DIE RITTER DES VATIKAN

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Rick Jones

THRILLER

Band 1
Serie: Die Ritter des Vatikan

»Eine fantastische Geschichte voller unvorhersehbarer Wendungen. Rick Jones ist die Zukunft des Thrillers.« [Richard Doetsch, Bestseller-Autor von THE THIEVES OF FAITH und THE 13th HOUR]

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Inhalt:

Während seines Besuches in den Vereinigten Staaten wird Papst Pius XIII von einer Terrorgruppe entführt, die sich selbst »Armee des Islam« nennt. Man droht, den Papst hinzurichten, wenn die USA ihre Forderungen nicht erfüllen. Doch als FBI-Spezialistin Shari Cohen den Auftrag erhält, die Terrorgruppe aufzuspüren, muss sie feststellen, dass sie damit nicht allein ist. Denn der Vatikan sendet sein eigenes geheimes Elitekommando aus – die Ritter des Vatikan. Ihre Mission: den Papst lebend zurückzubringen.

Gemeinsam stoßen Cohen und die Ritter auf eine Verschwörung innerhalb des Weißen Hauses, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Als Shari Cohen kurz davor steht, die Wahrheit über die Entführung des Papstes herauszufinden, wird sie zur Zielscheibe von Mächten im eigenen Land, die dieses Geheimnis um jeden Preis bewahren wollen. Doch wer ihrer habhaft werden will, muss zuerst an den Rittern des Vatikan vorbei …

Weitere Informationen

Ersterscheinung

2016

Formate

Klappenbroschur / Ebook (epub, mobi)

Seiten

448

ISBN

978-3-95835-185-1

eISBN

978-3-95835-186-8

Leseprobe

Kapitel 1

Sechs Meilen nordwestlich von Mesquite, Nevada | 18. September, 14:16 Uhr

Zwei Humvees und ein Lastwagen mit einem Verdeck in den Brauntönen der Wüstenlandschaft rasten auf der unbefestigten Straße entlang und wirbelten den Sand zu Staubwolken auf. Der vordere Geländewagen – den Umgebungsbedingungen entsprechend leichtgewichtig ausgestattet – eskortierte den Militärtransporter aus der M-Reihe tief ins Tal, während der zweite mit etwas Abstand hinterherfuhr, um sicherzugehen, dass die Gefangenen auf der Ladefläche nicht absprangen.
Während die Kleinfahrzeuge bei allem Auf und Ab in der Wüste kaum wackelten, ließ sich der Lastwagen, dem gewisse Eigenschaften zum Bewältigen eines solchen Terrains fehlten, nicht so leicht manövrieren. Der Kommandosoldat auf der Ladefläche hatte damit zu kämpfen, den Lauf seines MP5 ruhig auf die acht Araber zu richten, die mit durch Kabelbinder gefesselten Händen auf den Bänken saßen.
Je weiter sie sich von den Hauptverkehrswegen entfernten, desto karger und unwirtlicher wurde das Gelände. Riesenhafte Felsformationen ragten hier und dort in dem trockenen Ödland auf, während vom Wind aufgeworfener Sand über die Ebene rollte wie Meereswellen. Der Lehmboden war fest und rissig, mit der Zeit zerbröckelt von der Einwirkung der Elemente, des kräftigen Windes und der erbarmungslosen Hitze. Seinen Bewohnern – den Schlangen, Skorpionen und Echsen, die sich der Einöde trotz des geringen Niederschlages und der sengenden Sonne angepasst hatten – fiel somit ein Königreich zu, das niemand regieren wollte.
Es war ein Ort, an dem es keine Reue gab.
Sobald die Fahrzeuge die vielen Meilen voller Furchen und Steigungen bewältigt hatten und das Gelände endlich abflachte, hielt der vordere Humvee langsam an, woraufhin auch die Wagen hinter ihm bremsten. Während sich der Dunst legte, stiegen neun Kommandosoldaten im Wüstentarnfleck mit Schutzbrillen und Helmen aus den Geländewagen und schoben Magazine in ihre Sturmgewehre.
Im vorderen richtete sich ein Mann durch eine Öffnung im Dach auf, vor der ein Geschütz montiert war. Er hatte ein Laser YardagePro aufgesetzt – einen Zielsucher, der so schwer war, dass er ihn beidhändig vor seinen Augen festhalten musste, während er den Blick sorgfältig den Horizont entlang schweifen ließ. Nachdem er sich versichert hatte, dass sich dort nichts bewegte, nahm er das Gerät herunter. »Alles klar!«
In dem Moment hob Team Leader, der hinten im Lkw sitzende Anführer, das Verdeck an, wobei er mit dem Lauf seiner MP5 auf den Wüstenboden vor der Heckklappe zeigte, und blaffte die gefesselten Insassen an, sie sollten absteigen. Er sprach in fließendem Arabisch zu ihnen, denn er hatte sein ganzes bisheriges Leben im Mittleren Osten verbracht und sich diese Sprache angeeignet.
Die Gefangenen sprangen einer nach dem anderen von der Ladefläche, woraufhin sie die Augen vor der grellen, unnachgiebigen Sonne zusammenkneifen mussten, derweil die übrigen Soldaten Befehle bellten, obwohl sie genau wussten, dass ihre Schützlinge kaum des Englischen mächtig waren. Allerdings ließ ihre Körpersprache nicht viel Interpretationsspielraum, da sie die Männer mit ihren Waffen anstießen, um sie auf einen Platz zwischen toten Sträuchern zu treiben, wo der Lehmboden vor Hitze hart geworden war.
Team Leader schaute gleichmütig vom Heck des Transporters aus zu, wie seine Einheit die Gefangenen vor ein Steingebäude führte, das aussah wie die Hälfte einer Muschel und vom Wind glatt geschliffene Wände hatte. Dann wandte er sich zwei Arabern zu, die noch auf den Hartholzbänken saßen, mit Fußketten an einen an die Ladefläche geschweißten Stahlring gefesselt. Er legte kaltherzig wie verbindlich auf sie an.
»Heute ist der Anfang vom Ende«, sagte er zu ihnen, »also denkt über sie nach –« Er verwies mit einer Kopfbewegung auf ihre Brüder, die vor dem Gebäude standen »– die Glücklichen.« Langsam wie ein Roboter richtete er seine Waffe an die Decke. »Ich fürchte, Allah sieht eine viel höhere Bestimmung für euch zwei vor«, fuhr er fort. »Deshalb muss das Paradies auf euch warten.« Er klang kein bisschen spöttisch. Es handelte sich um eine simple Feststellung: Alles zu seiner Zeit, doch sie sollten noch nicht sterben.
Team Leader, der den Koran kannte und bisher so gefasst gewesen war, redete sich nun in Rage.
»Sollte Allah euch tatsächlich hören, dann bittet ihn, euren Brüdern zuliebe als Gott einzuschreiten, und falls er wirklich euer Retter ist, bringt ihn dazu, mich zum Zeichen seiner Allmacht vor euch niederzustrecken. Ich gebe ihm eine Minute Zeit dazu.« Daraufhin hielt er einen Zeigefinger hoch. »Er hat eine … Minute. Keine Sekunde mehr.«
Abrupt sprang er aus dem Lkw und schlug die Heckklappe schwungvoll zu, um seine Abscheu zu zeigen. Dann ging er auf das Gebäude zu, während er die Araber davor anstarrte, und wies seine Soldaten an, sie auf die Knie zu zwingen.
Nachdem er sich wieder gefasst hatte, packte Team Leader sein Gewehr fest und taxierte seine Gefangenen, ohne sich merklich von ihren Gnadengesuchen berühren zu lassen. Ihre Worte fielen auf taube Ohren, derweil er zum Himmel aufschaute.
Allah, du weißt, dass du keine volle Minute mehr hast.
Die Araber vor ihm flehten inständig, auf dass er Milde zeige oder sie ins Paradies schicke.
Als er Brille und Helm abgenommen hatte, legte er den Kopf wieder in den Nacken, um sich an der Wärme der Sonne zu weiden, deren Licht seine blasse Haut – ein deutlicher Gegensatz zu seinen pechschwarzen Haaren und sogar noch schwärzer anmutenden Augen – heller wirken ließ. Die Spitze seines Kinns war keilförmig vernarbt, ein Andenken von einem Selbstmordattentäter, der sich mehrere Jahre zuvor in Ramallah in die Luft gesprengt hatte. Das beschädigte Gewebe diente als ständige Erinnerung an einen ewigen Konflikt.
Schließlich zog er den Helm wieder an und steckte die Brille unter seinen Schultergurt, hob seine Waffe und legte an, um die Männer zu erschießen, weshalb zwei von ihnen hysterisch wurden und um Erlösung baten. Die Lust aufs Paradies war ihnen vergangen.
Nach Verstreichen der Minute – Allah hatte sich nicht blicken lassen – sprach Team Leader in einem gelassenen, empfindungslosen Tonfall zu den Arabern, während er die MP5 zwischen ihnen hin und her schwenkte.
»Wenn ihr Allah begegnet«, sagte er dann, als er die Waffe in Position brachte, »lasst ihn wissen, Jahwe habe euch geschickt.« Ohne Zögern oder einen Anflug von Bedenken drückte er ab.
Nun war es vorbei. Die Schüsse hallten bis in die entlegensten Winkel des Tales und verklangen schließlich mit dumpfen Echos, bis man nur noch leise den Wüstenwind säuseln hörte.
Während es noch nach Treibmittel stank, ein erstickend metallischer Geruch, schloss Team Leader die Augen und atmete tief durch die Nase ein. Er genoss den Moment.
Dieser wurde ihm jedoch prompt verleidet. »Wollen Sie, dass wir sie verscharren?«, fragte einer seiner Soldaten.
Team Leader – seine Andacht war somit vorbei – schlug die Augen wieder auf. »Bestimmen Sie zwei Mann, sie sollen die Leichen nebeneinanderlegen«, befahl er in abgehacktem Englisch mit ausländischem Akzent, »und tiefe Gräber ausheben. Ich will auf keinen Fall, dass Kojoten sie wieder ausbuddeln.«
»Jawohl, Sir.«
Team Leader machte einen Schritt auf die Toten zu und schaute in ihre Gesichter. Keiner von ihnen vermittelte den Eindruck, sanft in Frieden zu ruhen. Stattdessen erkannte er etwas, das er als Verwunderung ob ihrer eigenen Sterblichkeit deutete. Darüber nachsinnend blickte er abermals zum Himmel auf, als verlange er eine Antwort, die jedoch nicht folgte; nur die Wärme ließ nach, eine vorüberziehende Wolke unterbrach plötzlich den Lichtstrahl, der auf ihn gefallen war.
Als er sich wieder den Arabern zukehrte, beschäftigte ihn die Frage, ob sie wirklich überzeugt davon gewesen waren, ihre von Gotteseifer angeregten Bestrebungen würden mit einem Himmel voller Jungfrauen belohnt.
Diese Geisteshaltung leuchtete Team Leader bis heute nicht ein, weil er der Meinung war, als sich der Mensch aus dem Urschleim erhoben und den aufrechten Gang gelernt hatte, sei ihm das Konzept der Selbsterhaltung mit auf den Weg gegeben worden. Trotzdem ließen sich solche Minderheiten von einer Faszination am Suizid antreiben, die ihren Überlebenswillen eindeutig ausstach. Schön und gut, sich für einen höheren Zweck einzusetzen, doch dafür zu sterben war etwas ganz anderes.
Als Team Leader einen der Araber mit der Spitze seines Gewehrs anstieß, drehte sich der Kopf zur Seite.
»Jetzt beginnt die Schlacht«, wisperte er dem Toten in dessen Muttersprache zu. »Darum sag mir, wer der stärkere Gott sein wird: Allah oder Gott?« Da er nicht erwarten durfte, Aufschluss zu erhalten, wandte sich der Mann mit der Narbe ab und kehrte zum Heck des Lastwagens zurück, wo er zum Antritt der langen Rückreise wieder auf die Ladefläche stieg.
Während er seine lebendige Fracht mit der MP5 in Schach hielt – Al-Hashrie und Al-Bashrah stammelten ihre Bitten mit neuer Dringlichkeit –, dachte Team Leader über das Schicksal der beiden nach und schätzte ihre Rolle für die Zukunft der zivilisierten Welt ein.
Ja, bestätigte er sich. Die zwei haben in Allahs Augen eine wesentlich wichtigere Funktion inne.