DEAD TEAM ALPHA

4,99 

Jake Bible

ZOMBIE-THRILLER

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Inhalt


In der postapokalyptischen, zombieverseuchten Einöde existiert ein Schimmer der Hoffnung in den Ausläufern der Rocky Mountains: Die Festung.
Seit Jahrzehnten haben die Bewohner diese letzte Bastion der Menschheit gegen Zombiehorden verteidigt und ihre Gesellschaft und Kultur auf der Basis militärischer Präzision aufgebaut.
Erwählt aus den Besten der Besten wurde Denver Team Alpha. DTA ist die Elite-Kampftruppe, eingesetzt für die Rettung von Flüchtlingen und Überlebenden, die bis in das höllische Brachland von Denver vorgedrungen sind.
Aufgrund der unfassbaren Risiken und hohen Sterblichkeitsrate steht DTA inzwischen jedoch für etwas anderes: Dead Team Alpha.
Nun muss DTA sein Können unter Beweis stellen, da etwas weitaus Schlimmeres als Zombies in der weiten Einöde lauert …

Weitere Informationen

Ersterscheinung

2017

Formate

Klappenbroschur (in Vorbereitung) / Ebook (epub, mobi)

Seiten

ca. 350

eISBN

978-3-95835-233-9

Leseprobe


Kapitel Eins

 

Silo für Generationen. Als ich klein war …

 

  »Vierzehn sieht gut aus.«
»Dann sind’s jetzt nur noch zwölf.«
»Eher vierundzwanzig.«
»Was?«
»Vierundzwanzig sind’s noch.«
»Was soll denn das alles, TL? Erst das erhöhte Kupfersoll für die Rückgewinnungscrews und jetzt diese Equipment-Checklisten, die wir bei jedem Silo durchgehen müssen. Funktionierende Schaltkreise markieren, Vorräte im Silo festhalten und der ganze Müll, und wozu?«
Der Leiter des Silo-Teams Alpha dreht sich zu der Frau zu seiner Rechten um.
»Das musst du auch nicht wissen«, antwortet TL Joshua Mills. »Alles, was ich vom Kommandoleiter erfahren habe, ist, dass wir im Moment ständig auf Patrouille bleiben sollen. Die Silos müssen gesichert bleiben und man braucht dringend diese detaillierten Listen von den Dingen, die funktionieren oder nicht funktionieren.«
Die Frau runzelt die Stirn und schaut sich in der kargen Landschaft um. Büsche und spärliches Gras sind alles, was die fruchtlosen Hügel bedeckt, die die Bürger der Festung Silo-Park nennen. Eine tausend Quadratkilometer große Region, dort, wo sich einst die Grenzen von Colorado, Wyoming und North Dakota getroffen haben.
Aber die Zeiten von Staaten sind mittlerweile lange vorüber und Silo-Team Alpha kennt keine Staatsgrenzen mehr. Die Kameraden kennen nur ihre Karabiner, ihr Training und ihren Hass auf die Untoten, denen sie in der Einöde gelegentlich noch begegnen.
»Es sind etwa sechs Kilometer bis Silo Fünfzehn«, sagt die Frau, ihre Kameradin Tonia Delaney. »Wir können es sichern und dann zu Sechzehn, Siebzehn und Achtzehn weitergehen.«
»Schaffen wir die Achtzehn denn, bevor es dunkel wird?«, fragt Kamerad Troy Morrissey. »Ich hasse den verdammten Park bei Nacht.«
»Hast du Angst vorm Schwarzen Mann?«, fragt Kameradin Stephanie Lazzar lachend. »Vielleicht dass er hinter einem dieser Felsen hervorspringt und sich deinen winzigen Schwanz schnappt?«
»Nein, weil ich nämlich keinen winzigen Schwanz habe.«
»Das stimmt.« Delaney lächelt. »Er hat eine Vagina, eine große, klaffende Muschi.«
»Leck mich doch«, gibt Morrissey zurück.
»Was ist denn so schlimm an einer Vagina, Morrissey?«, fragt Lazzar. »Oh, richtig, du weißt ja gar nicht, wofür sie da ist, stimmt’s? Immer zu beschäftigt mit der Liebesaffäre zwischen dir und deiner rechten Hand, was?«
»Das ist aber mal eine reizende Unterhaltung«, meint Kamerad Adam Chinn seufzend. »Können wir den Kinderkram vielleicht mal für fünf Minuten unterlassen? Ich muss mir euer Geschwätz schließlich schon seit Tagen anhören.«
»Lass ihnen doch den Spaß, Chinn«, sagt nun Kamerad JT Blackmore. »Gott weiß, wann wir an diesem verfluchten Ort wieder Zeit zum Quatschen haben. Ich hasse es, wenn wir den Fort Collins Außenposten verlassen müssen. Das heißt doch nichts weiter als bla, bla, bla … Kilometer für Kilometer.«
»Du sagst es, Mann«, stimmt ihm Mark Miller zu. »Wir können hier draußen noch nicht mal Zs umlegen. Wir sind so weit weg von all den alten Städten, dass es hier nichts weiter gibt als verfickte Büffel und Präriehunde.«
»Du fickst Büffel und Präriehunde?«, fragt Lazzar grinsend.
»Halt’s Maul.«
»Bison«, meint nun John Ellis von weiter hinten. »Man nennt sie Bisons, nicht Büffel. Hast du in der Schule denn gar nicht aufgepasst, Miller?«
»Ich hab nur auf Ms. Fortneys knackigen Arsch geachtet, in diesen engen Jeans, die sie immer getragen hat«, antwortet Miller. »Mir ist fast ein Ei geplatzt, jedes Mal wenn sie die Kreide fallen ließ, Mann. Musste mir in der Pause einen hobeln, um die nächste Stunde durchstehen zu können.«
»Ich hatte jedenfalls Mr. Shipley, also hab ich tatsächlich auch mal was anderes gelernt, als Slipkonturen zu erkennen.«
»Oh, Ms. Fortney trug nie Slips«, sagt Lazzar grinsend. »Glaubt mir. Ich habe ihren Arsch besser studiert als Miller.«
»High five«, sagt Miller und hält seine Hand hoch. Lazzar klatscht ab, hält dann aber inne, als er den Ausdruck auf TL Mills Gesicht sieht.
»Seid ihr jetzt endlich fertig damit, in Erinnerungen an einen Frauenarsch zu schwelgen?«, fragt TL Mills. »Diese Frau hat nämlich härter gearbeitet, als ihr euch vorstellen könnt, um euch undankbare Versager auszubilden. Es ist nämlich nicht so leicht, Horizonte zu erweitern und neue Denkweisen zu eröffnen, während gerade die verdammte Apokalypse herrscht.«
»Es sind doch nur Zs, TL«, antwortet Miller. »Nicht schwieriger zu erledigen als Ratten. Warum regen sich die Leute denn bloß so auf? So ist die Welt nun einmal, schon seit beinahe hundert Jahren, also wen juckt’s? Die Menschen sollen sich endlich mal entspannen und sich des Lebens freuen, wann immer sie nur können. Weißt du, was ich meine?«
»Der Inhalt von Ms. Fortneys Jeans hat mich aber immer mächtig erfreut«, meint Lazzar lächelnd. »Ich werde schon feucht, wenn ich nur daran denke.«
TL Mills schüttelt den Kopf und schaut in Richtung Horizont. Er runzelt die Stirn und hebt seine Hand. Das Team bleibt augenblicklich stehen, alle Augen auf ihn, die M4 Karabiner angelegt.
»Was ist los, TL?«, fragt Delaney. »Zs? Der Wind weht in unsere Richtung und ich kann keine riechen.«
»Ich weiß nicht«, antwortet TL Mills. »Ich dachte, ich hätte jemanden da oben hinter diesem Hügel gesehen.«
Er weist mit dem Kinn in die Richtung und Delaney richtet ihr Augenmerk dorthin. Ein paar Minuten später schüttelt sie allerdings den Kopf.
»Ich sehe überhaupt nichts«, sagt sie. »Sicher, dass es nicht vielleicht einer von Ellis’ Bisons war?«
»Nein, nein«, widerspricht TL Mills. »Es war menschengroß. Ich weiß doch wohl, wie ein Scheiß-Büffel aussieht.«
»Scheiß-Park«, sagt Morrissey. »Ich hasse diesen ganzen Mist. Wie viele Tage müssen wir denn noch hier draußen sein?
»Bis jede Checkliste komplett ist«, entgegnet TL Mills. »Wir sichern die Silos, eins nach dem anderen, und schicken dann Cook mit den Daten zurück, damit uns das Beta-Team ablösen kann.«
Morrissey sieht über seine Schulter auf den drahtigen Mann, der dem Team ganz hinten folgt. Nur mit einer 9mm bewaffnet kommt Pauly Cook nicht mal annähernd an die muskulösen und durchtrainierten Körper des Silo-Teams Alpha heran. Dennoch spricht der Ausdruck in den Augen dieses Mannes Bände, er zeugt von Überleben und Durchhaltevermögen.
»Freust du dich schon darauf, mutterseelenallein zurück zur Festung zu rennen, Cook?«, erkundigt sich Morrissey rufend.
»Solange es mich davor bewahrt, die ganze Zeit in deine Fresse starren zu müssen, Morrissey«, meint Cook grinsend. Seine gebräunte und wettergegerbte Haut sieht genauso rissig und rau aus wie die Erde um sie herum.
»Dieser feinen Visage kannst du niemals entkommen«, erklärt Morrissey und lacht laut. »Sobald ich erst mal in deinem Kopf bin, wirst du mich nicht mehr los, Mann.«
»So wie Syphilis«, sagt Delaney. »Aber ohne den Spaß, vorher zu vögeln.«
»Haltet doch alle mal den Rand«, ruft TL Mills, während er immer noch den Horizont absucht. »Ich hab was gesehen, darauf würde ich mein Sold verwetten.«
Das findet endlich Beachtung beim Team. Niemand würde es wagen, das Privileg, Teamleiter zu sein, zu beleidigen, indem man seinen Sold aufs Spiel setzt, es sei denn, man meint es wirklich ernst. Denn das Leben im Team ist es, was die Überlebenden der Festung antreibt. Militärische Disziplin und Kampfgeist sind der Treibstoff, der die Motoren des postapokalyptischen Durchhaltevermögens am Laufen hält.
»Dann werfen wir doch mal einen Blick darauf«, schlägt Blackmore vor. »Es wird uns garantiert nicht allzu weit vom Kurs abbringen.«
»Nein, wir gehen weiter zum nächsten Silo«, bestimmt TL Mills. »Aber bleibt achtsam. Wenn es kein Z ist, dann könnte es Ödlandabschaum sein oder einer der Irren, der neues Land auskundschaften will.«
»Abschaum würde sich hier draußen nicht lange halten«, meint Delaney.
»Die Verrückten aber auch nicht«, fügt Miller hinzu. »Keine Ressourcen, nur Dreck und Scheiße.«
»Man nennt sie nicht verrückt, weil sie vernünftige Entscheidungen treffen, du Depp«, sagt Morrissey daraufhin.
»Klappe zu«, befiehlt ihnen TL Mills und das Geschwätz hört auf. »Wir erledigen die Fünfzehn und machen dann weiter. Wenn wir es nicht zur Achtzehn schaffen, bevor es dunkel wird, dann verschanzen wir uns eben in der Siebzehn.«
Das ganze Team nickt, wendet sich vom Horizont ab und marschiert nun weiter in Richtung Silo Fünfzehn. TL Mills will über seine Schulter blicken, weiß aber, dass es ein Zeichen von Schwäche wäre. Und ein Teamleiter kann sich vor seinen Leuten keine Schwäche erlauben, nicht hier draußen im Ödland, wo die nächste Verstärkung meilenweit entfernt im Fort Collins Außenposten zu finden ist. Jedes Team muss wissen, dass es in guten Händen ist. Er schüttelt seine Gedanken also ab und konzentriert sich auf ihre Mission und die zwei Dutzend Silos, die sie noch überprüfen müssen, bevor sie sich endlich wieder auf den Weg nach Hause zur Festung machen können.