10 Filme zur perfekten Einstimmung auf “Vietnam Black”

Der Vietnamkrieg … furchtlose Soldaten, ein undurchdringlicher Dschungel, sengende Hitze, ein unberechenbarer Feind … und eine monströse Kreatur, welche sich in den verlassenen Tunnelgängen des Vietcong eingenistet hat – Brad Harmer-Barnes Vietnam Black ist fraglos eine Liebeserklärung an den Monsterfilm der Fünfzigerjahre und das Actionkino der guten alten Achtziger. In etwa zwei Wochen ist das Buch zu haben … aber zwei Wochen können lang werden, wenn man händeringend zuhause im Lesesessel sitzt. Was also tun?

Keine Bange, wir sind für euch da und stellen zehn Filme vor, mit denen Ihr euch auf „Vietnam Black“ perfekt einstimmen und die Zeit vertreiben könnt. Und los geht’s:


APOCALYPSE NOW


Zurecht nach ganz nach oben auf die Liste gehört der vielleicht intensivste aller Vietnamkriegsfilme, vor der sich nicht zuletzt auch unser Cover zu „Vietnam Black“ ehrfurchtsvoll verbeugt. Francis Ford Coppolas Antikriegsfilm gilt als einer der besten Filme des zwanzigsten Jahrhunderts und als perfekte Parabel für den Wahnsinn des Krieges, der während der beschwerlichen Dreharbeiten auch auf das Filmteam abfärbte – so verletzte sich Martin Sheen während einer Szene an einem Spiegel und musste später wegen eines Herzinfarktes sogar längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden. Außerdem zerstörten mehrere Male heftige Tropenstürme das Filmset, und Coppola überzog das Budget und den Zeitplan der Produktion so sehr, dass das Projekt mehrfach auf der Kippe stand. Doch die Mühen zahlten sich aus – der Film gewann unzählige Preise, und Zitate wie „Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen“ haben sich in das kollektive Bewusstsein von Generationen filmbegeisterter Menschen eingebrannt. Wer genug Sitzfleisch mitbringt, sollte sich die 202 Minuten lange Redux-Version ansehen.

 


FORMICULA


Ebenfalls unbedingt auf diese Liste gehört „Formicula“, die Mutter des amerikanischen Monsterfilms. Der Schwarzweißfilm von 1954 war der erste der sogenannten „Bug Movies“ und der späteren „Creature Features“, welche zu Monstern mutierte Insekten oder ähnliches zum Inhalt hatten. Einige Leichenfunde in der Wüste New Mexicos stellen die Polizei vor ein Rätsel, bis hinzugezogene Wissenschaftler feststellen, dass die Morde von Ameisen begangen wurden … riesigen, durch Atomwaffentests mutierte Ameisen …

Der Film spielt wie viele andere seiner Nachfolger mit den zwei großen Ängsten Amerikas jener Zeit – nämlich der vor den unwägbaren Risiken der Atomenergie und der Unterwanderung durch Kommunisten. Doch auch ohne die Lust an tiefergehende Analysen bietet der Film immer wieder herrlich nostalgische Unterhaltung aus den Anfangstagen der Tricktechnik und beweist, dass gute, fantasievolle Geschichten auch ohne 3D und 4K auskamen. Bonus für Nerds: Leonard „Spock“ Nimoy ist – wenn auch nur kurz – in einer seiner ersten Rollen zu sehen, und zudem diente der Film als Basis für das 1989 erschienene Kultspiel „It came frome the desert“ von Cinemaware, zu dem (Gott, wie verwirrend) 2017 wiederum eine gleichnamige Videospiel-Verfilmung / Hommage erschien.

 


Q – THE WINGED SERPENT aka AMERICAN MONSTER


In New York ereignen sich seltsame Todesfälle: einem Fensterputzer wird bei seiner Arbeit der Kopf abgerissen, eine junge sonnenbadende Frau wird von ihrem Liegestuhl auf dem Dach eines Hochhauses entführt, und ein Bauarbeiter wird auf der Suche nach seiner Mittagsstulle selbst zur Mahlzeit eines Monsters. Die Funde einer gehäuteten Leiche in einem Hotelzimmer sowie einer Leiche, der man das Herz entfernt hat, führen Detective Shephard auf die Spur eines fliegenden Reptils, das in der Spitze des Chrysler-Buildings sein Nest errichtet hat …
Wenn die Tagline eines Filmes „It’s name is Quetzalcoatl… Just call it Q. That’s all you’ll have time to say before it tears you apart!” lautet, weiß man, dass einen hier nicht unbedingt das ganz große Kino erwartet. Stop-Motion-Effekte, die selbst für 1982 schon ein wenig antiquiert wirken, und ein beeindruckendes Over-Acting (allen voran David Carradine) mögen nicht jedermanns Sache sein, auf der anderen Seite quillt in dieser Trash-Perle aus nahezu jeder Einstellung die Liebe zu Monsterfilmen wie „King Kong“. Ursprünglich wollte Gerüchten zufolge Bruce Willis unbedingt die Rolle des von Carradine verkörperten Detectives spielen, war seinerzeit aber ein noch völlig unbeschriebenes Blatt, um als Star für volle Kinosäle zu sorgen. Mit ihm hätte der Film allerdings ein „Stirb Langsam 0,5“ werden können …

 


FEAST


Wenn die US-amerikanische Regierung eine Superwaffe bestehend aus blutgierigen Monstern entwickelt, muss sie diese natürlich erst einmal ausgiebig „testen“, bevor man sie gegen Despoten auf der ganzen Welt einsetzen kann … klar. Diese Ehre kommt einer Gruppe ahnungsloser Besucher einer Bar irgendwo in der Wüste zu, die sich plötzlich einem Ansturm dieser mordlüsternen Kreaturen erwehren müssen.

Feast ist augenzwinkerndes Splatterkino mit literweise Blut, einem Gastauftritt der amerikanischen Punk-Legende Henry Rollins und dem dramaturgischen Kniff, relativ früh die verbleibende Lebenserwartung der Protagonisten anzugeben. Obwohl der Film von Matt Damon und Ben Affleck produziert wurde, kam er nie über den Status eines Geheimtipps hinaus, und gehört nicht zuletzt deswegen in diese Liste.

 


PLATOON LEADER – Der Krieg kennt keine Helden


Dieser Film gehört zweifellos zu den am meisten ausgeliehenen VHS-Kassetten in den uns bekannten Videotheken der Neunzigerjahre, und das aus drei Gründen: es war ein Cannon-Film, Michael „American Fighter“ Dudikoff spielte die Hauptrolle, und das Cover war einfach mal Gold, auch wenn bis heute niemand weiß, wieso Dudikoff darauf Oberarme wie Schwarzenegger hat und sein MG ungefähr so groß ist wie er selbst. Wurscht, hier gab es unter dem „Antikriegsfilm“-Deckmantel gewohnte Cannon-Action und obercoole Ami-Soldaten in Vietnam auf die leuchtenden Teenager-Augen.

 

Cinema.de bezeichnete den Film als „jämmerlichen Reißer“ und „schundigen Abklatsch“ des zwei Jahre zuvor erschienenen Films „Platoon“, was man mittlerweile durchaus als Qualitätsversprechen verstehen kann …


BOAR


Familie Monroe will eigentlich nichts weiter, als einen schönen Urlaub mit einem Familienbesuch im australischen Outback zu verbinden. Doch kaum, dass sie in dem gottverlassenen Kaff im Nirgendwo ankommen, machen sie Bekanntschaft mit einem besonders blutrünstigen Gesellen: ein riesiger Keiler zieht eine Schneise der Verwüstung durch das Outback, dem leider auch schnell die erfahrenen Veteranen des kleinen Ortes zum Opfer fallen …

BOAR wird bestimmt nie ein Klassiker des Horrorfilm-Genres werden, als launiges Creature-Feature zur Überbrückung taugt er aber allemal. Der Film macht keinen Hehl daraus, sein großes Vorbild „Razorback – Kampfkoloss der Hölle“ von 1984 zu zitieren, bringt aber genug eigene Ideen und einige auf eine moderne Zuschauerschaft zugeschnittene drastischere Szenen ein, die ihn zu einem typischen Monsterfilm unserer Zeit machen. Welchem der beiden Schweine-Filme man nun den Vorzug geben will, ist Geschmackssache … zur Not beide, nacheinander 😉

 


PREDATOR


Dschungel und Monster? Wem da nicht sofort der originale PREDATOR von 1987 in den Sinn kommt, hat dringend aufzuholen. Arnold Schwarzenegger spielt in diesem Film den Anführer einer Spezialeinheit, die einen im Dschungel Mittelamerikas abgestürzten Minister bergen sollen. Dummerweise landete dort kurz vorher ein Objekt, das aus einem Raumschiff abgeworfen wurde. Nachdem das Team auf die ersten Leichen stößt, die gehäutet und verkehrt herum von den Bäumen hängen, wird ihnen schnell klar, dass die Rebellen in diesen Wäldern ihr geringstes Problem sein dürften. … Was soll man noch groß zu einem der besten Actionfilme der Achtzigerjahre sagen, außer, dass er einige der coolsten One-Liner der Filmgeschichte enthält und neben dem Giger-Alien das vielleicht gelungenste Alien-Design aller Zeiten begründete („It’s like an alien Whoopi Goldberg.“) – und damit wie geschaffen ist zur Einstimmung auf „Vietnam Black“. GET TO THE CHOPPER!

 


LAKE PLACID


Im wunderschönen Maine, jenem amerikanischen Bundesstaat, in dem die amerikanischen Präsidenten bevorzugt ihren Urlaub verbringen und in dem nahezu jegliches von Stephen King erdachtes Grauen beheimatet ist, wird ein ein Mitarbeiter der US-Forstbehörde nach einem Tauchgang tot aus dem See gefischt. Allerdings fehlt seine untere Körperhälfte, und bei seiner Autopsie wird ein vermeintlich prähistorischer Zahn in seiner Leiche gefunden. Es dauert aber nicht lange, bis sich dieser als Zahn eines tatsächlich sehr lebendigen und sehr sehr großen Krokodils herausstellt.

Lake Placid ist ein typischer Vertreter des Neunzigerjahre-Kinos und pendelt (manche mögen es unentschlossen nennen) zwischen dem Albtraum jedes Campingfreundes und der gleichzeitigen Persiflage dieses Themas hin und her. Aber genau das macht auch den Charme dieses Filmes aus, den Filmfreunde auch liebevoll den „Weißen Hai in einem See“ nennen. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit unserem Lieblings-Kino-Präsidenten Bill Pullman und Brendan Gleeson, der derzeitig in der TV-Serienverfilmung von Stephen Kings „Mr. Mercedes“ für Furore sorgt.

 


1968 TUNNEL RATS


Uwe Boll gilt gemeinhin als angeblich schlechtester Regisseur der Welt. Diesen Ruf hat er sich nicht zuletzt mit seinen Videospiel-Verfilmungen eingehandelt, die außer dem klangvollen Namen oft nur sehr wenig mit ihrer Vorlage gemein hatten und damit insbesondere viele junge Filmfans verprellten. Das bedeutet aber nicht, dass auch ein blindes Filmhuhn nicht mal ein Korn finden kann, wie sein 2008 gedrehter Film „Tunnel Rats“ beweist. In seinem vielleicht ambitioniertesten Werk zeigt Boll den eher wenig beleuchteten Tunnelkampf während des Vietnamkrieges. Jene Tunnel stellten eines der wichtigsten Werkzeuge des Vietcong im Kampf gegen die amerikanischen Truppen dar – und dienen dem riesigen Tausendfüßler in „Vietnam Black“ als Nest. Ob der Film nun ein Meisterwerk geworden ist, darüber lässt sich trefflich streiten – es gibt jedoch kaum einen Film, der die klaustrophobische Enge der Tunnel und die allgegenwärtig drohende Gefahr während dieses Krieges ähnlich eindringlich porträtiert wie „Tunnel Rats“. Wer sich vor der Lektüre also schon mal schwitzige Hände zulegen möchte, sollte hier einen Blick riskieren.

 


TREMORS – Im Land der Raketenwürmer


In unserer letzten kleinen Filmempfehlung terrorisieren zwar keine Tausendfüßler, aber riesige Sandwürmer ein Wüstenkaff in Nevada, dem Kevin Bacon und Fred Ward eigentlich den Rücken kehren wollten. Doch die überdimensionalen Biester haben andere Pläne mit ihnen … .

Der Horrorkomödie von 1990 war im Kino nicht sonderlich viel Erfolg beschieden, entwickelte sich nach seiner Veröffentlichungen auf dem Videomarkt aber zu einem derart beliebten Phänomen, dass dem Film über die Jahre drei Fortsetzungen, ein bereits geplanter fünfter Teil und eine kurzlebige Fernsehserie folgen sollten. 2017 ließ der Syfy-Channel darüber hinaus einen Pilotfilm für eine weitere Serie drehen, in der sogar Kevin Bacon und Fred Ward wieder mit von der Partie sein sollten, stellte die Serie jedoch bereits vor Erscheinen ohne nähere Angaben wieder ein. Graboiden-Liebhaber wie wir finden das sehr schade, aber zumindest gibt es vier bzw. bald fünf Teile, deren heimlicher Held ohnehin der Waffennarr Burt Gummer (gespielt von Michael Gross) ist, der den Sandwürmern mit jeder erdenklichen Art von Militärtechnik kräftig einheizt.

 


Immer noch nicht genug? Dann hier vielleicht noch ein paar ehrenvolle Erwähnungen, die ebenfalls einen Blick wert sein könnten – zum Beispiel Wyvern, The Monster, Dark was the Night oder Big Ass Spider.

Und wer zurecht monieren will, dass Filme ja ganz gut und schön sind, aber ein Buchtipp in dieser Richtung auch ganz nett wäre … nichts einfacher als das! Im April erscheint bei uns Tim Currans Grimweave, in dem es ein US-Soldat nach einem furchterregenden Erlebnis unfreiwillig erneut mit einer grässlichen Kreatur im Dschungel Indochinas aufnehmen muss.

 

Wir wünschen kurzweilige Filmabende, und ein spannendes Lesevergnügen!