die Hitze und der Gestank nach verfaultem Unterholz verunsicherten ihn. »Wir sollten nicht hier draußen bleiben.«

Doch Carmody hatte seinen typischen Blick.

»Ich denke, wir sollten diesen Offizier verfolgen, Cherry.«

Scheiße, dachte Spiers, da geht mein Feierabendbier flöten. Carmody, du verdammter Schlitzaugen-Jim-Jäger.

Er leckte sich das Salz von den Lippen. »Vielleicht sollten wir es jetzt dabei belassen, Gunny. Der Typ hat sich bestimmt in Richtung Basislager davongemacht. Wir sind nicht in der Lage, es heute noch mit einer ganzen VC-Kompanie aufzunehmen.«

»Sei nicht so ein Waschweib, Cherry. Da draußen ist kein Camp. Da ist gar nichts. Keine Charlies, noch nicht mal Tarzan. Nur ein Schlitzauge mit einem Bauchschuss, das ich endgültig erledigen will. Auch wenn der Hurensohn tot sein sollte, wenn wir ihn finden.«

Spiers schüttelte den Kopf. »Mann, der ist in Richtung Osten abgehauen, verdammt nochmal. Möglicherweise zur Grenze, nach Kambodscha, zu seiner Einheit. Verdammte Scheiße, wir sind wahrscheinlich selbst nicht weit weg davon. Wir sollen nicht über die Grenze, das weißt du so gut wie ich.«

»Sagt wer?«

»Die Vorschriften. Unser Auftrag.«

»Fick die Regeln, Cherry«, fluchte Carmody. »Ich will den Affenarsch. Ich will seinen dämlichen Schädel an meine Wand nageln. Außerdem sind wir gut zwölf Stunden von der Grenze entfernt und der liegt wahrscheinlich schon tot im Gebüsch. Ich sage, wir greifen uns den Hurensohn.«

Spiers spuckte aus. »Das sind keine zwölf Stunden, Gunny, wir sind viel näher dran. So weit draußen waren wir noch nie. Die Grenze ist garantiert hinter diesem Hügel, und dann werden wir gefasst.«

»Meinst du?«

Spiers nickte. »Die Chopper …«

»Mach dir nicht so ins Hemd, Cherry. Die kommen nicht. Solange niemand ein Signal gibt, wird hier keiner kommen. Sie werden uns frühestens morgen holen, und dann warten wir auf sie.«

»Oh Mann, Gunny, ich brauch ein kaltes Bier.«

»Fick dich, dein kaltes Bier und die heilige Maria.«

Spiers rieb sich die Augen. Er brauchte das jetzt, sowie Titten und einen Ritt. Das roch ja förmlich nach KIA (gefallen im Krieg) / WIA (verwundet im Krieg) oder noch schlimmer POW (Kriegsgefangener). Er wusste, dass so was passieren könnte. Carmody war verrückt nach diesen Schlitzaugen. Ein furchtloser Bluthund. Gewöhnlich waren sie ein Totschläger-Team, bestehend aus fünf Mann. Carmody, Spiers, zwei Infanteristen und ein Funker. Doch wenn es nur sie beide waren, dann benahm sich Carmody wie auf einem Vater-Sohn-Camping-Trip. Ein verdammter Pfadfinder auf Wanderschaft zum Camp Pokatwatta. Es war zwecklos, zu streiten. Carmody war der Ranghöhere.

»Okay, Gunny, wie du willst. Da kann ich nicht widersprechen. Ich mach, was ich soll, wie ein braver kleiner Soldat.«

»Das wollte ich hören, Cherry.«

»Ha, das glaub ich dir. Du bist nicht gerade bekannt für leben und leben lassen

Carmody blitze ihn an. »Glaub ja nicht, ich wüsste nicht, was du hier machst. Ich sehe dich doch diese kommunistische Propaganda-Scheiße lesen. Glaub ja nicht, ich hätte das nicht bemerkt.«

»Welche Propaganda?« Carmody spuckte auf eine Eidechse. »Diese chinesische Scheiße. Diese Chi-Com-Gehirnwäsche und all so was. Demnächst trägst du so ein verficktes Parteiabzeichen und lutschst Onkels Ho‘s Schwanz.«

Spiers musste fast laut lachen. Das Buch, auf das Carmody anspielte, war Sun Tzu’s »Die Kunst des Krieges«, ein klassischer Text über die Kriegsführung der Han-Dynastie, geschrieben vor weit über zweitausend Jahren. Er fand es ziemlich interessant, allerdings nicht so, dass er es gekauft hätte. Hatte er auch nicht, er hatte es sage und schreibe gefangen. Das Buch war ihm von einem Green Beret auf dem Weg ins A-Shau-Tal aus einem Chopper zugeworfen worden. Das war vor sechs Monaten gewesen und Spiers hatte es immer noch. Es war zerknittert und verschmiert und hatte ziemlich viele Eselsohren. Doch er schaute immer wieder rein, obwohl er es schon zweimal von vorn bis hinten durchgelesen hatte. Es war zu ihm wie Manna aus dem Himmel gekommen und er sah es als eine Art Talisman.

»Da ist nichts Kommunistisches dran, Gunny.«

»Eine Scheiße.«

Carmody würde es niemals glauben, und Spiers wusste das. Bücher waren nichts für Carmody. Er las die Sportseite der Zeitung, die gerade die Runde machte, und weigerte sich sogar die Schlagzeilen der sogenannten Linken Presse zu lesen. Etwas, das Spiers ziemlich amüsant fand. »Das mag ich so an dir, Gunny. Du bist so verdammt engstirnig. Das Pentagon erzählt dir irgendeine Scheiße, und du benimmst dich, als wäre es das normalste der Welt.«

Carmody kam dicht an ihn ran: »Hör mal zu, Cherry. Ich bin kein verdammter Fahnenschwinger. Ich kam nach Vietnam, um zu töten. Du magst denken, es sei für Vaterland und Ehre, aber das zeigt nur, wie verdammt beeinflusst DU bist. Ich töte Kommunisten, weil ich sie hasse, und es macht mir Spaß, die kleinen Ficker zu töten. Ich trete auf sie wie andere auf Fliegen. Es macht mir eine unbändige Freude diese kleinen Ungeziefer zu zertreten und zu zerquetschen, weil ich eine fiese und herzlose Motherfucking-Killermaschine bin. Ich bin die Scheiße in ihren Reistöpfen, und jedes Mal, wenn Charlie drauf kaut, wird er sich vor meinem Geschmack ekeln.«

»Gunny, bei allem Respekt, langsam glaub‘ ich, du bist ein erstklassiger Psychopath.«

»So ist es, mein Junge, ich nehme Leben, trinke Blut und ficke Leichen. Ich lasse Ärsche erzittern und Eier schrumpfen. Ich bin der Albtraum jeder Mutter und ein feuchter Traum für jeden Oberbefehlshaber.« Er grinste sadistisch und zwinkerte Spiers zu. »So, nachdem das geklärt ist, tüten wir jetzt den Offizier ein.«

Spiers zuckte mit den Schultern. Er hatte eh nichts zu sagen und wusste das auch. So viel dazu, zur Basis zurückzukehren für ein paar kalte Bier und eine ordentliche Mütze Schlaf. Heute würden sie »FSB Deep Cut« jedenfalls nicht mehr sehen. Vielleicht morgen … obwohl … wohl kaum.

Carmody prüfte seine Ausrüstung mit dem Eifer eines Jungen, der vor seiner ersten Novemberjagd von seinen ersten Hirschgeweihen und Trophäen träumte. Der Glanz in seinen Augen war jedenfalls der Gleiche.

»Ich geh nochmal pissen, bevor es losgeht«, verkündete Spiers.

Carmody knurrte. »Oh Mann, du hast die Blase einer Zwölfjährigen. Dann lüfte deinen Schlitz und mach deinen Rock nicht nass. Herrgott nochmal.«

Spiers verschwand hinter einem Baum. Warum auch immer. Schließlich lebte er schon seit Monaten in enger Gemeinschaft mit kampferprobten Marines – rau, derb und anzüglich – und da gab es so was wie Privatsphäre nicht. Doch wenn man sie bekommen konnte, dann nahm man sie sich. Unabhängig der Geschichten über die armen Bastarde, die von Charlies kaltgemacht worden sein sollen, wenn sie pinkeln waren.

Als er zurückkam, starrte Carmody auf die mit Fliegen übersäten Körper, die in der Hitze schmorten. »Wir sind bald wieder zurück. Stellt schon mal eine Kerze ins Fenster.«

»Komm schon«, sagte Spiers.

Carmody grinste, kein sehr schöner Anblick. Seine Zähne waren wie gelbe Grabsteine in seinem vernarbten und bemalten Gesicht.

»Schnapp dir dein Zeug. Wir krallen uns einen Chuck und treten ein wenig in Scheiße.«

Spiers hatte das Gefühl, dass sie in noch viel größere Scheiße geraten würden. In etwas, das er nicht benennen konnte.

Ende der Leseprobe

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