Monster ManMonster Man 3D

Danny King

THE MONSTER MAN OF HORROR HOUSE

Horror-Thriller jet

PERFECT PAPERBACK
ca. 350 Seiten
ISBN: (gedruckt noch nicht lieferbar)
eISBN: 978-3-95835-184-4
ERSTERSCHEINUNG: 2016

E-Book EPUBE-Book MOBI (Kindle)

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BeschreibungAutorMeinungen zum BuchJetzt reinlesen

Es gibt ihn in jeder Kleinstadt: Den verrückten alten Sonderling, der allein in einem unheimlichen Haus lebt, das fast so heruntergekommen ist wie er selbst.
In dem englischen Städtchen Thetford ist sein Name John Coal. Aber als die Jungen aus der Nachbarschaft anfangen, dem eigenbrötlerischen Alten immer dreistere Streiche zu spielen, müssen sie feststellen, dass sie sich mit dem Falschen angelegt haben. Denn John Coal hat mehr als eine Leiche im Keller. Zu den dunklen Geheimnissen, die er bewahrt, zählen seine Abenteuer mit Serienmördern, Werwölfen, Dämonen, Geistern und manisch-depressiven Vampiren. Und es wäre ein Fehler, einen Mann zu unterschätzen, der all dies überlebt hat …

Der britische Autor Danny King erzählt John Coals geheimnisvolle Lebensgeschichte in vier Episoden: düster, spannend und mit viel schwarzem Humor.

Danny King wurde 1969 in Slough, Berkshire, geboren und lebt heute mit seiner Frau und vier Kindern in Chichester, West Sussex. 2001 erschien sein erster Roman The Burglar Diaries, dem bis heute zwölf weitere folgten. Danny King schreibt auch für Film, Fernsehen und Bühne. The Burglar Diaries wurde von der BBC als sechsteilige Fernsehserie Thieves Like Us ausgestrahlt, sein vierter Roman The Pornographer Diaries 2007 als Theaterstück beim Edinburgh Fringe Festival aufgeführt. Zusammen mit Dexter Fletcher schrieb er das Drehbuch zum Film Wild Bill, das 2013 für den BAFTA nominiert wurde. Die Dreharbeiten zu dem britischen Vampirfilm Eat Local nach dem neuesten Drehbuch von Danny King wurden gerade im Herbst 2016 abgeschlossen.

The Monster Man of Horror House ist der erste ins Deutsche übersetzte Roman von Danny King.

 

 

In jeder Stadt, in jedem Viertel gibt es so ein gruseliges altes Haus: heruntergekommen, zugewuchert, vernachlässigt und vergessen. Bewohnt wird es in der Regel von einem gruseligen alten Mann, der mehr oder weniger den gleichen Eindruck macht. Vergammelt, verwittert und mit bröckelnder Fassade schlurft dieser alte Mann durch die Gegend und kümmert sich um seinen eigenen Kram, wie zum Beispiel das Durchwühlen der Bauschuttcontainer in der Nachbarschaft. Wenn er und sein muffiger Geruch kommen, um die Rente abzuholen, lichtet sich unweigerlich die Schlange vor dem Postschalter.
  Die Tatsache, dass er von allen als verschrobener Sonderling angesehen wird, ist ihm beneidenswerterweise überhaupt nicht bewusst. Er selbst hält sich für einen ruhigen, anspruchslosen Gesellen, unaufdringlich und weise – zwar ein Einzelgänger, aber auch ganz schön ausgefuchst. Und höchstwahrscheinlich macht er den klassischen Fehler zu denken, dass er sich einfach nur aus den Angelegenheiten anderer heraushalten muss, damit die anderen sich auch aus seinen heraushalten.
  Wenn es doch bloß so einfach wäre!
  Es hat ein paar Monate gedauert, bis ich herausfand, dass der gruselige alte Sonderling in meiner Straße ich selbst war.
  Bis dahin hatte ich mich einfach nur als John betrachtet: hart arbeitend, konservativ, sparsam und alleinstehend. An heißen Tagen vielleicht ein wenig streng riechend, aber was machte das schon, wenn ich sowieso allein lebte? In meinem eigenen Haus konnte ich schließlich riechen, wie ich wollte. Davon abgesehen hatte ich mal irgendwo gelesen, dass Seife die Pheromonausgänge verstopft, und die sind es doch wohl, was die Frauen feucht im Schritt werden lässt, nicht Rasierwässerchen und Herrendüfte und dieser ganze tuntige Mist. Wobei mich so ein Schnickschnack wie Frauen sowieso nicht mehr interessierte. Meine Libido war wie meine alte Armee-Faustfeuerwaffe: irgendwo in einem Karton unter einem Haufen altem Scheiß vergraben, und seit damals in Aden nicht mehr abgefeuert worden. Aber ich war zufrieden mit meinem Los. Ein bisschen im Schatten vor mich hinwerkeln, die Welt da draußen auf Abstand halten und ein paar Pennys für das Alter auf die Seite legen, das war alles, was ich wollte.
  Ich war 1972 in dieses Haus gezogen, das damals ein schickes Reihenendhaus mit Garage und Garten gewesen war. Es hatte mich die stolze Summe von dreitausend Pfund gekostet, und obwohl ich nie den Rasen gemäht, die Dachrinne gesäubert oder die Fenster geputzt hatte, nahm ich doch an, dass es seitdem nicht an Wert verloren hatte.
  Als einsamer alter Kauz zu enden, dessen einziger Lebensinhalt im Leeren von Dosen mit Ochsenschwanzsuppe bestand, hatte ich nie geplant. Ich meine, wer will das schon? Aber so war es nun mal gekommen. Als ich jung war, nicht mehr als ein Dreikäsehoch, träumte ich davon, zur See zu fahren, die Welt zu sehen und unbekannte Länder zu entdecken. Tja, weiter weg von diesen Träumen hätte ich wohl nicht enden können. Wahrscheinlich hatten meine Pläne einfach irgendwann Schiffbruch an den Klippen des Schicksals erlitten – aber wenn man ehrlich ist, geht es wohl den meisten Menschen so.
  Wie dem auch sei, da mein sozialer Abstieg ein langsamer gewesen war, und nicht etwa ein spektakulärer Sturz aus großer Höhe, war mir erst gar nicht bewusst, dass mein Ansehen ungefähr auf einer Stufe mit dem des Schrottplatzköters rangierte. Jedenfalls bis die Kids aus der Nachbarschaft anfingen, sich für mich zu interessieren – immer ein untrügliches Zeichen dafür, dass man nicht gerade den Respekt der Gemeinde genießt. Über die Tatsache, dass ausgerechnet mir die zweifelhafte Ehre zuteilgeworden war, als Ziel ihrer Streiche zu dienen, wurde ich nicht lange im Unklaren gelassen. Gespenstisches Klopfen ertönte zu jeder Tages- und Nachtzeit an meiner Haustür, Stimmen flüsterten im verschlungenen Dschungel meines Gartens und die gelieferte Milch wartete nicht länger auf der obersten Stufe, bis ich sie hereinholte, sondern wurde mir im Morgengrauen direkt durch den Briefschlitz geschüttet. Was für Witzbolde!
  Nachdem ich diesen Unfug vier Wochen lang ertragen hatte, warf ich einen langen, prüfenden Blick in den Spiegel und musste schließlich bestürzt erkennen, dass ich der seltsame alte Kauz von Thetford war.
  Wie schon gesagt, in jedem Viertel gibt es einen. Zu meiner Zeit hieß er Harold und wohnte in einer Kate am Ende unserer Straße. In Ypres war er einer deutschen Granate in den Weg gelaufen, und deshalb sah er wie ein Monster aus, mit Hakenhänden und einem Gesicht, das irgendwie falsch zusammengesetzt wirkte. Ich und meine Freunde hatten furchtbare Angst vor ihm und dachten uns schreckliche Geschichten darüber aus, welches Schicksal einem Kind drohte, das ihm in die Klauen fiel. Das führte unweigerlich dazu, dass wir nachts in seinen Garten schlichen, um unseren Mut beim Zertrampeln von Harolds Tomatenpflanzen zu beweisen. Wenn wir anschließend über die Mauer kletterten und in der Dunkelheit verschwanden, schimpfte er jedes Mal laut hinter uns her. Wir hielten dieses Gebrüll natürlich für die Raserei eines Mörders, dem wir ganz knapp entkommen waren, bevor er seine Pasteten mit unserem Fleisch füllen konnte.
  In Wirklichkeit wollte er wohl nur, dass wir abhauten und nicht mehr in seine Gießkanne pinkelten. Der arme alte Harold; auf dem Schlachtfeld war er durch die Hölle gegangen und nicht einmal zu Hause, im hohen Alter, ließ man ihm seine Ruhe.
  Seltsam, seit fünfzig Jahren hatte ich nicht mehr an ihn gedacht, bis die Streiche vor meiner eigenen Haustür anfingen. Und in dem Moment wurde mir klar, dass ich seine Reinkarnation war.
  Natürlich hatte es keinen Sinn, sich bei den Eltern der Blagen zu beschweren. Die würden sowieso nichts tun.
  Mein Tommy macht so was nicht, und erzählen Sie mir bloß nichts anderes, Sie alter Wichser. Los, verpissen Sie sich von meinem Grundstück! Sie stinken!
  So etwas hätte es früher nicht gegeben. Hätte sich zu meiner Zeit ein Nachbar über mich beschwert, hätte mein Vater mir sofort eins mit dem Gürtel übergezogen. O ja, damals wurde den Kindern noch Respekt vor dem Alter beigebracht – vielleicht mal abgesehen von dem armen Harold. Er hatte sich bei jedem beschwert, aber niemand hatte auch nur im geringsten Notiz von ihm genommen. Ich vermute, keiner will was mit einem Sonderling zu tun haben, ob jung oder alt, denn Sonderlinge beschweren sich immer über irgendwas, seien es die Kinder im Gemüsebeet oder die Katholiken im Stadtplanungsbüro. Warum sollte man so jemandem nachgeben? Kurzer Prozess und die borstige Seite des Besens, das ist alles, was die verstehen.
  Ich kann das durchaus nachvollziehen. Ehrlich. Bei objektiver Betrachtung kann ich absolut nicht ausschließen, dass ich mir selbst auch nicht zugehört hätte, wenn ich mein Nachbar gewesen wäre. Aber das machte die Gleichgültigkeit meiner Nachbarn nicht erträglicher, besonders nachdem meine Mülltonnen anfingen, einen Tag vor der Leerung auf dem Gartenweg Kopfstand zu machen. Diese kleinen Arschlöcher!
  Es wurde so schlimm, dass ich schon darüber nachdachte, zur Polizei zu gehen. Aber diese Idee verwarf ich schnell wieder. Die Behörden und ich kommen nicht besonders gut miteinander aus. Ich mag es nicht, wenn sie in meinen Privatangelegenheiten herumschnüffeln – besonders nicht diese Fischfresser im Stadtplanungsbüro. Also ergriff ich die einzige Möglichkeit, die mir blieb, und nahm die Schädlingsbekämpfung selbst in die Hand.
  Einer der vielen Vorteile meiner Lebensweise ist es, dass ich immer genügend Material für jegliches Vorhaben parat habe, sei es im Garten einen Hühnerstall zusammenzuzimmern, einen alten Staubsauger zu reparieren oder im Keller eine Guillotine zu bauen. Also schlug ich Nägel in Wände, zog Drähte über Flaschenzüge und montierte Bolzen an Türen, bis ich eine zufriedenstellende Lösung für meine Sorgen geschaffen hatte.
  Meine Falle war fertig.
  »So sollte es klappen«, murmelte ich und bewunderte mein Werk, während ich mir eine Körperreinigung mit dem Taschentuch gönnte. »Fehlt nur noch ein Köder.«
  Drei Nächte lang ließ ich einen Fünfer offen auf dem Wohnzimmertisch liegen, aber niemand brach ein, um ihn zu klauen. Offensichtlich war eine weniger subtile Herangehensweise vonnöten. Ich kramte den alten Filzhut meines Vaters hervor.
  Mein Vater hatte sein Leben lang Melone getragen. Ich selbst war von dieser Mode verschont geblieben, deshalb war der Hut in den letzten vier Jahrzehnten im hinteren Schlafzimmer verstaubt. Aber jetzt war seine Zeit endlich gekommen. Ich fischte ihn vom Kleiderschrank, wischte den Rand mit meiner Hemdmanschette ab und setzte ihn mir in einem kecken Winkel auf den Kopf. Und was soll ich sagen? Als ich mich in der Diele im Spiegel bewunderte, musste ich zugeben, dass ich wie ein totaler Schwachkopf aussah. Nun, Melonen sind wohl nicht ohne Grund aus der Mode gekommen.
  Als Nächstes griff ich nach meinem Mantel und dem Einkaufskorb. Da ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon hatte, wer die kleinen Gangster waren, die mich so piesackten, und auch, wo ich sie finden würde, machte ich mich klar zum Gefecht und setzte Kurs in Richtung Supermarkt.
  Einen Vorteil hat es immerhin, wenn man im Ort als verrückter Sonderling gilt: Man kann sich auch wie einer anziehen. Und deshalb wurde ich trotz meines extravaganten Kopfschmucks keines Blickes gewürdigt – jedenfalls, bis ich auf die miesen kleinen Ratten traf, die in einer Gasse neben dem Supermarkt Zigaretten schnorrten. Unterdrücktes Kichern, Gejohle und spöttische Rufe aus ihrer Richtung verrieten mir, dass sie mich zur Kenntnis genommen hatten. Ich zog vor ein paar verwirrten Kunden den Hut und begab mich in das Geschäft, um zu sehen, welche Schätze ich aus dem Regal mit den verbeulten Dosen heben könnte.
  Während der nächsten Tage trieb ich mich oft im Ort herum, immer mit der Melone auf dem Kopf und immer im Sichtfeld meiner Plagegeister. Sie schlichen mir hysterisch kichernd hinterher und gingen irgendwann dazu über, sich aus McDonald's-Tüten Kopfbedeckungen zu formen, die wohl meiner eigenen ähneln sollten. Offensichtlich fanden sie das alles enorm unterhaltsam, daher trug ich den Hut weiter, bis sie sich einen Sport daraus machten, ihn mir abwechselnd vom Kopf zu stoßen und selbst eine Runde damit zu drehen.
  In der Gewissheit, die bestmögliche Vorarbeit geleistet zu haben, platzierte ich die Melone schließlich zu Hause auf der Fensterbank, schön nach vorne raus, mit direktem Blick auf die Straße (jedenfalls wenn man sich die überhängenden Äste des Nussbaums wegdachte) und machte mich bereit für eine arbeitsreiche Nacht.

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