DONALD TRUMP UND DAS HAARTEIL DES GRAUENS – Greg Sisco

12,99 

Greg Sisco

FANTASY, SATIRE

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Beschreibung


Die Welt kennt ihn als selbstlosen Wohltäter und Menschenfreund – Donald Trump. Und niemand weiß, wie viel Gutes dieser Mann noch hätte bewirken können, wäre nicht eines Tages ein hinterhältiger Gehirnparasit, der wie das furchtbarste Haarteil der Welt aussieht, aus einem Sumpf gekrochen, um sich an Mr. Trumps Kopf festzukrallen.
Über Nacht verwandelt sich dieser so bescheidene wie beliebte Milliardär in einen wütenden und rücksichtlosen Egomanen.
Bei seinen Recherchen zu einer neuen TV-Serie stößt Michael Moore, der vormals bejubelte, nun aber ausgebrannte Dokumentarfilmer, auf eine uralte Verschwörung, die mit Donald Trumps seltsamen Verhalten in Verbindung zu stehen scheint. Als Trump dann auch noch verkündet, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden zu wollen, muss sich Michael Moore mit Verschwörungsfanatikern, Reptilienmenschen und sogar Republikanern zusammentun, um hinter das Geheimnis von Trumps grotesker Frisur zu kommen und die amerikanischen Bürger vor einer schrecklichen Zukunft zu bewahren.

Zusätzliche Information

Ersterscheinung

2018

Format

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

ca. 250

ISBN

978-3-95835-293-3

eISBN

978-3-95835-294-0

Leseprobe


»Mr. Trump, Sie müssen aufhören, Geld an alle zu verschenken, die es brauchen«, sagte Sy.
Der makellos frisierte Trump lachte nur.
Die Intervention war schon über eine Stunde im Gange. Geschäftspartner, Assistenten, Freunde, Familie, die im Kreis in seinem bescheidenen Wohnzimmer saßen – sie alle wechselten sich damit ab, ihm zu sagen, dass er zu großzügig war, zu selbstlos.
»Erinnern Sie sich an das eine Mal«, sagten sie, »als Sie diesem obdachlosen Mann zehntausend Dollar gegeben haben?«
»Erinnern Sie sich daran, als Sie drei Millionen Dollar in einer Woche verdient und dann fünf für wohltätige Zwecke gespendet haben?«
»Ich war am Boden zerstört, als Sie das Haus dieser Frau von der Bank kauften, nur um es ihr zurückzugeben. Wo war das Profitmotiv?«
Trump stand auf.
»Ich weiß zu schätzen, dass ihr euch alle um mich sorgt. Wirklich. Aber was ihr zu ändern versucht ist der fundamentale Kern dessen, wer ich bin.«
Während er sprach, bewegte er sich auf das eingerahmte Poster zu.
Jedes Mal, wenn er neue Besucher hatte, fragten sie ihn nach dem Poster. Es hing an der Wand gegenüber der Couch, über einem Fernsehtisch, anstelle eines Fernsehers. »Wo ist Ihr Fernseher?«, fragten ihn seine Gäste und er zeigte aufs Poster. »Das sind die Nachrichten. Das ist alles, was man wissen muss.« Und dann lächelten sie normalerweise und schüttelten die Köpfe. Manchmal lachten sie ihn aus, manchmal sagten sie, sie wünschten, wie er sein zu können, aber ihre Reaktionen waren nicht wichtig.
Das Poster zeigte ein Zitat, das gern Mahatma Gandhi zugeschrieben wurde. Die Zuordnung war fragwürdig, aber die Eindringlichkeit der Botschaft verlieh ihr Glaubwürdigkeit, so oder so. Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt, stand auf dem Poster.
»Das mache ich anstelle fernzusehen«, sagte Trump zu allen Anwesenden. »Jeden Tag sitze ich auf dieser Couch und denke darüber nach. Welche Veränderung möchte ich in der Welt sehen? Wie kann ich persönlich die Welt heute zu einem besseren Ort machen? Also, welche Veränderungen möchtet ihr in der Welt sehen? Wollt ihr dabei zusehen, wie sich die Menschen selbst isolieren, horten, was sie haben, süchtig nach materiellen Besitztümern, und ihre Nester bauen, voller Gleichgültigkeit oder mit obszönen Gesten für jene, die heute nichts zu essen haben?«
Niemand sah ihm in die Augen, und so fuhr er fort.
»Wir sind eine Nation voller Laptops und Smartphones, Großbildfernseher, Autos und Trucks und Motorräder. Wir haben riesige Häuser – fünfmal so viel Platz, wie wir zum Leben brauchen, manchmal hundertmal. All diese Besitztümer, das sind hundert Dollar hier, tausend da, zehntausend für dies, hunderttausend für das. Und da draußen sterben Menschen. Sie sterben und es kostet sie einen Dollar am Tag, um zu überleben. Ihr kauft einen Tausend-Dollar-Computer und ein Kind stirbt und es hätte weitere zehn Jahre leben können, wenn ihr einfach den Computer in der Bibliothek benutzt hättet, aber darüber denkt ihr nicht nach. Niemand denkt darüber nach. Die Menschen … es ist ihnen einfach egal. Alle wollen, dass was getan wird, aber jeder will, dass jemand anderes es tut. Jemand Reicheres. Wir gehen bis ans Limit unserer Mittel und überzeugen uns selbst davon, dass wir pleite sind, aber wir sind nicht pleite. Auf einer globalen Skala geht es den meisten von uns als Individuen gut. Also helft jemandem. Helft jemandem, der weniger reich ist. Wir alle sind für irgendwen reich.«
»Sie besitzen eine Menge Geld«, sagte Sy, »aber Sie könnten mehr haben. Wenn Sie mehr ins Geschäft stecken und weniger da hinein, Menschen zu helfen, könnten Sie das Geschäft so sehr vergrößern, dass …«
»Was wäre der Sinn?«, fragte Trump. »Geld zu verdienen, um mehr Geld dafür auszugeben, mehr zu verdienen, wieder und wieder … Wie viel muss man verdienen, bis man anfängt, sich um die Menschen zu kümmern, die weniger haben?«
»Wir sind schlicht darum besorgt, dass Sie den Wert eines Dollars verkennen«, sagte Sy.
»Manchmal habe ich Ihretwegen dieselben Bedenken«, sagte Trump.

***

Die Kreatur unsagbaren Schreckens huschte auf ihren nadelspitzen Beinen durch die Straßen von Manhattan. Durch Gassen und hinter Müllcontainern kroch sie voran, auf der Suche nach einem, der vor dem in Strömen vom blitzenden Himmel herunterklatschenden Regen floh.
Auf der anderen Straßenseite erhellte ein Licht aus einem Fenster den verregneten Gehweg wie eine Werbeanzeige für Wärme. Autos sausten über den Asphalt und jagten Wellen von Regenwasser und Abfällen über den Beton, wo sich einige unglückliche Menschen zusammendrängten und in Gebäude eilten oder einen geschützten Ort zum Schlafen suchten.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt, verkündeten die Aufkleber auf den Autos, die die Obdachlosen nass spritzten.
Die Kreatur unsagbaren Schreckens verstand keine Ironie, aber die Worte widerten sie auf einer instinktiven Ebene an.
Die Kreatur schlüpfte hinter einem Müllcontainer aus der Gasse hervor und auf den Bürgersteig. Ehe sie die Straße erreichte, zerriss der Schrei einer Frau die Nacht und ein hochhackiger Schuh ließ sie auf die Gehwegplatte stürzen. Eine junge Frau rechts der Kreatur stolperte rückwärts, noch immer kreischend, während ein Mann sie bei den Schultern festhielt und ihr sagte, dass sie in Sicherheit war.
Einen Augenblick lang malte sich die Kreatur aus, wie sie das Paar ansprang und das Leben aus ihnen saugte, aber stattdessen drehte sie sich um und floh über die Straße, auf das Fenster mit dem wärmenden Lichtschein zu.
»Was war das?«, fragte der Mann.
»Es sah aus wie das hässlichste Haarteil, das ich je gesehen habe, aber es hat sich bewegt«, sagte die Frau.
»Vielleicht saß eine Ratte drin?«, schlug der Mann vor.
»Vielleicht …«