AUF LEBEN UND TOD

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Martin S. Burkhardt

HORRORTHRILLER

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Inhalt


In einem der spektakulärsten Entführungsfälle der USA hielt Phillip Garrido ein Mädchen 18 Jahre lang gefangen. Während dieser Zeit missbrauchte der Entführer Jaycee Lee Dugard und zeugte mit ihr zwei Kinder.

Natascha Kampusch war das Opfer der längsten Freiheitsentziehungen der neueren Geschichte Österreichs. Die damals zehnjährige Österreicherin wurde 1998 vom Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil in Wien entführt und länger als acht Jahre in seinem Haus gefangen gehalten.

Wenn man eine Person ohne Probleme über viele Jahre gefangen halten kann, muss das auch für mehrere Personen gelten, vorausgesetzt man hat entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung und ist besessen von diesem Gedanken.

Henry, ein gewalttätiger, kaputter Mann, besitzt geeignete Räume. Er fängt Frauen und Männer ein und zwingt sie in seinen unterirdischen Katakomben zum Sex.
Eine neue Generation wächst heran, die das Tageslicht niemals gesehen hat. Bereits von klein auf müssen die Kinder lernen, sich zu behaupten. Henry ist ein Fan von brutalen Ultimate-Kämpfen und möchte diese Kämpfe zum Mittelpunkt seines unterirdischen Reiches machen.
Aus den Kindern werden im Laufe der Jahre Jugendliche. »Einfache« Kämpfe reichen Henry nicht mehr aus. Von nun an geht es auf Leben und Tod.


»Ein klasse Buch, auch für Einsteiger in das Genre, da es nicht zu brutal und blutig ist.« [Lenas Welt der Bücher]

»Der Spannungsbogen steigt trotz vieler blutiger Kämpfe stetig an und entlädt sich dann in einem Showdown, der mich das Buch fast inhalieren ließ.« [Librinchen]

»Absolut schockierender Thriller, der nichts für schwache Nerven ist.« [kleinwitti, lovelybooks]

Weitere Informationen

Ersterscheinung

2016

Formate

Taschenbuch / Ebook (epub, mobi)

Seiten

284

ISBN

978-3-95835-114-1

eISBN

978-3-95835-115-8

Leseprobe


Delia wirkte machtvoller. Sie war zwar nur unwesentlich größer als ihre Kontrahentin, besaß aber mehr Muskelmasse. Da kam sie ganz nach ihrer Mutter, eine ebenfalls stämmige und dennoch geschmeidige Frau. Außerdem war Delias fester Klammergriff überall gefürchtet. Geriet man in ihren Schwitzkasten, gab es kaum ein Entkommen. Henry brummte leise, während sich die beiden Kämpferinnen auf dem Boden wälzten.
  Er selbst hatte eine ähnliche Erfahrung gemacht, als er Delia vor einigen Wochen in seine Privatkammer eingeladen hatte.
Obwohl sie beim Sex vorsichtig gewesen war und es gewiss niemals gewagt hätte, ihn auf irgendeine Weise zu verletzen, spürte er die beinahe unbändige Kraft ihres Körpers und ihrer durchtrainierten Arme, die ihn fest umschlungen hielten.
  Henry war damals so schnell gekommen, wie schon lange nicht mehr. Er mochte starke, junge Frauen, und Delia war sicherlich die kräftigste Frau inFreie Erde.
  Ein Schmerzensschrei durchschnitt die angespannte Ruhe und lenkte Henrys Aufmerksamkeit wieder auf das Geschehen. Bis eben war ausschließlich die angestrengte Atmung der beiden Gegnerinnen zu hören gewesen. Hoch konzentriert umkreisten sie sich, und als sie schließlich aufeinander losgingen, kamen nur leise Keuchgeräusche über ihre Lippen.
Das war nicht in jedem Kampf so. Manchmal überhäuften sich die Mädels mit wilden Beschimpfungen, während sie sich gegenseitig windelweich prügelten. Aber dafür war dieses Duell zu ernst. Es ging hier nicht um das Privileg eines größeren Raumes oder um eine besondere Ration Essen. Es ging schlicht und einfach um das Leben einer der Kämpferinnen. Wenn diese Auseinandersetzung beendet war, würde eine der Frauen nie wieder aufstehen, noch sonst irgendetwas machen können.

Irritiert bemerkte Henry, dass es Delia gewesen war, die den Schrei ausgestoßen hatte. Aldiana hatte ihr die Faust mit ganzer Wucht ins Gesicht geschlagen, während sich die beiden auf dem Boden wälzten. Henry trank einen Schluck Eistee. Aldiana war so ein völlig anderer Typ als Delia. Ihre großen, dunkelblauen Augen schauten immer eine Spur zu keck und ihre langen, blonden Haare schienen nie einmal außer Form zu geraten. Jetzt trug sie einen Pferdeschwanz, der ihr ein noch jugendhafteres Aussehen verlieh. Auch Aldiana hatte in all den Jahren Unmengen an Muskeln aufgebaut. Dafür hatte Henry mit seinem rigorosen Trainingsplan selbst gesorgt. Dennoch wirkte ihr Körper um einiges schmaler als der von Delia. Hätte sich nicht ihr Bizeps deutlich abgezeichnet, hätte man ihre Arme fast schon als dünn bezeichnen können. Henry mochte keine mageren Frauen. Aber mit Aldiana war es ja sowieso etwas anderes. Er würde sie wahrscheinlich nie in sein Bett einladen.
  Ein breites Grinsen umspielte Henrys Gesicht. Andererseits könnte es irgendwann vielleicht doch einmal ganz reizvoll sein, mit dem eigenen Fleisch und Blut zu schmusen.

Der nächste Schrei holte ihn aus seinen Überlegungen. Delia hatte zum Gegenschlag ausgeholt. Ihre braunen Augen funkelten gefährlich und die schwarzen, schulterlangen Haare wirbelten um ihren Kopf herum, als sie nun ihrerseits die Faust auf Aldianas Nase schlug. Blut spritzte aus Aldianas linkem Nasenloch und mit einer energischen Bewegung schubste die Blonde die Gegnerin von sich herunter.
  Henry überlegte, ob eines der Mädchen den Sieg mehr verdient hätte. Delia war sehr geschickt mit ihrer Zunge. Und im Bett machte sie stets das, was er von ihr verlangte, selbst die unmöglichsten und wildesten Dinge. Es wäre schade, wenn eine solche treue Gefährtin in diesem Ring den Tod finden würde und man ihre leblose Hülle in einem der verbliebenen Felder vergraben müsste. Andererseits waren die anderen Frauen auch nicht zu verachten. Celia war fast ebenso experimentierfreudig wie Delia. Zumindest in dieser Hinsicht würde es ihm in Zukunft höchstwahrscheinlich an nichts fehlen. Und Celias braun gelockte Haare hatte er schon damals geliebt, als er die Kleine das erste Mal vor dem Kindergarten hatte stehen sehen. Nur Delias schokoladenbraune Haut, die immer ein wenig nach Zimt schmeckte, würde er wirklich schmerzlich vermissen. Es sah einfach fantastisch aus, wenn ihr dunkler Körper sich an seinen hellen Körper schmiegte und sie zu einer Einheit von Kaffee mit Sahne wurden.
Henry zog ob dieses Vergleiches amüsiert die Augenbrauen nach oben. Er grinste in die Runde, aber seine Untertanen hatten momentan keine Augen für ihren König. Stattdessen beobachteten sie aufmerksam den intensiver werdenden Kampf.
Aldiana hatte sich pfeilschnell aufgerichtet und zu einem gewaltigen Tritt ausgeholt. Ehe Delia auch nur reagieren konnte, traf Aldianas nackter Fuß ihren Unterleib. Mit einem kläglichen Keuchen knallte die Haselnussbraune auf den sandigen Boden. Aldiana zögerte keine Sekunde und warf sich mit dem ganzen Gewicht auf die Gegnerin. Delia hob blitzartig die Arme und umklammerte den herabfallenden Körper. Ihre Hände gruben sich in den elastischen Stoff von Aldianas Trikot. Aber es nützte nichts. Der Oberkörper der Blonden landete mit einem dumpfen Aufprall auf Delias Gesicht. Delia stöhnte, ließ das Gewebe über ihr los und ballte die Hände zu Fäusten. Mit energischen Trommelbewegungen schlug sie auf den Rücken ihrer Rivalin ein. Doch Aldiana war nicht zu beirren. Sie rutschte ein wenig von der Kontrahentin herunter und presste Delia nun den Oberarm ins Gesicht, gleichzeitig griff sie mit der freien Hand grob in ihre Haare. Delia stieß ein ersticktes Keuchen aus. Aldianas Arm lag direkt auf Delias Mund und Nase und ließ kaum noch Spielraum zum Atmen. Immer, wenn sich Delia mit Kraft aufstemmte, um den Körper über ihr abzuschütteln, zog Aldiana an ihrem Schopf und riss Delais Kopf mit der Bewegung mit.

Henry seufzte leise. Diese Wette wäre verloren gegangen. Nie wäre er auf die Idee gekommen, dass Aldiana Delia in ernsthafte Schwierigkeiten bringen könnte. Delia war die absolute, unangefochtene Alphafrau in diesem, seinem Universum. Und nun wurde sie von der vergleichsweise zarten Aldiana gemächlich erstickt. Henry versuchte, der Blonden ins Gesicht zu schauen. Es sah nicht so aus, als ob Aldiana ihren Triumph genießen würde. Sie blickte mit beinahe zusammengekniffenen Augen starr gegen die Wand. Das war unüblich. Da hatte es in diesem ehrwürdigen Käfig schon ganz andere Schlachten gegeben. Er selbst hatte den Mädchen gelehrt, sich daran zu weiden, wenn sie im Kampf töteten. Sie sollten ihre Gegnerinnen genüsslich quälen und dominieren und den Augenblick des Todes auskosten, indem sie tief in die Augen der Sterbenden schauten. Es gab nichts Spannenderes, als einem Menschen in die Augen zu blicken, während man ihn umbrachte, ja sogar zu lächeln, kurz bevor er seinen letzten Atemzug machte.
  All dies schien Aldiana komplett vergessen zu haben. Sie weidete sich nicht am bevorstehenden Kollaps ihrer Widersacherin. Das war schade, ja geradezu ärgerlich. Dabei zuzuschauen, wie jemand zur Strecke gebracht wurde, war eines der höchsten Glücksseligkeiten. Ja, vielleicht war dies sogar der Hauptgrund, warum er damals all die Qualen auf sich genommen und Freie Erde gegründet hatte.