JETJET 3D

Tim Curran

LEVIATHAN

Horror-Thriller

LUZIFER VERLAG
HORROR-THRILLER
224 Seiten
ISBN: 978-3-95835-009-0
eISBN: 978-3-95835-013-7
ERSTERSCHEINUNG: 2014

KlappenbroschurE-Book (epub, mobi)

Wendecover mit dem Titel KOPFJÄGER von Tim Curran

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BeschreibungAutorMeinungen zum BuchJetzt reinlesen

Seagull Island … eine geheimnisvolle Insel. Man munkelt, sie sei das Tor zu einer anderen Welt – einer Welt urzeitlicher Monster. Die Einheimischen reden nicht darüber. Sie verleugnen es. Aber plötzlich ändert sich alles …

Auch Johnny Horowitz, ein unbeliebter Paparazzo, hat von dem Mythos gehört und ist ganz besessen von dem Gedanken, als Erster einen Blick auf die andere Seite zu werfen.
Während Hurricane Amelia über der Insel tobt, wird das Tor in die prähistorische Welt weit aufgestoßen, und Johnny plant dorthin zu gelangen, mit der Kamera in der Hand – koste es, was es wolle.

Dieser Titel erschien als Klappenbroschur gemeinsam mit KOPFJÄGER von Tim Curran!

Tim Curran ist ein Poet des Grauens. Seine Sprache strotzt vor gewaltigen Bildern, die sich mit Stacheln und Widerhaken in der Erinnerung festsetzen und nicht mehr verdrängen lassen. – Andreas Gruber (Autor)

Das Curran-Double „Leviathan/Kopfjäger“ ist ein heimtückischer Anfixer für alle, die noch nie etwas von diesem Autor gelesen haben. Spätestens nach dem Genuss dieser beiden Novellen dürfte es um jeden Leser geschehen sein. – Horror and more

Tim CurranTim Curran lebt in Michigan und ist Autor der Romane SKIN MEDICINE, Hive, BLACKOUT und SKULL MOON.

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Johnny Horowitz wusste, dass er auf etwas Besonderes gestoßen war, als er den Strand sah.
  Im Gegensatz zu allen anderen Stränden von Seagull Island war dieser hier leer. Keine sonnenbadenden Touristen, keine am Rand der Brandung umhertollenden Kinder, keine in der Strömung schwimmenden Teenager. Tatsächlich war überhaupt nichts da. Und das war das Befremdliche daran. Das war es, was ihn faszinierte und dort festhielt, ihn nicht wieder gehen lassen wollte.
  Es stimmte zwar, dass Hurrikan Amelia auf die Insel zusteuerte, aber es würde noch eine Woche dauern, bis der Sturm überhaupt in die Nähe von Seagull kam. Also … was dann? Woran konnte es liegen?
  Es war seltsam.
  In der Tat war die Einsamkeit fast unheimlich.
  Er saß auf seinem gemieteten Fahrrad, während die heiße Sonne Carolinas seine beginnende Glatze schmorte, das haarlose Fleisch rotbrannte. Trotzdem wartete er, überlegte und wunderte sich. Er war sich nicht sicher warum, aber dieser Ort sagte ihm etwas, sprach zu ihm in einer Sprache, die er nicht verstehen konnte, dennoch war die Bedeutung nur zu klar.
  Komm hier runter, Johnny. Komm und schau mich an.
  Wäre er eine Gitarre gewesen, dann wäre eine seiner Saiten gezupft worden. Es hallte in seinem Kopf wider.
  Mit dem Hacken seiner abgenutzten Nike trat er den Kickständer herunter, verließ die gewundene Schotterstraße und bewegte sich durch einen Wald aus hohem Gras den Hügel hinunter. Der Strand war mit einem verblichenen roten Zaun abgesperrt. BETRETEN VERBOTEN – SEAGULL ISLAND POLICE, sagte ein verwittertes Schild. Der Sturm einer vorhergegangenen Nacht hatte einen Teil davon umgelegt, sodass nun kein Grund mehr bestand, sich daran zu halten.
  Scheiße auch, dachte er, wo zum Teufel wäre ich, wenn ich mich an die Regeln halten würde?
  Es ging doch nichts über Amtsgewalt, die einem sagte, was man bleiben lassen sollte. Gerade das animierte einen dazu, etwas zu tun. Aber so war es schon sein ganzes Leben lang gewesen. Rauch nicht und trink keinen Alkohol, sagten sie, als er ein Teenager war. Also rauchte er und ließ sich jedes Wochenende volllaufen. Nimm keine Drogen, sagten sie, und vermeide Sex vor der Ehe. Also kiffte er sich durch die High School und sprang auf alles, das unten ein Loch hatte. Und jetzt war er hier, ein Mann in den Vierzigern mit einem stetig abnehmenden Bankkonto, auf der Abstiegsspur einer einstmals lukrativen Fotografenkarriere, und wieder streckte er den Autoritäten die Zunge raus – und das bloß aus Neugierde.
  Das ist mehr als Neugier und du weißt es, dachte er. Das hier ist größer. Das ist ein Bauchgefühl. Herrgott nochmal, es ist schon fast eine Vorahnung.
  Er trat über den umgefallenen Teil des Zauns auf den Strand hinaus. Es war wirklich unglaublich. Die Strände von Seagull waren um diese Jahreszeit übervölkert, drei Tage nach dem vierten Juli, und hier war diese riesige, leere Weite von weißem Sand, an dem der Atlantik leckte.
  Warum zum Teufel öffneten sie das hier nicht?
  Warum gab es hier keine Hotels?
  Er kaute an seiner Unterlippe und starrte auf die Landschaft vor sich. Der Strand erstreckte sich fast eine halbe Meile in beide Richtungen, vielleicht mehr. Er wurde an beiden Seiten von hochaufragenden schwarzen Klippen flankiert, eingegrenzt vom Meer und diesem hässlichen Zaun mit den drangeschlagenen Schildern. Er war nur zugänglich, wenn man über den Zaun sprang (oder einen kaputten Teil davon fand). Die Klippen konnte man nicht umgehen. Sie waren senkrecht und tödlich, das Meer schlug mit wütender Gewalt dagegen. Und es würde nicht leicht sein, ein Boot anzulanden: Die Wellenbrecher waren riesig und donnerten, als sie sich an den herausragenden Fingern von muschelbesetzten Felsriffen brachen und in die Strudel von Gezeitenbecken zurückfielen. Hundert Meter vom Ufer entfernt verwandelten die gegeneinander ankämpfenden Strömungen der Brandung das Meer in einen Mahlstrom aufgewühlter Wasserfluten. Nein, es würde Selbstmord sein zu versuchen, darin ein Boot ans Ufer zu bringen.
  Alle hundert Meter waren noch mehr Schilder im Sand aufgestellt.

ABSOLUTES SCHWIMMVERBOT
STARKE UNTERSTRÖMUNG
SEAGULL ISLAND POLICE

Nein, keine Verschwörung. Dieser Ort war einfach zu gefährlich.
  Johnny konnte sich gut vorstellen, wie viele Badende hier verloren gegangen waren. Irgendwann einmal hatten sie das Sonnenbaden vermutlich sogar erlaubt, aber die Leute wollten in ihrer unendlichen Blödheit einfach nicht vom Wasser fernbleiben.
  Ja, das war schon ein Grund … aber was war das für ein Gefühl, das ihm dieser Ort gab? Es war stark und klar, wenn auch nicht gerade deutlich. Dieser verdammte Ort sprach zu ihm. Er hatte eine Geschichte zu erzählen und er musste einfach wissen, was für eine.
  Er trat auf den Sand hinaus. Der war wie ein wellen- und windloses Meer aus Weiß, das nur von Inseln aus Gras und Seetang, den die Flut angeschwemmt hatte, unterbrochen wurde. Außer dem stürmischen, hämmernden Ozean war es ruhig und still und abwartend. Der Strand hielt den Atem an. Und das wirklich Verrückte war, dass nicht eine einzige Möwe oder Seeschwalbe zu sehen war. Auf einer Insel, auf der es von Seevögeln nur so wimmelte, war das mehr als nur ein wenig seltsam.
  Johnny ging weiter, seine Füße versanken im Sand. Die Gischt des Atlantiks war kühl, die Sonne heiß. Er setzte sich auf einen Felsvorsprung und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
  Er wollte gerade gehen, als er es sah.
  Ungefähr fünfzig Meter vom Wasser entfernt lagen Knochen im Sand, halb vergraben. Menschliche Knochen.
  Die gelblichen Sprossen von Rippen. Der hervorstechende Besenstiel eines Oberschenkelknochens. Das kieferlose Grinsen eines Schädels. Eine schwarze Sandspinne verließ gerade die linke Augenhöhle und ging ihres Weges.
  Johnny ging auch seines Weges.
  Er ging und holte seine Kamera.

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