EXTREME 2: VERRÄTER

4,99 13,95 

Chris Ryan

THRILLER

Band 2
Serie: Extreme

Chris Ryan, der Erfinder der erfolgreichen TV-Serie »Strike Back«, befördert Sie mit seiner Extreme-Reihe direkt ins explosive Geschehen. Und wer die TV-Serie kennt, weiß, was ihn erwartet. »Extreme« ist atemlose Actionkost, die wirklich hält, was sie verspricht. Wer seit Jahren vergeblich auf einen echten kompromisslosen Actionkracher wartet und zudem mit Spielen wie »Call of Duty« oder »Medal of Honor« etwas anfangen kann, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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Beschreibung


Im Wettlauf um immer mächtigere Waffensysteme ist die Zukunftstechnologie zur neuen Frontlinie des weltweiten Terrorismus geworden. Als der amerikanische Geheimdienst eine Schläferzelle in ihrer Mitte vermutet, aktiviert die Firma ihren kaltblütigsten Soldaten – den totgeglaubten SAS-Helden John Bald. Seine Mission: den Schläfer neutralisieren, bevor er die streng geheime Waffentechnologie dem Feind zuspielen kann.
Der Einsatz misslingt, und nun muss Bald den Schläfer von den Gettos Floridas bis ins kriegsgeschüttelte Tripolis verfolgen, während ihm ein gnadenloser Auftragskiller des CIA auf den Fersen ist. Schnell verschwinden auf der Jagd nach der Technologie und der Wahrheit die Grenzen zwischen Freund und Feind, und Bald bleibt nur noch sein Kampfinstinkt, um am Leben zu bleiben …

Chris Ryans Extreme – extreme Action, extremes Tempo, extreme Sprache.


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Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2017

Format

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

364

ISBN

978-3-95835-269-8

eISBN

978-3-95835-270-4

Leseprobe


Sein Name war Hauser und er eilte den Korridor so schnell hinunter, wie es sein kaputtes rechtes Bein erlaubte. Die metallene Werkzeugkiste, die er bei sich trug, war schwer und verschlimmerte sein Humpeln noch. Vor der letzten Tür auf der rechten Seite blieb er stehen. Ein gelbes Schild besagte »WARNUNG! ZUTRITT NUR FÜR AUTORISIERTES PERSONAL!« Er fischte einen Schlüsselanhänger aus seiner mit Farbe befleckten Hose und ging solange die Schlüssel durch, bis er den richtigen fand. Seine Hand zitterte. Er schaute über seine rechte Schulter zu den Aufzügen zehn Yards den Korridor hinauf. Zufrieden, da die Luft rein schien, steckte der den Schlüssel ins Loch und drehte ihn. Es gab eine Reihe von Klicks, als sich die Zylinder im Schloss bewegten, und dann ein befriedigendes Klack, als sich das Schloss öffnete.

Hauser betrat den Raum. Es war ein vier Quadratmeter großer Dschungel aus Aktenschränken, Pappkartons und Industrieregalen mit einem großen, abgedunkelten Fenster, das auf die Straße hinunter zeigte. Hauser humpelte zum Fenster. Mit jedem Schritt schoss ein stechender Schmerz in seinem Bein hinauf, so als hätte jemand Glasscherben an sein Schienbein geklebt. Vor dem Fenster hielt er an und legte die schwarze gerollte Plane ab, die er unter dem linken Arm trug. Dann stellte er die Werkzeugkiste neben die Plane und beobachtete das Treiben vor dem Fenster. Er befand sich im vierten Stockwerk eines Bürogebäudes, welches direkt an das Lanesborough Hotel an der Hyde Park Corner grenzte. Die derzeitigen Mieter waren irgendeine Marketing Agentur, die, wie er wusste, mit der Miete weit im Rückstand waren. Sie würden bald umziehen müssen. Eine Schande. Aus dieser Höhe hatte Hauser eine gute Aussicht. Die Gehwege waren vollgepackt mit Pendlern und Touristen, die entweder aus der U-Bahn-Station an der Hyde Park Corner herausströmten oder hinein. Etwas weiter entfernt war das verblichene Grün des namensgebenden Parks selbst zu sehen.

Ja. Das war wirklich eine tolle Aussicht. Ganz besonders dann, wenn man vorhatte, jemanden zu erschießen. Hauser trug einen bis dahin vakuumverpackten Ganzkörper-Maleranzug. An dem Overall gab es eine Kapuze. Außerdem trug er OP-Handschuhe. Der Anzug und die Handschuhe würden dafür sorgen, dass er seine DNA nicht am Tatort hinterließ, und ihn zudem vor Rückständen wie Schießpulver schützen. Hauser kniete sich hin. Langsam, weil jede schnelle Bewegung schmerzhafte Stromstöße durch sein rechtes Bein jagte, öffnete er die Werkzeugkiste. Sie war verrostet und schwergängig, und er musste das verdammte Ding mit beiden Händen aufstemmen. Schließlich klappte sie auseinander. Auf jeder Seite befanden sich jeweils drei Fächer, und jedes davon enthielt Werkzeuge. Hauser ließ seine Finger darüber gleiten. Da waren ein Gummihammer, Reißnägel, Spachtelmasse, ein Bolzenschneider, ein Paar Saugnäpfe, ein großer Ring mit unterschiedlichen Inbusschlüsseln und eine Wasserwaage.

In dem großen Fach auf dem Boden der Werkzeugkiste befanden sich noch zwei weitere Gegenstände. Der eine war ein Diamantschneider. Der andere war ein nichtssagendes schwarzes Rohr, fünfundzwanzig Zentimeter lang, mit einem Durchmesser von neun Zentimetern. Aus Karbonfasern gefertigt wog es nur dreihundert Gramm, kaum mehr als ein Tennisschläger. An der Unterseite befand sich ein Verschluss. Hauser drückte darauf, worauf ein Pistolengriff heraussprang und das Rohr in ein kurzläufiges Gewehr verwandelte.

Hauser lud die Waffe durch. Das Ganze hatte nicht länger als vier Sekunden gedauert. Vier Sekunden, um ein Gewehr mit selektivem Feuermodus und einer Reichweite von dreihundert Yards schussbereit zu machen.

Er legte das Gewehr ab und nahm den Diamantschneider aus der Werkzeugkiste. Nun deutlich schneller zog er den Glasschneider an den Rändern des Fensters entlang, bis er ein viereckiges Stück Glas so groß wie ein Vierzig-Zoll-Fernseher ausgeschnitten hatte. Dann holte er die Saugnäpfe hervor und presste jeweils einen in jeder Hand an die Ränder des ausgeschnittenen Fensters. Das Glas lies sich leicht herauslösen. Hauser legte es mit den Saugnäpfen auf den Boden. Dann nahm er die Plane, den Hammer und die Reißnägel zur Hand und befestigte eine Seite der Plane an der Decke. Den Rest ließ er über die Öffnung hängen. Von der Straße aus gesehen würde die Plane den Anschein von reflektierendem Glas erwecken. Wenn jemand zu dem Fenster hinaufsähe, würde er gar nichts erkennen.

In der Hocke, mit dem linken Knie auf dem Boden, stemmte sich Hauser den Kolben fest in die Y-förmige Vertiefung, wo seine Schulter in seine Brust mündete. Sein Zeigefinger ruhte auf dem Abzug, dann übte er etwas Druck aus. Er spulte die Abläufe ab, wie er es schon tausende Male getan hatte.

Einatmen. Ausatmen.

Das Ziel im Fokus behalten.

Die Schulter angespannt. Die linke Hand unterstützt die rechte.

Die Frau in seinem Visier bedeutete ihm nichts. Sie war einfach nur die erste Person, auf die er zielte. Sie saß auf einer Bank und aß ein Sandwich. Das Zielfernrohr war so präzise, dass Hauser die Marke erkennen konnte. Pret a Manger.

Er betätigte den Abzug.

In der einen Sekunde aß sie noch ihr Sandwich und hielt sich in der nächsten ihre Eingeweide.

Das Unterschall-Randfeuer-Geschoss Kaliber .22 hatte ein Loch in ihren Bauch gerissen, groß genug, dass ein Mittelfinger darin Platz fand.

Dann zielte er noch weitere sieben Mal auf Bäuche. Anders als Kopfschüsse brachten Schüsse in den Bauch einen Menschen nicht um, und Hauser hatte strikte Weisung, niemanden umzubringen. Nur verletzen. In schneller Folge feuerte er die Schüsse ab. Zwei Sekunden zwischen jedem Schuss. Jedes Mal gab die Mündung ein pfeifendes Geräusch von sich, und der Lauf zuckte nach oben.

Leute fielen zu Boden.

Die Menge war nach den ersten beiden Schüssen verunsichert. Der eingebaute Schalldämpfer verhinderte, dass sich die Schüsse wie das donnernde Ka-Rack einer Kugel anhörten. Aber als das dritte Ziel zusammenbrach, wusste jeder, dass etwas Furchtbares vor sich ging. Panik brach los, alle versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.

Vierundzwanzig Sekunden. So lange hatte Hauser gebraucht, um acht Zivilisten auf dem Gehsteig niederzustrecken, wo sie in ihrem eigenen Blut lagen und Wunden umklammerten. Die Opfer waren auf seltsame Weise stumm. Niemand wagte es, sich ihnen zu nähern. Jeder klar denkende Mensch würde erst ein sicheres Anzeichen abwarten, dass die Schüsse aufgehört hatten.

Hauser trat von dem Fenster zurück. Er war zuversichtlich, dass ihn niemand gesehen hatte. Der Schalldämpfer hatte neunzig Prozent des Geräuschs geschluckt, was es schwierig machte, überhaupt genau zu sagen, ob es sich um Gewehrschüsse gehandelt hatte, geschweige denn ihren Ursprungsort ausfindig zu machen. Ein Windstoß wehte herein. Die Plane flatterte. Hauser klappte schnell die Waffe zusammen und verstaute sie wieder in der Werkzeugkiste. Den Overall würde er rasch entsorgen, in einer nahegelegenen öffentlichen Toilette, zusammen mit einem angezündeten Streichholz und etwas feuchtem Toilettenpapier, um den Rauchmelder zu täuschen. Er verließ den Raum.

In der Ferne waren Polizeisirenen zu hören. Und nun auch Schreie aus der Menge, als hätten die Sirenen ihnen die Erlaubnis dafür erteilt.

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