Jakob RubinsteinJakob Rubinstein 3D

Andreas Gruber

JAKOB RUBINSTEIN

ERZÄHLBAND

PERFECT PAPERBACK
328 Seiten
ISBN: 978-3-95835-201-8
eISBN: 978-3-95835-202-5
ERSTERSCHEINUNG: 2017

KlappenbroschurE-Book (epub, mobi)

12,14 € In den Warenkorb

4,19 € In den Warenkorb

Kostenloser Versand per Downloadlink via E-Mail. Lieferung am Tag des Zahlungseingangs.

BeschreibungAutorMeinungen zum BuchJetzt reinlesen

Scheinbar sind die düsteren Gassen Wiens der Mittelpunkt unheimlicher Lügen, Intrigen und Verschwörungen. Geheimnisse werden vom Innenministerium vertuscht, Menschen verschwinden spurlos, Konzerne führen inoffizielle Experimente, doch der jüdische Privatdetektiv Jakob Rubinstein deckt sie auf … eher zufällig, denn mit brillanter Logik.
An seiner Seite recherchieren seine Schwester Rachel, seine Sekretärin Lisa, der homosexuelle Kolumnist Nicolas Gazetti und der faule Kater Dr. Watson – ein Team, das erfolgloser nicht sein könnte, doch mit dem Wiener Bürgermeister Dr. Gödl haben sie ein starkes Ass im Ärmel.
Gemeinsam nehmen sie es mit Psychiatern, Wissenschaftlern, der Ärzte-Lobby, der Wiener Polizei und den Regierungsbeamten des In-nenministeriums auf, in deren Dunstkreis sie mit ihren Ermittlungen ständig schlittern.

Sechs sonderbare Kriminalfälle eines jüdischen Privatdetektivs aus den dunklen Ecken Wiens – von Andreas Gruber.


»Ein sprühendes Feuerwerk voll skurriler Ideen und schräger Figuren.« [Veit Etzold]

Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und lebt als freier Autor mit seiner Familie und fünf Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Mittlerweile erschienen seine Kurzgeschichten in über hundert Anthologien, liegen als Hörspiel vor oder wurden als Theaterstück adaptiert. horror buch

MEHR ERFAHREN >

 

Prolog


Grausberger, ein schmächtiger Mann mit Hornbrille und Seitenscheitel, betrat auf leisen Sohlen den Raum. Langsam zog er die Tür hinter sich ins Schloss. Das Zimmer war fensterlos, wie auch die anderen Büros im tiefen Keller des Gebäudes. Nur eine Tischlampe erhellte den Raum. Das Licht blendete Grausberger für einen Moment.
  Er fischte eine Akte unter dem Arm hervor und legte sie vor sich auf den Tisch. Helene von Hörig stand in Maschinenschriftlettern auf dem grauen Deckel des Dokuments. Nervös trommelte er mit den Fingern auf dem Pappdeckel. Schließlich stieß er die Mappe von sich. Die Akte rutschte über die Tischfläche und wurde am gegenüberliegenden Ende von einer fleischigen Hand gestoppt.
  Grausberger räusperte sich. »Wie behandeln wir den Fall?«
  Die stämmige Gestalt, die hinter dem Tisch im Dunkeln saß, warf einen flüchtigen Blick auf das Dokument. »Gar nicht!« Der beißende Zigarrenqualm einer Davidoff waberte durch den Raum. Stoff raschelte, als der Mann den Knopf seines Sakkos öffnete.
  »Gar nicht?« Grausberger hatte eigentlich eine konkrete Anweisung erhofft. Irgendwie musste der Fall doch vertuscht werden.
  »Sie haben richtig verstanden«, knurrte der Mann. Als er sich nach vorne beugte und auf die Ellenbogen stützte, blitzten für einen Augenblick Manschettenknöpfe im Licht der Lampe auf. Sein Gesicht blieb im Dunkeln.
  Grausberger rang die Hände. »Die Kriminalpolizei wird weiterhin nach dem Mädchen suchen.«
  »Wird sie nicht! Die Kripo macht das, was ich ihr sage. Es wird überhaupt niemand nach der Kleinen suchen. Der Fall verschwindet in der Schublade!«
  »In der Schublade?« Grausberger schnappte nach Luft. »Aber …«
  Der Mann erhob sich keuchend aus dem Stuhl und steckte sich die Zigarre in den Mundwinkel. »Jagen Sie die Akte durch den Schredder.« Er schleuderte die Unterlagen über den Tisch zurück.
  Grausberger hatte Mühe, die Papiere einzufangen. »Aber wenn jemand zu recherchieren beginnt?«
  »Wer denn?«
  Grausberger schluckte. »Sie wissen, von wem ich rede. Vor Kurzem hatten wir einige unangenehme Zwischenfälle, die wir in letzter Minute verschleiern konnten«, erinnerte er seinen Vorgesetzten. Er selbst hatte noch vor wenigen Wochen Akten vernichtet, Zeugen bestochen, mit der Presse gesprochen und dafür gesorgt, dass es zu keinem Skandal kommen würde. Aber mit diesem Fall hatten sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt und es endgültig übertrieben.
  »Unangenehme Zwischenfälle? Sie meinen doch nicht etwa den Juden Rubinstein und seinen schwulen Freund, diesen Kommunisten Gazetti?«, murrte der Mann abfällig.
  »Kolumnist«, korrigierte Grausberger ihn.
  »Wie?«
  »Gazetti ist Kolumnist, nicht Kommunist, er schreibt für ein Magazin.«
  »Wenn schon! Spielt Carla von Hörig immer noch mit dem Gedanken …?«
  »Ja, soeben kam die Nachricht von unserem Observationsteam, dass sie sich auf dem Weg zu Jakob Rubinsteins Büro befindet. Offensichtlich will sie ihn engagieren und mit den Nachforschungen betrauen.«
  »Machen Sie sich keine Sorgen, Grausberger! Rubinstein ist zu dumm. Der kommt nie dahinter, was wirklich passiert ist.«
  »Aber vielleicht seine Sekretärin. Die ist ziemlich clever.«
  »Clever sein allein wird ihr nicht genügen.«
  »Aber wenn …?«
  »Was, wenn? Wo sollten die beiden denn zu suchen beginnen?« Der Mann wischte mit dem Arm durch die Luft.
  Grausberger zuckte zusammen. »Ich weiß es nicht. An einem offenen Ende, einem Anhaltspunkt, an einer Spur, die wir übersehen haben? Immerhin wird das Experiment heute Abend zum letzten Mal wiederholt und deshalb …«
  »Diesmal verwenden wir Freiwillige!«, unterbrach ihn der Koloss abermals, während er hinter dem Schreibtisch auf und ab ging. »Außerdem gibt es keine offenen Enden. Diesmal nicht. Wir haben alle Spuren beseitigt. Der Fall ist dicht! Haben Sie verstanden?«
  Grausberger schluckte, dann nickte er. »Jawohl, Herr Minister.« Er würde die Akte Helene von Hörig durch den Reißwolf jagen, wie alle anderen Dokumente davor auch.
  »Gut.« Der Dicke paffte eine Rauchwolke zur Zimmerdecke. Der scharfe Geruch trieb Grausberger die Tränen in die Augen.
  Indessen trat der Mann aus dem Schatten und humpelte mit einem steifen Bein an Grausberger vorbei zur Tür. Grausberger starrte Innenminister Frank Rohrschach nach, als er den abhörsicheren Raum unter der Wiener Hofburg verließ.

weitere Titel des Autors

Northern Gothic - Andreas GruberApocalypse Marseille - Andreas Gruber

weitere Bestellmöglichkeiten

AmazonThaliaGoogle PlayBücher.deKobo

Kennst du schon …?

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •