McCammon - Corbett

Robert McCammons „Matthew-Corbett-Reihe“


Auf Verbrecherjagd zur Zeit der Besiedelung Nordamerikas


Schaut man auf das bisherige Schaffen von Robert McCammon, kommt man nicht umhin, gewisse Gemeinsamkeiten mit einem anderen ganz großen Autor unserer Zeit festzustellen: Stephen King. Kurioserweise sind beide Autoren seit Kindheitstagen eng befreundet, ihr literarischer Werdegang sehr ähnlich, und auch die stilistische Bandbreite zwischen Horror, Coming-of-Age-Geschichten und atmosphärischen Thrillern, gepaart mit einer ungeheuer fesselnden Sprache, weist gewisse Parallelen auf.

Robert McCammon begann seine schriftstellerische Laufbahn im Jahre 1978, mit der Veröffentlichung seines ersten Romans Baal. Das Buch war der Beginn einer beispielhaften Karriere, zählte McCammon doch in den Achtzigerjahren schnell zu den bestverkauften Horror-Autoren Amerikas. Weitere Romane wie etwa Swan Song landeten regelmäßig auf der Bestseller-Liste der New York Times. Anfang der Neunzigerjahre unternahm Robert McCammon aber bereits den ersten Versuch, literarisch über den Tellerrand des reinen Horrorromans hinauszublicken, und schrieb scheinbar mühelos den Welterfolg Boy’s Life – die Geschichte eines Teenagers, der sich im Jahre 1964 auf die Suche nach einem mysteriösen Mörder begibt, nachdem man in dem örtlichen See eine Leiche entdeckte. Leider sorgte McCammons Interesse an neuen literarischen Stoffen aber zu einem Zerwürfnis mit seinem Verleger, der gern weiterhin vorrangig die reine Horror-Schiene bedienen wollte, woraufhin sich McCammon eine zehnjährige Auszeit vom Schreiben nahm.

Robert McCammon2002 aber kehrte er zurück, den ersten Teil einer Serie im Gepäck, die wir seit einiger Zeit nun auch in deutscher Sprache bei uns im Luzifer Verlag veröffentlichen dürfen: die Abenteuer von Matthew Corbett. Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal (im Original: Speaks the Nightbird) wirft den Leser zuerst einmal recht unvorbereitet in die schriftstellerisch eher seltener bemühte Zeit der Kolonisierung Amerikas und an deren Ostküste Anfang des 17. Jahrhunderts. Eine Welt, die Literaturfreunden am ehesten noch durch James Fenimore Cooper und seine Lederstrumpf-Romane ein Begriff sein könnte. Selbst die uns heute bekannten Großstädte sind zu jener Zeit noch nicht viel mehr als grobe Palisadendörfer. Schlammige Gassen, Holzhütten, Krankheiten und Aberglaube, aber auch Entdeckerdrang, ein noch unerforschter Kontinent und das Zusammenprallen von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Beweggründe bilden die Basis für eine Serie, die in dieser Form sicher einzigartig ist. Denn Robert McCammon erfüllte sich in den Romanen über Matthew Corbett – dem jungen, aufgeklärten Gerichtsdiener, der als eine Art Sherlock Holmes der Kolonialzeit Kriminalfälle löst – nicht nur einen Traum, sondern verfolgte mit ihnen auch einen ambitionierten schriftstellerischen Plan. Mit der auf neun Teile angelegten Serie setzte er sich das Ziel, in jedem Band mit einem anderen Genre zu experimentieren: Mysterythriller, Abenteuerroman, Jagd auf Serienkiller oder sogar der klassische Pulp-Roman werden referenziert. Und die Kolonialzeit, die zuletzt mit dem dritten Teil der bekannten Computerspielreihe Assassins Creed größere Popularität erlangte, bildet für sich genommen schon ein eigenes Genre … das des historischen Romans.
Hier zeigt sich auch Robert McCammons großes Talent, denn seine Bücher transportieren nicht nur auf unterhaltsame Weise eine ganze Reihe genau recherchierter Fakten, sondern gerade auch in der von ihm verwendeten Sprache ein Gefühl, als würde man direkt in diese Zeit eintauchen, sich an der Seite von Matthew Corbett in schummrigen Spelunken, nebligen Wäldern, im Morast dunkler Seitengassen, in Pferdekutschen oder an Bord von windgepeitschten Segelschiffen zu befinden.

Um der Qualität der Romane gerecht zu werden, haben wir uns daher auch für eine besondere Art der Veröffentlichung entschieden und präsentieren die Fälle von Matthew Corbett in ihrer deutschen Ausgabe als gebundene Bücher mit partiell lackiertem Schutzumschlag, Leineneinband und Lesebändchen. Bücher, für die man also aus mehreren Gründen einen Ehrenplatz im Regal freihalten sollte.

Die Grenze - Robert McCammonIm Januar 2019 wird in den USA der bereits mit Spannung erwartete siebte Teil der Matthew-Corbett-Reihe erscheinen. Cardinal Black entführt uns einmal mehr in die amerikanische Kolonialzeit, aber auch nach London, wo „Problemlöser“ Corbett einem geheimnisvollen Arzneibuch hinterher jagt, das von einem mysteriösen Wahnsinnigen gestohlen wurde – dem titelgebenden Cardinal Black.

Und im Herbst 2019 können sich deutsche Leser auf den dritten Fall von Matthew Corbett in deutscher Sprache freuen. In der Jagd nach Mister Slaughter (derzeit noch Arbeitstitel) willigt Matthew Corbett ein, den berüchtigten Massenmörder Tyranthus Slaughter von dessen Gefängnis zum New Yorker Hafen zu eskortieren. Doch dieser verfolgt seinen ganz eigenen, perfiden Plan …

Wer die ersten beiden Fälle von Matthew Corbett schon verschlungen hat und nicht so lange warten möchte, dem können wir in der Zwischenzeit ein weiteres Buch von Robert McCammon aus unserem Verlag ans Herz legen. In Die Grenze entführt uns McCammon nicht zu den Anfängen einer noch jungen Nation, sondern ganz im Gegenteil eher an deren Ende, in einem Endzeit-Science-Fiction-Abenteuer, in dem die Menschheit in einem seit Ewigkeiten wütenden interstellaren Krieg zweier hochentwickelter Rassen beinahe vernichtet wird.

Spannende Unterhaltung bleibt also garantiert!