ExtremeExtreme 3D

Chris Ryan

SCHWERE ZIELE

Band 1
Serie: Extreme

Actionthriller

PERFECT PAPERBACK
484 Seiten
ISBN: 978-3-95835-172-1
eISBN: 978-3-95835-203-2
ERSTERSCHEINUNG: 2016

KlappenbroschurE-Book (epub, mobi)

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BeschreibungAutorMeinungen zum BuchJetzt reinlesen

Als SAS-Soldat war es Joe Gardners Aufgabe, die gefährlichsten Gegner des Empires in mitunter entlegenen und trostlosen Winkeln der Welt auszuschalten. Verlieren war dabei nie eine Option gewesen.
Nun aber steht er vor seiner bislang härtesten Herausforderung: Bei einem Undercover-Einsatz in Afghanistan verliert Gardner eine Hand und muss sich aus dem aktiven Dienst zurückziehen. Er taucht unter.
Doch egal wie unsichtbar er sich auch macht – das Schicksal scheint ihm keinen Ruhestand zu gönnen. Ein Anruf von seinem alten Kameraden und Kriegshelden John Bald führt ihn nach Rio de Janeiro. John steckt in Schwierigkeiten, mitten im brodelnden Hexenkessel der Favelas. Eine der brutalen Banden will seinen Kopf, und ohne Gardners Hilfe ist er so gut wie tot. Doch was als einfache Rettungsmission beginnt, wird schnell zu einem gnadenlosen Kampf ums Überleben, der von den Slums Brasiliens bis in die eisigen Steppen Sibiriens reicht. Verfolgt von den besten Agenten des MI6 und skrupellosen ehemaligen Kameraden muss Gardner auf all seine Fähigkeiten und Instinkte zurückgreifen, um seinen bisher schwierigsten Gegner zur Strecke zu bringen – bevor es zu spät ist.

Chris Ryan, der Erfinder der erfolgreichen TV-Serie »Strike Back«, befördert Sie mit seiner Extreme-Reihe direkt ins explosive Geschehen. Und wer die TV-Serie kennt, weiß, was ihn erwartet. »Extreme: Schwere Ziele« ist atemlose Actionkost, die wirklich hält, was sie verspricht. Wer seit Jahren vergeblich auf einen echten kompromisslosen Actionkracher wartet und zudem mit Spielen wie »Call of Duty« oder »Medal of Honor« etwas anfangen kann, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Chris Ryan, geboren 1961 in Newcastle, diente über zehn Jahre im Special Air Service (SAS), der berühmten Spezialeinheit der britischen Armee. In dieser Zeit nahm er an dutzenden offiziellen Einsätzen sowie Geheimoperationen teil und befehligte eine Gruppe Scharfschützen einer Anti-Terror-Einheit. Während des Golfkriegs überlebte er als einziger seines achtköpfigen Teams die Flucht aus dem Irak, drei seiner Kameraden wurden bei der Flucht getötet, die anderen vier gefangen genommen. Die Flucht war die bislang längste in der Geschichte des SAS, und Ryan wurde dafür mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. In seinen letzten beiden Dienstjahren kümmerte sich Ryan um die Ausbildung potenzieller Rekruten für den Dienst bei der SAS.

In dem Bestseller The One that got away schrieb Ryan über seine Erlebnisse im Einsatz. Das Buch wurde unter dem Titel Todeskommando Irak verfilmt. Von Chris Ryan sind drei weitere Sachbücher erschienen, fünfzehn Bestseller-Romane sowie eine Jugendbuchserie.

Chris Ryan hält Vorträge über Mitarbeitermotivation und Firmensicherheit und arbeitet als Berater für eine Sicherheitsfirma.

 

Kapitel 1

Mardan, Pakistan. 3:00 Uhr

Der Wagen war ein Toyota Land Cruiser, und die Waffe in Joe Gardners Schoß eine AK-47. Draußen tauchte der Vollmond die Straße und die sie umgebende Wüste in ein fahles Licht und ließ alles wie einen Haufen Asche aussehen.
  Hier, fünfundvierzig Kilometer nördlich von Peshawar, mitten im Hoheitsgebiet der Taliban, sollte das vierköpfige Team in dem Cruiser eine Spezialoperation durchführen.
  Gardner schaltete den Motor ab und hievte sich aus dem Fahrersitz. Er war der letzte Operator, der aus dem Cruiser stieg. Der staubtrockene Boden knirschte leise unter seinen Gore-Tex Timberlands. Achtundvierzig Grad heiße Luft schlug ihm entgegen, brannte auf seinem Gesicht und nahm ihm den Atem. Gardners Finger schlossen sich fester um den Griff der AK-47. Seine linke Hand war mit Moskitobissen übersät, doch er unterdrückte das unentwegte Verlangen, an ihnen zu kratzen.
  Sie hatten den Cruiser am Rand einer verwitterten Straße abgestellt, die durch den Südwesten der pakistanischen Stadt führte. Im Westen dominierten die Khyber Berge den Horizont und ragten wie zerklüftete schwarzen Zähne in den asphaltfarbenen Himmel.
  John Bald stellte sich neben Gardner und sagte: »Vierzig Meter. Das letzte Haus auf der rechten Seite.«
  Er deutete die Straße hinab nach Süden. Gardner spähte über die massigen Schultern seines besten Kumpels und fixierte das Haus, auf das Bald zeigte. Es war ein unbeleuchtetes zweistöckiges Gebäude, das auf der rechten Seite von dürren Bäumen, graubraunem Gras und Akazienbüschen flankiert wurde. Links davon befand sich eine Reihe von Elektronik- und Mobiltelefon-Läden. Die Geschäfte waren geschlossen, aber ihre Anzeigetafeln warfen ein schwaches Licht auf die Straße.
  »Bist du sicher, dass es das ist?«, flüsterte Dave Hands mit heiserer Stimme und nickte zu dem ECM-Peilsender, den Bald in der Hand hielt.
  »Hundertprozentig.«
  Balds kantige Gesichtszüge reflektieren das rotblinkende Licht des Peilsenders. Gardner und er waren Kameraden seit dem Tag, an dem beide die Auswahlprüfungen bestanden hatten. Als man Gardner nach der brutalen simulierten Folterübung in den Raum mit den anderen Kandidaten führte, hatte Bald ihm nur zugezwinkert und gesagt: »Kinderkacke.« Der Mann war schottischer als eine Kiste Irn-Bru und lächelte unentwegt, halb belustig, halb hinterlistig. Nun schaute Gardner konzentriert auf den Peilsender in Balds Hand. Er war etwa so groß wie ein iPhone, aber in der riesigen, schwieligen Hand seines Kumpels sah es aus, als wäre es beim Waschen eingelaufen.
  Dave Hands blickte wenig überzeugt zu dem Gebäude hinüber.
  »Sieht für mich verdammt leer aus.«
  »Tariq Afridi ist der Anführer der pakistanischen Taliban«, antwortete Bald und steckte das Gerät in die Tasche seiner Salwar-Hose. »Er ist ein hohes Tier, Davey Boy, und wir wissen exakt, wo er sich aufhält. Nämlich genau da drin.«
  Alle Blades trugen regionale Kleidung, aber unter dem regionaltypischen Kameez trug jeder der Männer eine Einsatzweste der Spezialeinheiten vom Typ Viper mit vier Taschen für Reservemagazine und drei weiteren Taschen für Ausrüstungsgegenstände: Kompass, Karte, Feuerzeug, Goldmünzen, Wasserreinigungstabletten, Taschenmesser, Fallschirmleine. 
  Sie waren jetzt fünfzig Meter von dem Haus auf der anderen Seite der Straße entfernt, die nach Ragesh führte und nicht mehr war als ein ausgefahrener Streifen Asphalt, der zu neunzig Prozent aus Schlaglöchern und Dreck bestand. Bald führte die Gruppe an, danach Hands, und Gardner als dritter. Der vierte Mann im Team war ein Yankee. Anthony Shaw war ein Navy SEAL mit einem Blick so kalt wie eisgekühltes Bier und bleistiftdünnen Lippen, die er nur öffnete, um Bibelverse zu zitieren. Die anderen Jungs im Regiment waren nicht sonderlich religiös und verarschten Shaw von dem Moment an, als er mit dem Bibelquatsch angefangen hatte. So fing er sich den Spitznamen Prediger ein. Aber fairerweise musste man sagen, dass es der Yank nicht krummnahm. Man hatte ihn dem Team zugeteilt, weil die Operation ein gemeinsamer Einsatz der USA und des Vereinigten Königreichs war, aber insgeheim hatten Gardner und Bald sich gefragt, ob er sich bei der Mission nicht vielleicht als Schwachstelle herausstellen könnte. Es gab Gerüchte, Shaw hätte die Aufnahme ins Team für die bin-Laden-Sause verpasst, weil die SEAL-Commanders den über zwei Meter großen, 300 Pfund schweren Afroamerikaner für einen Hitzkopf hielten. Lag wohl an seinem Blutdruck.
  »Jesus«, hatte Bald zu Gardner gesagt, als die beiden allein waren und sich auf die Operation vorbereiteten. »Stell dir vor, wie schießwütig der Junge sein muss, wenn ihn selbst die verdammten Yanks für zu kampflustig halten.«
  Die Männer bewegten sich schnell, passierten ein Rapsfeld, das in voller Blüte stand und sich bis zur hügeligen nordwestlichen Seite des Mardan erstreckte. Sie hielten einen unregelmäßigen Abstand zum Vordermann – vier bewegliche Ziele mit uniformen Abständen zueinander hätte das menschliche Auge sofort bemerkt.
  Zwanzig Meter bis zu dem Gebäude. Das Vier-Mann-Team sammelte sich im Schutz einer Gruppe Kiefern. Die Kiefernnadeln bewegten sich müde im Hauch einer schwachen Brise, welche die Hitze zumindest ein wenig erträglicher machte. Zudem boten die Kiefern eine gute Deckung. Aus dieser Position waren sie für Afridis Männer unsichtbar.
  Ihre Bewaffnung bestand aus verschiedenen Modellen der AK-47, wie sie von der albanischen Antiterroreinheit benutzt wurden. Die ASH-78 Tip-3 verfügte über drei Einstellungen: Einzelschuss, Drei-Schuss-Salven und Dauerfeuer. An Hands Waffe war noch ein Granatwerfer an der Unterseite des Laufs angebracht. Gardners Gewehr hatte einen etwa fünfzehn Zentimeter langen Riss, der quer durch den hölzernen Kolben ging, und das Magazin war mit Klebeband umwickelt, um zu verhindern, dass die Patronen herausfielen.
  Gardner gab Hands und Shaw ein Handzeichen.
  »Ihr kommt von der Rückseite. Wir greifen von der Vorderseite aus an. Wenn wir losschlagen, kommt ihr über den Hintereingang herein und legt jeden um, der dumm genug ist, im Weg zu stehen.«
  »Was, wenn es keinen Hintereingang gibt?«, fragte Hands.
  »Dann nimm ein Fenster, du Blödmann. John und ich sichern das Erdgeschoss. Du und Everton, ihr übernehmt das erste Stockwerk.«
  Sie verließen die Deckung hinter den Kiefern, Gardner ging voraus. Niemand sprach, um Afridi und seine Leute nicht zu warnen. Vermassel das bloß nicht, rief unentwegt eine Stimme in Gardners Kopf. Zu viel stand bei dieser Mission auf dem Spiel, denn der Mann in dem Gebäude war Tariq Afridi, Anführer der Tehrik-i-Taliban.
  Die pakistanischen Taliban waren die bösen Brüder der afghanischen Ausgabe. Sie waren für eine ganze Reihe von grenzübergreifenden Angriffen auf vereinigte Truppenverbände entlang der Durand-Linie verantwortlich – oder AfPak, wie die Schreibtischtäter beim MoD die undefinierte Grauzone zwischen Afghanistan und Pakistan nannten, die sich zu einem sicheren Hafen für die Taliban gemausert hatte. Gardner wusste, dass Afridis Sicherheitsteam in diesem Moment damit beschäftigt war, ein Fernsehteam in einen spärlich dekorierten Raum mit Lehmboden zu führen. Nach monatelangen Verhandlungen hatte Afridi einem Interview mit einem taliban-nahen regionalen Nachrichtensender zugestimmt.
  Afridi und seine Leute wussten jedoch nicht, dass der Kameramann ein Agent des MI6 war. Im Richtmikrofon seines Sony DSR-300 Camcorders versteckte sich ein ECM-Transmitter, und dieser führte Gardners Team direkt zum großen Hauptgewinn.
  Zwölf Meter trennten die Blades von ihrem Ziel. Gardner spähte über die Schulter zu Hands und Shaw. Mit einer Handbewegung wies er sie an, nach rechts auszuschwärmen und sich dem Haus von der Seite zu nähern. Zwar wussten sie von dem Fernsehteam, aber im Grunde gingen seine Leute höchst unvorbereitet in diesen Einsatz. Niemand konnte genau sagen, wie viele Wachen Afridi um sich geschart hatte, daher galt die Devise, sich dem Ziel mit besonderer Vorsicht zu nähern.
  Hands und Shaw lösten sich aus der Formation, vorbei an einem verrammelten Tabakladen. Gleichzeitig näherten sich Gardner und Bald auf dem kürzesten Weg der Haustür. Gardner beschleunigte sein Tempo und zog an Bald vorbei. Aus zwölf Metern wurden zehn.
  Dann sahen sie, wie die Eingangstür aufflog. Gardner brachte sich unter dem kunstvoll verzierten Vordach eines Ladens neben dem Gebäude in Deckung, Bald folgte ihm nur Sekundenbruchteile später. Gemeinsam kauerten sie im zickzackförmigen Schatten und beobachteten einen Wachposten, der aus dem Haus trat und die Tür hinter sich schloss.
  Neun Meter zwischen ihm und Gardner. Der Wachmann war untersetzt, wirkte schwammig, trug keine Schuhe. Er schwang sich sein RPK-Maschinengewehr auf die Schulter und hielt sich die hohlen Hände vors Gesicht. Die Spitze seiner Zigarette flammte auf. Er hatte sich der entgegengesetzten Richtung zugewandt und ahnte nichts von Gardners und Balds Anwesenheit.
  Langsam und vorsichtig zog Gardner sein Fairbairn-Sykes-Kampfmesser aus dem Gürtel unter seinem Kameez hervor. Er spürte Balds lauwarmen Atem in kurzen Abständen an seiner Schulter. Mit dem Messer in der rechten Hand verließ er die Deckung unter dem Vordach und schlich sich an den Wachmann heran.
  Sechs Meter. Der Wachmann kratzte sich am Ellenbogen. Rauch drang aus seiner Nase. Gardner war nur noch vier Meter von ihm entfernt … drei … das Blut rauschte in seinen Ohren, er atmete schwer. Der Mann hatte Gardner noch immer nicht bemerkt und starrte auf seine krummen Zehen hinab.
  Zwei Meter …
  Gardner hielt den Atem an. Die Luft in seiner Lunge fühlte sich wie ein Eisklumpen an.
  Noch einer …
  Gardner richtete sich auf, Knie und Rücken noch gebeugt, und mit einer leichten Bewegung von Daumen und Zeigefinger drehte er das Messer in seiner Hand, sodass die Spitze nun nicht mehr auf ihn, sondern seinen Gegner zeigte. 
  Die Klinge reflektierte das Mondlicht. Das Wort »ENGLAND« war in dem Parier eingeprägt.
  Tu es.
  Mit einer fließenden Bewegung hob Gardner das Messer und trieb es dem Wachmann ins Genick.
  Der Angriff war tödlich. Die Klinge drang unterhalb des Schädels ein und arbeitete sich bis zur Großhirnrinde vor. Gardner spürte, wie die Messerspitze an etwas Hartes, aber doch Nachgiebiges stieß, wie Spachtelmasse. Er presste dem Wachposten seine linke Hand auf den Mund und vollführte mit dem Messer eine leichte Drehung. Der Körper des Mannes zuckte. Wie Rohöl sickerte dickes Blut aus der Wunde. Gardner ließ den toten Körper zu Boden sinken, rollte ihn auf den Bauch und zog dann das Messer aus dessen Kopf. Kleine Stücke Gehirnmasse blieben daran haften. Gardner wischte das Messer auf dem Erdboden ab.
  Bald hatte zu ihm aufgeschlossen und postierte sich rechts der Tür. Gardner steckte das Messer wieder ein und glitt auf die gegenüberliegende Seite. Die Tür war aus Holz und mit einem Querbalken gesichert. Für Gardner sah die Konstruktion wenig stabil aus. Bald nickte ihm zu, offensichtlich dachte er dasselbe. Gardner hob drei Finger.
  Drei Sekunden …
  Bald brachte sich in Stellung, die Beine etwa auf Schulterbreite, für eine feste Schussposition. Dann trat Gardner vor die Tür, verlagerte sein Körpergewicht auf das linke Bein. Er zog das rechte Bein an und ließ es in Brusthöhe gegen die Tür schnellen.
  Als die Gummisohle nur noch Zentimeter von der Tür entfernt war, zerriss eine Explosion die Stille.

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