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DRAKE RAMSEY: DAS GOLD DER INKA

2,49 14,00 

Russell Blake

Thriller

Band 1
Serie: Drake Ramsey

Thriller-Bestseller von einem der populärsten New-York-Times Autoren!

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Inhalt


Als ein vergessenes Notizbuch Jahrzehnte nach dem Verschwinden von Drake Ramseys Vater im Dschungel des Amazonas auftaucht, entschließt sich Drake, in dessen Fußstapfen zu treten und sich auf die Suche nach dem legendären Schatz der Inka aufzumachen, der in der verlorenen Stadt Paititi versteckt sein soll.
Doch er ist nicht allein auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt – sowohl der CIA als auch russische Auftragskiller sind Drake dicht auf den Fersen und auch der Dschungel selbst hält einige Überraschungen für den frisch gebackenen Abenteurer bereit.
Ein wahnwitziger Wettlauf um Ruhm, Geld und das nackte Überleben beginnt …


»Man fühlt förmlich den Dschungel um sich herum und hört die Wildtiere.« [tigerbea, wasliestdu]

»Die Beschreibungen der grünen Hölle überzeugen auch in Details, man vermeint regelrecht, die schwüle Hitze auf der Haut zu spüren, hält nach Giftschlangen und Jaguaren Ausschau und begibt sich auf moderne Schatzsuche.« [phantastiknews]

»Insgesamt eine bunte, nette, recht flotte und unterhaltsame Story über 360 Seiten und mit einer Fortsetzung gesegnet, die im Original “Emerald Buddha” lautet. Und ich werde sie mir wieder greifen …« [scarecrows area]


auch hier erhältlich (Auswahl) … AMAZON | THALIA | WELTBILD | HUGENDUBEL | MAYERSCHE | BÜCHER.DE | KOBO

Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2016

Formate

Taschenbuch / Ebook (epub, mobi)

Seiten

364

ISBN

978-3-95835-118-9

eISBN

978-3-95835-119-6

Leseprobe


Patricia hetzte aus ihrem Blumenladen in Richtung Auto. Die Nacht war schon vor Stunden angebrochen und der Feierabendverkehr längst vorbei, die Innenstadt wirkte wie ausgestorben. Normalerweise blieb sie nicht so lange im Geschäft, aber am Monatsende musste sie die Buchhaltung erledigen. Es waren harte Zeiten und sie musste sich selbst um den Papierkram kümmern – dabei durfte sie sich glücklich schätzen, dass sie ihren Betrieb überhaupt am Laufen halten konnte.

  Ihre Absätze klackerten laut auf dem Gehweg, ihr Atem wurde in der eiskalten Nacht zu Dampfwolken, und dann hörte sie plötzlich wieder dieses Geräusch – jemand oder etwas war hinter ihr her. Sie gab sich Mühe, ruhig zu bleiben, während sie in ihrer Handtasche nach dem Pfefferspray wühlte, das sie vor Jahren dort versteckt hatte, in der Hoffnung, es würde noch funktionieren. Sie versuchte auch, sich an die effektive Reichweite zu erinnern, konnte aber keinen anderen Gedanken fassen, als dass sie anfangen sollte, zu rennen. Sie musste rennen, und zwar so schnell sie konnte; zu ihrem wartenden Auto, wo sie in Sicherheit sein würde.

  Sie zögerte an einer düsteren Straßenkreuzung und lauschte nach akustischen Anzeichen ihres Verfolgers. Ein kratzendes Geräusch hinter ihr, nicht einmal zwanzig Meter entfernt, bestätigte ihre schlimmsten Befürchtungen. Doch sie zwang sich erneut zur Ruhe. Das hätte alles Mögliche sein können. Eine Katze zum Beispiel. Oder der Deckel einer Mülltonne, der vom Wind bewegt wurde. Oder eine Ratte, die darin nach Schätzen grub. 

  Als sie um die Ecke bog, startete sie trotzdem einen Sprint in Richtung des Parkplatzes und ließ den letzten Anschein von Gelassenheit fallen. Wer auch immer hinter ihr her war, bekam jetzt auf jeden Fall mit, dass sie alarmiert war. Da konnten sich die Stimmen in ihr noch so lange streiten, sie war davon überzeugt, dass ihr jemand folgte.

  Visionen von Serienkillern plagten ihre Gedanken, als sie die hüfthohe Betonmauer erreichte, die den Parkplatz umschloss. Sie kämpfte sich durch das verrostete und laut quietschende Drehkreuz und kramte in ihrem Mantel nach dem Schlüssel, während sie sich dem Wagen näherte. Dabei betete sie zu Gott, dass die alte Mühle beim ersten Versuch anspringen würde und verfluchte sich selbst, dass sie den dringend nötigen Gang in die Werkstatt nun schon monatelang aufgeschoben hatte. 

  Sie hoffte sehnlich, dass diese Entscheidung nicht ihren Tod bedeuten würde.

  Patricia fummelte mit den Schlüsseln herum und schaffte es, die Autotür zu öffnen. Ohne Zeit zu verlieren, glitt sie auf den Fahrersitz und ließ ihre Handtasche neben sich fallen. Als sie den Zündschlüssel drehte, verriegelten sich automatisch die Türen, doch der Anlasser leierte nur kraftlos vor sich hin.

  »Oh Gott, nein! Nun mach schon!«, murmelte sie.

  Zwei schwarzbehandschuhte Fäuste krachten gegen die Fahrerscheibe. Patricia schrie auf und drehte den Zündschlüssel erneut. Mit einem heiseren Röhren stieß der Wagen eine schwarze Wolke aus. Sie legte den Vorwärtsgang ein und trat das Gaspedal durch; genau in diesem Moment nahm sie die eindeutige Form einer Pistole im Außenspiegel wahr. In Panik schleuderte sie auf die Straße zu und duckte sich, als sie die orangefarbene Blüte eines Mündungsfeuers im Rückspiegel erhaschte, Sekundenbruchteile bevor ihre Heckscheibe in einem Regen aus Sicherheitsglas zersprang. 

  Das altersschwache Auto holperte über die Bordsteinkante, weil sie die Ausfahrt viel zu eng nahm, und dann raste sie die Straße hinunter. Hinter ihr tauchte ein Paar Scheinwerfer auf, das sich unangenehm schnell näherte. Fassungslos starrte sie in den Rückspiegel und raste weiter in Richtung des Highways, der sie in die relative Sicherheit ihres bescheidenen Häuschens etwa zehn Minuten außerhalb der Stadt führen sollte.

  Patricia fegte über die rote Ampel am Fuße der Auffahrt hinweg. Doch ihr Triumphgefühl hielt nicht lange an, denn der Verfolger blieb ihr nicht nur auf den Fersen – er kam auch immer näher, obwohl sie das Gaspedal schon fast durch den Unterboden trat. Sie hörte ihren Puls in den Ohren hämmern und ein unsichtbares Band schnürte ihr den Atem ab. 

  »Komm schon, komm schon …« zischte sie und trieb ihren alten Buick zu Höchstleistungen an, während sie an der Tankstelle vorbeiraste, die die Stadtgrenze markierte.

  Ein kalter Wind zerrte an den Bäumen am Rande des Highways und der Tacho quälte sich langsam an der 80-Meilen-Markierung vorbei. So schnell war der Wagen noch nie gefahren, doch es reichte nicht, um dem Verfolger zu entkommen: Ihr Blick schnellte wieder in den Rückspiegel und das andere Auto war nicht einmal 50 Meter entfernt.

  Mit inzwischen 96 Meilen pro Stunde bekam sie die Kurve direkt vor der Brücke nicht mehr. Die Reifen quietschten wie ein sterbendes Tier, und dann flog der Wagen in einem kraftlosen Bogen durch die Luft.

  Die Limousine, die gefolgt war, rollte langsam aus und kam am Rande der Brücke zu stehen. Ein Handschuh des Beifahrers griff nach oben und schaltete die Innenbeleuchtung aus. Langsam schaute er sich um und stellte fest, dass sonst niemand auf der Straße unterwegs war. Er ging auf das Geländer der Brücke zu und starrte in die Dunkelheit des trüben Wassers, das fünfzig Meter unter ihm vorbeidonnerte. Am Fuße der Böschung lag der Buick halb versunken und völlig zerstört im Wasser. 

  Er schüttelte den Kopf und zog seinen Kragen hoch; ein schwacher Schutz gegen den eisigen Wind. »Das kann niemand überlebt haben«, sagte er, als er zum Auto zurückkehrte. 

  »Und jetzt?«, fragte der Fahrer, dessen Hände lässig auf dem Lenkrad ruhten.

  Sein Gegenüber warf einen Blick auf den Vollmond, der schief zwischen den Wolken hindurch grinste. »Jetzt kommt der schwierige Teil.«

***

Lieber Drake,

wenn du diese Zeilen liest, bin ich tot. Wieso und warum ist jetzt nicht von Belang. Wichtig ist, dass du einige Dinge über deine Vergangenheit erfährst. Wichtige Dinge über deinen Vater, meinen Bruder.
Nach seinem Tod bin ich aus Portland weggezogen und habe alles hinter mir gelassen. Das habe ich getan, weil die Männer, die ihn umgebracht haben, auch nach mir suchen würden. Genau wie sie deine Mutter gesucht hätten, wäre sie nicht schon gestorben. Was mir übrigens wirklich sehr leidtut, denn sie war ein wahrer Engel und ich vermisse sie.
Wo soll ich anfangen?
Ich war bei deiner Taufe dabei. Bei deinen ersten vier Geburtstagen. Bei unzähligen Ausflügen, Picknicks, Abendessen. Doch dann hat sich alles verändert. Dein Vater ging fort und kehrte nie mehr zurück. Aber damit greife ich der Geschichte zu weit vor.
Kennst du die Geschichte zu deinem Vornamen? Du wurdest nach einem der größten Abenteurer aller Zeiten benannt: Sir Francis Drake. Dein Vater bewunderte seinen Mut, und das hat vermutlich sein Schicksal besiegelt. Dein richtiger Nachname ist Ramsey. Drake Ramsey. Deine Mutter und ich hatten unsere Namen nach dem Tod deines Vaters geändert, und deinen natürlich auch. Warum du also nicht mehr Ramsey heißt, ist eines der Hauptthemen dieses Briefes.
Dein Vater hat dich über alles geliebt. Worte können seine Freude darüber, dass du auf die Welt gekommen bist, gar nicht ausdrücken. Dass du ihn selbst nie wirklich kennenlernen wirst, bricht mir das Herz.
Dein Vater, Ford Ramsey, war ein Abenteurer. Ein Schatzjäger. Er war ein guter Mann, aber er hatte etwas Wildes an sich, das sich nicht im Zaum halten ließ. Deine Mutter wusste das, als sie ihn heiratete, doch es machte ihr nichts aus.
Er wurde getötet, als er eine Inka-Stadt suchte, die Überlieferungen zufolge den größten Schatz aller Zeiten beherbergen soll. Das Notizbuch enthält alle seine Recherchen und Überlegungen dazu, bis zu dem Punkt, da er nach Südamerika aufbrach. Wenig später erreichte uns die Nachricht, dass er im Dschungel umkam – ermordet unter ungeklärten Umständen. Ich weiß das überhaupt nur, weil sein treuester Freund und Begleiter, der ebenfalls seinen Namen geändert hat und sich nun Jack Brody nennt, mit dem Leben davon gekommen ist.
Ich habe dir das wenige Geld überlassen, das ich in meinem Leben ansparen konnte. Dazu das wertvollste Geschenk, das ich bieten kann: Die Worte deines Vaters, in seiner eigenen Handschrift, die sein Vorhaben detailliert beschreiben. Lies seine Aufzeichnungen und pass gut darauf auf. Ihr Wert ist unschätzbar.

Deine dich liebende Tante,
Patricia Ramsey.