Buchcover:
Lieferbar ab 30.06.2020

Der Blutkönig

von David Leadbeater

Serie: Matt Drake
Band 2

Weltumspannende Abenteuer, atemlose Action und die größten Rätsel der Menschheit – vom Gewinner des AMAZON Storyteller Awards 2017 David Leadbeater.

INHALTSBESCHREIBUNG


Der zweite Band der großen Abenteuerreihe führt Abenteurer Matt Drake auf die Spur einer fantastischen Apparatur, die aus dem jahrhundertealten Wrack der ›Queen Anne’s Revenge‹ geborgen werden konnte – dem Schiff des berüchtigten Piraten Captain Blackbeard …

Diese fantastische Entdeckung ruft jedoch auch den ›Blutkönig‹ auf den Plan – einen Mafiaboss, der so mächtig ist, dass er fast als ein Mythos gilt. Ein Mann, dessen Einfluss bis in höchste Regierungskreise reicht und der selbst über die nötigen Ressourcen verfügt, einen amerikanischen, von hunderten von Special-Forces-Soldaten bewachten Zerstörer zu stürmen, um dort das Geheimnis des Bermuda-Dreiecks zu stehlen.

Matt Drake und seine Freunde folgen der Spur verloren geglaubter Piratenschätze, geraten in Seeschlachten und Schießereien auf den Straßen von Key West, bis sie schließlich dem gefährlichsten Mann der Welt gegenüberstehen – dem Blutkönig.

Mit irrem Tempo, rasanten Actionszenen und einer gehörigen Portion Humor eroberten David Leadbeaters Schatzjäger-Romane rund um Matt Drake und dessen verschworenem Team die Amazon-Bestsellerlisten im Sturm, und sorgten dafür, dass Leadbeater mit seiner Serie 2017 sogar den Amazon Kindle Storyteller Award gewinnen konnte.

Kapitel 1

 

Hayden Jaye dimmte das Licht, als sie ihren privaten Alkoven in dem Wohnzimmer betrat, das sie sich mit fünf Männern teilte, von denen jeder absolut tödlich war.

Sie setzte sich vor den Laptop. Das Display leuchtete hell im Halbdunkel des Zimmers. Das einzige Geräusch im Raum war das Surren des Lüfters. Ein Gefühl der Erwartung lag in der Luft.

Hayden tippte Ben Blakes Skype-Kürzel ein. Sie war müde und abgespannt. Dieser Auftrag war in den Worten ihres Bosses – des Verteidigungsministers – nicht nur ein Karrieresprungbrett, sondern konnte ihre Karriere auch ganz schnell abstürzen lassen.

Bei der CIA brodelte wegen dieses speziellen Auftrags bereits die Gerüchteküche. Es war einer der gefährlichsten, denen sich die Agency je gegenübergesehen hatte und Hayden hatte immer noch keine Ahnung, wie sie zu der zweifelhaften Ehre gelangt war, diese Operation zu leiten. Einige ihrer Agentenkollegen schlossen schon Wetten ab, ob sie dadurch Karriere machen oder diese beendet werden würde.

Hayden trommelte mit den Fingern auf dem Laptop herum und stellte sich vor, wie die Verbindung gerade um die Erde bis nach England raste. Sie redete jeden Tag mit Ben, wenn es der Job zuließ, und meistens liebte sie jede Sekunde davon. Sie vermisste seinen jungenhaften Charme und seine Unschuld. Manchmal musste sie sogar während der Arbeit an ihn denken, aber dann zwang sie sich, damit aufzuhören, und erinnerte sich stattdessen an das Versprechen, das sie ihrem Vater gegeben hatte und überlegte, Ben Blake nie wieder zu kontaktieren.

Doch im Moment hatte sie das dringende Bedürfnis nach normaler, menschlicher Interaktion.

Bens lächelndes Gesicht erschien viel zu dicht vor dem Bildschirm, und seine langen Haare fielen nach vorn und nahmen ihr die Sicht. Für einen Computer-Nerd schien er dieses ganze Skype-Ding nicht besonders gut zu verstehen.

»Heute schon jemanden umgebracht?« Sein Grinsen zeigte, dass er das ganze Erwachsenwerden-Ding auch noch nicht ganz verstanden hatte.

»Dafür ist immer noch Zeit«, sagte Hayden durch zusammengebissene Zähne und ertappte sich dabei, wie ihr fast selbst ein Grinsen entwischte.

»Was hast du stattdessen gemacht?« Ben hatte offenbar schon zu kämpfen, aber man musste ihm zugutehalten, dass es wirklich harte Arbeit war, eine Beziehung durch digitale Interaktion am Laufen zu halten. Wenn man sich jeden Abend auf diese Weise unterhielt, gingen einem nun mal irgendwann die Gesprächsthemen aus.

Hayden warf einen Blick auf ihr Fünf-Mann-Team, das gerade damit beschäftigt war, Poker zu spielen, Wache zu stehen oder geliebten Menschen zu texten.

»Läuft ganz gut«, sagte sie leise. »Niemand hier wusste, wie tief das Ganze reichte und wie hoch die Einsätze waren. Heute haben wir endlich ein wenig mehr darüber erfahren und es läuft ganz … okay.«

Ein wenig mehr erfahren?, dachte sie. Das war ja wohl die größte Untertreibung, seit die Worte Houston, wir haben ein Problem, ausgesprochen worden waren.

»Gut. Ähm … Matt und Kennedy lassen dich grüßen. Wie ist es in Miami?«

»Ganz ausgezeichnet.« Hayden rieb sich müde über die Stirn. »Bitte grüß sie zurück. Miami ist eben Miami. Da ändert sich nicht viel.«

»Cool. Bist du wirklich okay?«

»Ich nehme es an. Jonathan – du weißt schon, mein Boss, der Verteidigungsminister – hat es gerade schwer im Kapitol. Er kämpft dort gegen Budgetkürzungen, die das Leben junger Marines in Gefahr bringen. Solche Dinge eben.«

»The Wall of Sleep sind im Moment Nummer 96 in den Indie-Charts.«

»Wenn wir doch nur alle durch einen einzigen Vorfall berühmt werden könnten«, sagte sie und hätte sich dafür am liebsten sofort selbst in den Hintern getreten. Bens Band war wegen seiner Beteiligung an dem, was alle nur diese Odin-Sache nannten, bekannt geworden und hatte letzten Endes sogar einen Plattenvertrag an Land gezogen.

»Sorry, Mann«, sagte sie. »Die Lage ist nur gerade ein wenig angespannt hier unten.«

»Keine Sorge, Hay. Ich verstehe das schon. Ich vermisse dich.«

Hayden entspannte sich gerade ein wenig, und wollte ihm antworten, als ihre Nummer zwei im Team, Mano KinimakaDynamit! rief, das Codewort für Achtung, unbekannter Kontakt. Kinimaka war ein liebenswerter Riese und wurde gelegentlich damit aufgezogen. Er war ungeschickt und eher der Mann fürs Grobe in ihrem Eliteteam, aber wenn Mano Kinimaka eine Warnung aussprach, hörte man ihm zu.

Hayden ließ Ben zurück, der sich, solange mit der Luft weiter unterhalten konnte, und eilte in die Mitte des Zimmers. Alle Augen waren nun auf Kinimaka gerichtet, der gerade das Security-System inspizierte, welches das Safehouse der CIA in Miami schützte.

»Schatten«, sagte er mit einem dicken hawaiianischen Akzent. »Clevere Schatten.« Er sah die anderen mit einem stählernen Blick an. »Gefällt mir gar nicht, wie das aussieht.«

Doch Hayden blieb ruhig. Clevere Schatten. Die Leute da draußen waren Spezialisten. Sie gestikulierte in Richtung der anderen in ihrem Team – Godwin, Bowers, Mawby und Carrick.

»Positionen einnehmen, Jungs, bewegt euch.«

Sie nahm eine rechteckige Fernbedienung in die Hand, die neben Kinimakas baumstammdicken Arm lag, und drückte auf einen Knopf. Man hörte nun ein Rumpeln, als sich unsichtbare Riegel vorschoben und Rollläden heruntersausten.

Die Fernbedienung diente zugleich auch als Panikknopf. Die CIA bereitete also bereits einen Einsatz vor.

»Acht Minuten, höchstens«, sagte Hayden so beschwichtigend, wie es ihr möglich war. Sie warf einen weiteren Blick über Kinimakas Schulter.

Draußen bewegte sich nichts. Der Hawaiianer verzog das Gesicht und zuckte mit den Achseln, »Vielleicht …«

Im nächsten schrecklichen Moment hörte Hayden eine Reihe beunruhigender Geräusche. Das Stakkato von Schlössern, die sich öffneten … das Scheppern von Rollläden, die hochfuhren.

Doch sie hatte die einzige Fernbedienung und die Codes waren nur einer Handvoll Leuten in Langley bekannt …

Chaos beherrschte jetzt ihre Gedanken. Männer mit Masken und Schutzanzügen kamen durch die Tür gestürmt. Ein weiterer Knall ertönte und sie wusste instinktiv, dass jemand gerade die Hintertür aufgesprengt hatte. In zehn Sekunden war eines der besten CIA-Teams in den USA in vollkommene Panik verfallen und zutiefst geschockt.

Aber sie waren noch nicht verloren.

Mano Kinimaka brüllte, hob den Tisch mit der Überwachungsausrüstung darauf hoch und warf ihn in hohem Bogen auf die Eindringlinge. Kabel, Konsolen und Router schepperten auf den Boden und flogen gegen die Wände, während das massive Wurfgeschoss einen Bogen durch die Luft beschrieb und dann ein halbes Dutzend Männer traf und diese zu Boden riss.

Anschließend sprang Kinimaka auf sie zu.

Hayden warf sich zu Boden und rollte sich weg, als der Beschuss losging. Maskierte Männer kamen von drei Seiten auf sie zu. Sie sprang wieder hoch und schlug einem ihre Waffe ins Gesicht, wich dem nächsten geschickt aus und schoss dem dritten in den Kopf. Er brach sofort zusammen und Blut spritzte durch die Luft an der Stelle, an der er eben noch gestanden hatte.

Höllenlärm umgab sie … Männer schrien … Waffen feuerten … Kugeln pfiffen als Querschläger herum und zerstörten alles, worauf sie trafen. Kinimaka hatte seine massige Gestalt gegen die Tür geworfen, um sie zu blockieren, aber die Feinde versuchten weiterhin, hineinzukommen. Verflucht, wie viele Bastarde waren das denn bloß?

Drei der Männer trafen Kinimaka nun heftig. Der liebenswerte Gigant stürzte daraufhin zu Boden und hatte Mühe, wieder auf die Beine zu kommen. Hayden sah das Ganze nur aus dem Augenwinkel. Sie sprang über eine Leiche hinweg, die neben ihr auf dem Boden lag und schoss zweimal auf die Beine eines Eindringlings in ihrer Nähe. Dann zielte sie auf die Stirn des Mannes, der neben Kinimaka stand.

Sie wusste, dass sie nicht zögern durfte, und zog deshalb sofort den Abzug durch. Blut, Hirnmasse und Knochen wurden explosionsartig herumgespritzt und landeten in ihrem Gesicht. Sie fluchte leise. Kinimaka kam endlich wieder auf die Beine und erwischte den dritten Angreifer im Genick. Dieser war ein großer Mann, sah aber in den Händen des Hawaiianers wie ein Hühnchen aus. Die Augen des Mannes traten ihm aus dem Kopf wie Murmeln. Kinimaka schüttelte ihn, bis das Genick des Mannes brach, und warf ihn dann zu Boden.

Sechs weitere maskierte Männer quetschten sich nun durch die Tür. Hayden schoss ihr Magazin leer und hörte, wie ihr Team dasselbe tat. Kugeln sausten an ihr vorbei und hinter ihr erklangen die grauenvollen Schreie ihrer Kollegen.

Weitere Eindringlinge kamen durch die Hintertür. Die ohnehin schon bedrückende Atmosphäre im Raum wurde plötzlich lähmend, denn die CIA-Agenten waren eindeutig in der Unterzahl und man hatte sie überlistet.

Hayden senkte langsam ihre Waffe. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Kinimaka es ihr gleichtat, aber sie wusste, dass er weiterhin angespannt und bereit für jeden Befehl war.

Plötzlich herrschte Stille. Das Donnern des Kampfes hallte ihr immer noch in den Ohren, obwohl der Raum jetzt merkwürdig ruhig war. Die Anspannung war jedem an den Augen abzulesen, und die schnell ausgetauschten Blicke sprachen von Tod und Untergang.

Ein Mann mit kurzen Haaren und gemeißelten Gesichtszügen schob sich jetzt in den Raum. Hayden zählte insgesamt fünfzehn Eindringlinge, die immer noch auf den Beinen waren, sieben auf dem Boden. Kein schlechter Bodycount, wenn man unter Feuer stand, aber das hier … das war einfach nur verrückt.

»Ich nehme mal an, Sie sind die Frau, auf die ich besonders achten sollte.« Der Mann hatte einen Südstaatenakzent, Louisiana vielleicht. Er gab seinen Männern ein kurzes Zeichen. Sie traten daraufhin vor, nahmen Hayden die Waffe ab und banden ihr die Arme brutal mit Kabelbindern auf den Rücken. Doch Hayden verfiel nicht in Panik. Sie blieb weiterhin konzentriert und dachte an ihre Ausbildung.

Der Südstaatentyp sagte: »Wir brauchen noch zwei Weitere.« Er zeigte auf Kinimaka und auf einen der Agenten, die immer noch hinter Hayden standen. »Den großen Bastard da können wir bestimmt länger foltern«, meinte er und seine Lippen verzogen sich zu einem fiesen Grinsen. »Und der da, war der Letzte, der sich gewehrt hat.«

Hayden sah sich hastig um und versuchte ein Keuchen zu unterdrücken. Godwin stand schwankend auf Position, die anderen drei Agenten, Bowers, Mawby und Carrick lagen auf dem Boden und schienen schwer verletzt zu sein.

Männer schoben sich an ihr vorbei und fesselten Godwins Hände, bevor sie ihn neben Kinimaka zu Boden schubsten. Sie beobachtete, wie sie versuchten, die Handgelenke des massigen Hawaiianers mit Kabelbindern zu fesseln und sich Mühe gaben, zu verstecken, dass diese nicht ganz herumreichten.

Mr. Südstaatenakzent sah es dennoch, denn seinen Adleraugen entging nichts. »Ihr Idioten. Haltet den fetten Bastard einfach mit euren Waffen in Schach. Wenn er was Gefährliches macht, behandelt ihn einfach wie ein Nilpferd. Schießt ihm in die Knie.« Das verzerrte Grinsen zeigte, für wie lustig er sich offenbar hielt.

Die Wachen sahen sich kurz skeptisch an. Natürlich machten sie sich Sorgen. Selbst mit einer Waffe vor der Nase sah Mano Kinimaka noch immer unfassbar gefährlich aus.

Schließlich blickte der Anführer Hayden an. »Wir haben nicht viel Zeit, das ist mir klar. Deshalb reden wir lieber Klartext. Ihr alle werdet sterben … irgendwann. Diese …«, er deutete mit seiner wuchtigen Desert Eagle auf Mawby und Carrick, »… sind schon so gut wie tot.« Eine schleimige Zunge befeuchtete seine trockenen Lippen. »Ihr drei hingegen habt noch eine Wahl. Schnell sterben oder …«

Der Mann schockte sie, indem er plötzlich auf sie zusprang und ihre Kehle mit einem eisernen Griff umklammerte. Sie sah sofort Sternchen und ihre Knie wurde weich. Aber das war noch nicht alles. Der Mann boxte ihr die Faust in den Magen und grinste, als er noch drei weitere Male zuschlug, während er sie dabei immer fester würgte.

»Mein Name ist Boudreau«, flüsterte er. »Angenehm, Ihre Bekanntschaft zu machen, Hayden Jaye.«

Er trat zurück und ließ sie auf den Boden fallen, nur um Eindruck zu schinden. Hayden lag eine Minute nur da und versuchte zu Atem zu kommen.

Boudreau machte einen Schritt auf sie zu, sein Stiefel kam verschwommen in Sicht. »Was wollte ich sagen … ach ja, entweder schnell sterben … oder schreiend sterben, ihr Penner. Ist eure Entscheidung.«

Der Nebel vor Haydens Augen lichtete sich langsam und sie schaffte es, sich hinzusetzen. Sie sah, dass Boudreaus Männer Bowers bereits auf die Beine gezerrt hatten. Der große, gut aussehende zweifache Vater war jetzt bleich vor Angst und keuchte vor Schmerzen so heftig, dass sich sein Brustkorb hektisch hob und senkte. Blut sickerte durch seine Jacke.

»Ich bezweifle, dass du reden wirst«, sagte Boudreau zu Hayden. »Das Ganze ist also nur zum Spaß.«

Der Anführer trat zu Bowers, holte eine furchteinflößende Klinge aus einer Messerscheide, die er über dem Steißbein trug und schnitt dem Agenten die Kehle durch, bevor auch nur irgendjemand reagieren konnte. Doch die Brutalität ihrer Geiselnehmer war damit nicht zu Ende. Sie schlugen auf ihn ein und ließen ihn dann achtlos fallen. Er brach zusammen und verblutete qualvoll. Es war eine Gnade, als Bowers endlich den letzten Atemzug tat und starb.

Boudreau zog eine Braue hoch und sah Hayden erwartungsvoll an. »Na, magst du das? Er ist der Nächste.« Die Klinge richtete sich jetzt auf Mawby. Dieser war klein und stämmig und wollte in acht Wochen heiraten.

Hayden versuchte irgendwie Zeit zu schinden. »Sie haben ja noch nicht mal eine Frage gestellt, um Gottes willen. Was wollen Sie, Boudreau?«

»Nicht zum Narren gehalten werden, Miss Jaye. Mein Boss ist vielleicht der verrückteste, gefährlichste Mann der Welt, und er hat mich geschickt, um Antworten zu bekommen. Also …«

Boudreau wirbelte auf der Stelle herum und warf gekonnt sein Messer. Es durchdrang Mawbys Kehle mühelos. Der Agent wäre nach hinten geschleudert worden, wenn ihn die Männer nicht festgehalten hätten. Hayden wendete sich von dem blutigen Spektakel ab, ihr war übel.

Boudreau glaubte, sein Boss sei verrückt? Der Typ hatte ja selbst nicht mehr alle Tassen im Schrank.

»Kommen wir zum Letzten.« Boudreau hatte sein Messer wiedergeholt und blinzelte nun Carrick zu. »Wo willst du’s hin haben, Söhnchen? Komm schon, wohin?«

Hayden brüllte: »Was zur Hölle wollen Sie, Boudreau?«

»Dazu komme ich noch.«

Hayden zählte langsam rückwärts. Hilfe konnte nicht mehr als drei Minuten entfernt sein.

»Der Blutkönig!«, rief sie, als ihr plötzlich klar wurde, für wen Boudreau arbeitete. »Wir haben heute von einem Typen gehört, der der Blutkönig genannt wird.«

»Sie haben von ihm gehört?« Boudreau traten fast die Augen aus dem Kopf. »Gehört? Bei Gott, kein Wunder, dass er an euch ein Exempel statuieren will, CIA hin oder her.«

Eine weitere Minute war vergangen.

Hayden sagte: »Nicht nur die CIA, Boudreau. Die ganze amerikanische Regierung.«

Die Augen des Südstaatlers weiteten sich ein wenig und einen Moment lang glaubte Hayden, der irre, brutale Kerl würde einen Hauch von Angst offenbaren. »Das bedeutet nichts«, flüsterte er. »Für den Blutkönig bedeutet es gar nichts, wie Sie bald feststellen werden.«

Er drehte sich um und schlenderte betont langsam zu Carrick. Der Agent stand vornübergebeugt da, Blut lief aus einer Wunde im Oberschenkel, doch sein Blick verriet keine Gefühle, als er dem unbarmherzigen Mann mit dem Messer direkt in die Augen sah.

»Gut«, knurrte Boudreau. »Mir scheint fast, da ist noch ein Fünkchen Stolz übrig. Fast …« Das Messer blitzte.

»Wir wissen, dass jemand die Erklärung gefunden hat …«, schrie Hayden verzweifelt. Sie schwitzte und zitterte jetzt vor Anspannung. »… für das Bermudadreieck! Das wissen wir, du widerlicher Bastard!«

Boudreau warf ihr einen anzüglichen Blick zu, drehte sich dann um und stieß die blutige Klinge so fest in Carricks Hals, dass sie auf der anderen Seite wieder hervortrat. Die Stärke des Mannes war schockierend.

Carrick sackte zusammen. Boudreau ließ das Messer, wo es war, und gab seinen Männern ein Zeichen. »Schneller. Die Kavallerie ist garantiert bereits im Anmarsch.« Er zwinkerte Hayden zu. »Keine Sorge, meine Liebe. Die drei sind noch gut weggekommen, im Vergleich zu dem, was mit dir passieren wird.«

Sie verließen das Haus und das einzige Geräusch, das übrig blieb, war das Tropfen von Blut und das sanfte Surren des Laptops.

Ende der Leseprobe

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